Die Ackerbohne ist eine alte Kulturpflanze, die vor allem als Eiweißlieferant für Mensch und Tier geschätzt wird. Sie ist eine robuste, stickstoffbindende Hülsenfrucht und wird in gemäßigten Klimazonen angebaut. Neben der landwirtschaftlichen Bedeutung hat sie auch ökologische Vorteile, etwa durch die Bodenverbesserung.
Name (Deutsch): Ackerbohne
Botanischer Name: Vicia faba
Gattung: Vicia
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Name im Volksmund: Puffbohne, Saubohne, Pferdebohne
Wie viele Unterarten gibt es in Europa: Keine offiziell anerkannten Unterarten, jedoch verschiedene Sorten und Varietäten
Anbauordnung: Kulturpflanze (Kultur)
Kulturart: Gemüse / Hülsenfrucht
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: Juni bis August
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Verträgt keine Staunässe, benötigt gut durchlüfteten Boden
Bemerkung: Stickstofffixierend, gut für Fruchtfolgen und Bodenfruchtbarkeit
Bester Fundort in der Natur: Kulturland, Felder, Gärten
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Gute Nachbarn sind Mais, Kohl, Kartoffeln; fördert Bodenfruchtbarkeit
Blütenbeschreibung: Große, auffällige, meist weiße bis violette Blüten mit dunklen Flecken
Blattbeschreibung: Paarig gefiederte Blätter mit 2–6 Fiederblättchen und einer Ranke am Ende
Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrecht, kräftig, 40–120 cm hoch
Samenbeschreibung: Große, meist runde bis leicht abgeflachte Samen, grün, braun oder schwarz gefärbt
Art der Wurzler: Tiefwurzelnd mit Knöllchenbakterien zur Stickstofffixierung
Geruch der Pflanze: Schwach, typisch für Hülsenfrüchte
Geschmack der Pflanze: Samen mild, leicht nussig
Lebenszeitspanne: Einjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Fördert Nützlinge, Fruchtfolge mindert Krankheiten
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 7–14 Tage
Keimtemperatur: 10–20 °C
Keimvorbereitung: Samenquellung durch Einweichen empfohlen
Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre
Aussaatzeitraum: März bis April
Aussaat Tiefe: 5–8 cm
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30–40 cm
Samen pro Pflanzloch: 1–2
Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Fruchtfolgeflächen
Idealer Boden: Locker, humusreich, gut durchlässig
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5
Gießverhalten: Gleichmäßig feucht, keine Staunässe
Sonnenbedarf: Vollsonnig
Düngereinsatz: Gering bis mittel, da Stickstofffixierung
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Dünger
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Gemüse, Hülsenfrucht, Gartenpflanze
Mit Heilwirkung: Nein
Wirkstoffe: Proteine, Ballaststoffe, Mineralstoffe
Anwendungsbereiche: Ernährung, Bodenverbesserung
Verabreichung: Essen (Samen)
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Samen (Bohnen)
Giftig: Ja (roh enthalten sie Lektine, die durch Kochen inaktiviert werden)
Welche giftigen Teile: Rohes Saatgut
Verwechslungsgefahr mit: Keine relevante Verwechslungsgefahr
Verwendung in der Küche: Gekocht als Gemüse, Suppen, Eintöpfe, Pürees
Beste Haltbarmachung: Getrocknet, kühl und trocken lagern
Lagerung der Pflanze: Samen trocken lagern
Das beste Rezept: Ackerbohnen-Eintopf mit Kräutern
Die beste Speise: Gekochte Ackerbohnen mit Olivenöl und Knoblauch
Das beste Getränk: Nicht relevant
Die beste Beilage: Frische Kräuter, Kartoffeln
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
Keine offiziell anerkannten Unterarten, jedoch Sortenvielfalt, z.B.:
1. Ackerbohne 'Aquadulce' – *Vicia faba* 'Aquadulce'
2. Ackerbohne 'Witkiem' – *Vicia faba* 'Witkiem'
3. Ackerbohne 'Hiverna' – *Vicia faba* 'Hiverna'
4. Ackerbohne 'Hangdown' – *Vicia faba* 'Hangdown'
5. Ackerbohne 'Broad Windsor' – *Vicia faba* 'Broad Windsor'
6. Ackerbohne 'Fuego' – *Vicia faba* 'Fuego'
7. Ackerbohne 'Fiord' – *Vicia faba* 'Fiord'
8. Ackerbohne 'Boxer' – *Vicia faba* 'Boxer'
9. Ackerbohne 'Express' – *Vicia faba* 'Express'
10. Ackerbohne 'Super Aquadulce' – *Vicia faba* 'Super Aquadulce'
Drei häufig vorkommende Sorten:
- 'Aquadulce'
- 'Witkiem'
- 'Hiverna'
Drei selten vorkommende Sorten:
- 'Boxer'
- 'Express'
- 'Super Aquadulce'
Guter Nachbar: Mais, Kohl, Kartoffeln, Getreide
Schlechter Nachbar: Zwiebeln, Knoblauch (hemmen Wachstum)
Beste Mischkulturen: Fruchtfolge mit Getreide, Mischkultur mit Mais und Kohl
Quellennachweis:
- Floraweb (Bayerisches Landesamt für Umwelt)
- BiolFlor – Datenbank zur biologisch-ökologischen Charakterisierung der Gefäßpflanzen Deutschlands
- FAO Pflanzenprofile
- Diverse agrarwissenschaftliche Fachliteratur zu Hülsenfrüchten