Der Amarant ist eine vielseitige Pflanze, die sowohl als nährstoffreiches Gemüse, Getreideersatz und Zierpflanze geschätzt wird. In Europa wird sie vor allem als Kulturpflanze angebaut, teilweise auch wild wachsend.
Name (Deutsch): Amarant
Botanischer Name: Amaranthus spp.
Gattung: Amaranthus
Pflanzenfamilie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)
Name im Volksmund: Fuchsschwanz, Amarantus, Pinselblume
Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 10 Arten und Unterarten, teils kultiviert, teils wild
Anbauordnung: Kulturpflanze, Zierpflanze, gelegentlich Wildpflanze
Kulturart: Gemüse, Getreideersatz, Zierpflanze
Klimazone: Gemäßigte bis subtropische Zone
Erntezeitraum: Juli bis Oktober (je nach Art und Nutzung)
Zehrer Art: Starkzehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Wärme- und lichtbedürftig, empfindlich gegen Frost; Samen sehr klein und leicht ausbreitend (Unkrautpotenzial)
Bemerkung: Schnellwüchsig, nährstoffreich, glutenfrei; Samen gelten als Pseudogetreide mit hohem Eiweißgehalt
Bester Fundort in der Natur: Ruderalflächen, warme, nährstoffreiche Böden, Gärten und Äcker
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit Mais, Bohnen und Kürbis (Drei-Schwestern-Anbau)
Blütenbeschreibung: Kleine, dicht stehende Blüten in dichten, rispigen oder ährenförmigen Blütenständen, meist grünlich bis rot
Blattbeschreibung: Oval bis lanzettlich, oft grün oder rot gefärbt, glatt oder leicht behaart
Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrecht, meist kräftig, grün bis rötlich, oft verzweigt
Samenbeschreibung: Sehr klein, kugelig, schwarz, braun oder golden
Art der Wurzler: Flachwurzelnd
Geruch der Pflanze: Neutral bis leicht erdig
Geschmack der Pflanze: Blätter mild bis leicht nussig, Samen nussig
Lebenszeitspanne: Einjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Nützlinge gegen Blattläuse und Raupen; Mischkultur fördert Gesundheit
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 5–15 Tage
Keimtemperatur: 20–30 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre
Aussaatzeitraum: Ab Mitte Mai bis Juni (nach Frostgefahr)
Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30–50 cm
Samen pro Pflanzloch: 3–5
Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Mischkulturbeet
Idealer Boden: Nährstoffreich, gut durchlässig, warm
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5
Gießverhalten: Gleichmäßig feucht, keine Staunässe
Sonnenbedarf: Vollsonnig
Düngereinsatz: Starkzehrer, organisch und mineralisch möglich
Empfohlener Dünger: Kompost, Hornspäne, organischer Volldünger
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Gemüse, Wildpflanze, Zierpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Saponine, Flavonoide, Vitamine (A, C), Mineralstoffe (Eisen, Kalzium)
Anwendungsbereiche: Entzündungshemmend, antioxidativ, blutbildend
Verabreichung: Essen, Trinken (Tee), Umschläge
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Blätter, Samen
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit: Fuchsschwanz-Arten (Amaranthus retroflexus), die als Unkraut gelten
Verwendung in der Küche: Blätter als Gemüse, Samen als Pseudogetreide (z.B. gekocht, gemahlen)
Beste Haltbarmachung: Samen trocken lagern, Blätter frisch oder eingefroren
Lagerung der Pflanze: Kühl und trocken für Samen, Blätter frisch oder gefroren
Das beste Rezept: Amarant-Blattgemüse mit Knoblauch und Zwiebeln
Die beste Speise: Gedünsteter Amarant mit Kräutern
Das beste Getränk: Amarant-Tee
Die beste Beilage: Zu Reis- und Getreidegerichten
10 Unterarten/Arten in Europa (deutscher und botanischer Name):
1. Grüner Amarant – Amaranthus viridis
2. Roter Amarant – Amaranthus cruentus
3. Amaranthus retroflexus – Gewöhnlicher Fuchsschwanz
4. Amaranthus caudatus – Schmuck-Amarant
5. Amaranthus hypochondriacus – Prinzessinnen-Amarant
6. Amaranthus powellii – Powell-Amarant
7. Amaranthus blitum – Spinat-Amarant
8. Amaranthus hybridus – Garten-Amarant
9. Amaranthus lividus – Lila Amarant
10. Amaranthus deflexus – Abwärtswachsender Amarant
Drei häufig vorkommende Unterarten in Europa:
- Amaranthus retroflexus
- Amaranthus viridis
- Amaranthus blitum
Drei seltene Unterarten in Europa:
- Amaranthus powellii
- Amaranthus deflexus
- Amaranthus hypochondriacus
Guter Nachbar: Mais, Bohnen, Kürbis (Drei-Schwestern-Anbau), Kräuter wie Basilikum
Schlechter Nachbar: Stark konkurrierende Unkräuter, Pflanzen mit hohem Wasserbedarf
Beste Mischkulturen: Mischkultur mit Hülsenfrüchten, Mais und Kürbis fördert Wachstum und Schädlingsabwehr
Quellennachweis:
- Flora Europaea
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
- Fachliteratur zu Amaranthus-Arten und Pseudogetreide
- Diverse botanische Nachschlagewerke und Gartenratgeber