Flammendes Kätchen (Kalanchoe blossfeldiana)
Kalanchoe blossfeldiana ist eine aus Madagaskar stammende Pflanzenart in der Gattung Kalanchoe, die zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) gehört. Das Artepitheton ehrt den deutschen Pflanzenzüchter und -händler Robert Blossfeld (1882–1945).
Name (Deutsch): Flammendes Kätchen
Botanischer Name: Kalanchoe blossfeldiana
Gattung: Kalanchoe
Pflanzenfamilie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Name im Volksmund:
- Weihnachtskalanchoe, Glühkätchen, Flammendes Käthchen
Wieviele Unterarten in Europa:
- Es gibt keine Unterarten von Kalanchoe blossfeldiana in Europa.
- Allerdings existieren zahlreiche Sorten und Hybriden (z. B. Kalanchoe blossfeldiana ‘Calandiva’, ‘Tom Thumb’, ‘Golden Girl’), die oft fälschlich als Unterarten bezeichnet werden. In Europa kommen ca. 10–12 Arten der Gattung Kalanchoe vor (z. B. Kalanchoe daigremontiana, Kalanchoe pinnata), aber keine Unterarten von Kalanchoe blossfeldiana.
Anbauordnung: Zierpflanze, Zimmer- und Balkonpflanze
Kulturart: Blume (mehrjährige Sukkulente, oft einjährig kultiviert)
Klimazone:
- Tropisch bis subtropisch (in Mitteleuropa nicht winterhart, daher als Zimmerpflanze oder einjährige Balkonpflanze)
Erntezeitraum:
- Nicht anwendbar (Zierpflanze, keine Ernte im klassischen Sinne)
Zehrer Art: Schwach Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Lichtbedarf: Braucht viel Licht, um zu blühen (mind. 6 Stunden täglich). Im Winter ggf. mit Pflanzenlampen unterstützen.
- Gießen: Sparsam gießen – Staunässe vermeiden! Erde zwischen den Wassergaben antrocknen lassen.
- Überwinterung: Kühl (10–15 °C) und hell überwintern, um die Blütenbildung anzuregen.
- Blüteförderung: Kurze Tage (12–14 Stunden Dunkelheit täglich für 6 Wochen ab September) fördern die Blütenbildung.
Bemerkung:
- Das Flammende Kätchen ist eine beliebte, pflegeleichte Sukkulente mit leuchtend roten, rosa, orangefarbenen oder gelben Blüten.
- Es eignet sich hervorragend als Zimmerpflanze oder für sonnige Balkone im Sommer.
Bester Fundort in der Natur:
- Kein natürlicher Fundort in Europa, da Kalanchoe blossfeldiana eine Kulturform ist, die aus Madagaskar stammt.
- Wildarten wie Kalanchoe daigremontiana (Brutblatt) oder Kalanchoe pinnata wachsen in trockenen Regionen Madagaskars oder anderer tropischer Gebiete.
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Gute Nachbarn: Andere Sukkulenten wie Echeveria, Sedum, Haworthia oder trockenheitsverträgliche Pflanzen wie Lavendel, Thymian oder Portulakaria.
- Auswirkung: Die Kombination fördert ein trockenheitsverträgliches Mikroklima und hält Schädlinge fern. Flammendes Kätchen wirkt durch seinen dichten Wuchs bodenbedeckend.
Blütenbeschreibung:
- Farbe: Leuchtend Rot, Rosa, Orange, Gelb oder Weiß (je nach Sorte).
- Form: Kleine, glockenförmige Blüten in dichten, schirmartigen Blütenständen.
- Größe: Blütenstände bis zu 10 cm Durchmesser.
Blütezeit:
- Winter bis Frühling (Dezember–April), bei guter Pflege ganzjährig.
Blattbeschreibung:
- Form: Eiförmig bis lanzettlich, fleischig, glattrandig.
- Farbe: Dunkelgrün bis graugrün, oft mit rötlichem Rand.
- Besonderheit: Sukkulente Blätter, speichern Wasser.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Form: Aufrecht, verzweigt, fleischig.
- Farbe: Grün bis rötlich.
- Besonderheit: Wächst buschig, bleibt aber kompakt (30–40 cm hoch).
Samenbeschreibung:
- Form: Klein, länglich, braun.
- Größe: Ca. 0,1 cm lang.
- Besonderheit:
- Keine relevante Vermehrung bei Kulturformen (meist sterile Hybriden).
Art der Wurzler: Flachwurzelnd (Wurzeltiefe: ca. 10–15 cm).
Geruch der Pflanze: Kein auffälliger Duft (neutral, leicht grasig).
Geschmack der Pflanze: Nicht essbar (leicht giftig, siehe unten).
Lebenszeitspanne:
- Mehrjährig (in tropischen Regionen), in Mitteleuropa meist einjährig oder als Zimmerpflanze kultiviert (kann bei guter Pflege mehrere Jahre überdauern).
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Wenige Schädlinge, aber anfällig für Schmierläuse, Spinnmilben oder Wurzelfäule bei zu nassem Standort.
- Fördert Nützlinge wie Bienen (Blüten bieten Nektar).
Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen)
Keimdauer: 10–20 Tage
Keimtemperatur: 20–25 °C
Keimvorbereitung:
- Samen nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer!), gleichmäßig feucht halten.
Keimfähigkeit in Jahren: 1–2 Jahre (verliert schnell an Keimkraft)
Aussaatzeitraum:
- Indoor: Ganzjährig möglich, aber Blüte erst bei kurzen Tagen (ab September).
- Direktsaat: Nicht üblich (Kulturformen werden meist vegetativ vermehrt).
Aussaat Tiefe:
- Nicht bedecken (Lichtkeimer!), Samen nur leicht andrücken.
Abstand in der Reihe: 5–10 cm (bei Aussaat in Schalen).
Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm (im Topf oder Beet).
Samen pro Pflanzloch: 1–2 Samen (später auf 1 Pflanze vereinzeln).
Bevorzugte Beet Art:
- Topfkultur, Balkonkästen, Beete (im Sommer), Wintergarten.
Idealer Boden:
- Durchlässig, mineralisch (z. B. Sukkulentenerde mit Sand oder Perlite), pH-Wert 6,0–7,5.
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5
Gießverhalten:
- Sparsam gießen – Erde zwischen den Wassergaben vollständig antrocknen lassen. Im Winter noch weniger gießen.
Sonnenbedarf:
- Volle Sonne bis Halbschatten (für Blütenbildung mind. 6 Stunden Sonne täglich).
Düngereinsatz:
- Mäßig, alle 4–6 Wochen mit Kakteendünger oder Sukkulentendünger (verdünnt).
Empfohlener Dünger:
- Flüssigdünger für Kakteen/Sukkulenten (z. B. mit niedrigem Stickstoffanteil).
Ist das Anhäufeln von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Blume, Zierpflanze, Sukkulente
Mit Heilwirkung:
- Nein (keine bekannten signifikanten Heilwirkungen, aber traditionell genutzt).
Wirkstoffe:
- Bufadienolide (in einigen Kalanchoe-Arten, z. B. Kalanchoe daigremontiana), aber nicht in Kalanchoe blossfeldiana!
Anwendungsbereiche:
- Keine relevanten Anwendungen in der Schulmedizin.
Verabreichung: Nicht anwendbar.
Essbar: Nein (leicht giftig!)
Welche essbaren Teile: Keine.
Giftig: Ja (leicht giftig, besonders Blätter und Stängel).
Welche giftigen Teile:
- Blätter und Stängel können bei Verzehr zu Magenreizungen oder Erbrechen führen (enthält Bufadienolide in Spuren).
Verwechslungsgefahr mit:
- Brutblatt (Kalanchoe daigremontiana): Ähnliche Blattform, aber bildet Brutknospen an den Blatträndern.
- Crassula-Arten (z. B. Crassula ovata, Geldbaum): Keine echte Verwechslungsgefahr, aber beide sind Sukkulenten.
Verwendung in der Küche: Keine kulinarische Verwendung, da giftig.
Beste Haltbarmachung: Nicht anwendbar (Zierpflanze).
Lagerung der Pflanze:
- Nicht lagerfähig (einjährige Pflanze oder Zimmerpflanze).
Das beste Rezept: Kein essbares Rezept, da giftig!
Die beste Speise: Keine.
Das beste Getränk: Keines.
Die beste Beilage: Keine.
10 Arten der Gattung Kalanchoe in Europa (deutscher und botanischer Name):
Da es keine Unterarten von Kalanchoe blossfeldiana gibt, werden hier die in Europa vorkommenden oder kultivierten Arten der Gattung Kalanchoe aufgelistet:
- Flammendes Kätchen – Kalanchoe blossfeldiana
- Brutblatt – Kalanchoe daigremontiana
- Honigkalanchoe – Kalanchoe pinnata (syn. Bryophyllum pinnatum)
- Schuppenkalanchoe – Kalanchoe beharensis
- Federkalanchoe – Kalanchoe tomentosa
- Goldkelch – Kalanchoe luciae
- Wüstenrose – Kalanchoe rhombopilosa
- Kalanchoe marmorata – Marmor-Kalanchoe
- Kalanchoe thyrsiflora – Flaschen-Kalanchoe
- Kalanchoe gastonis-bonnieri – Donkey Ears
Drei häufig vorkommende Arten:
- Kalanchoe blossfeldiana (Flammendes Kätchen)
- Kalanchoe daigremontiana (Brutblatt)
- Kalanchoe pinnata (Honigkalanchoe)
Drei seltenste Arten:
- Kalanchoe rhombopilosa (Wüstenrose)
- Kalanchoe thyrsiflora (Flaschen-Kalanchoe)
- Kalanchoe gastonis-bonnieri (Donkey Ears)
Drei älteste Arten (in Europa kultiviert seit):
- Kalanchoe pinnata (Honigkalanchoe, seit dem 19. Jahrhundert)
- Kalanchoe daigremontiana (Brutblatt, seit dem 20. Jahrhundert)
- Kalanchoe blossfeldiana (Flammendes Kätchen, seit den 1930er Jahren)
Guter Nachbar:
- Trockenheitsverträgliche Pflanzen: Sukkulenten wie Echeveria, Sedum, Haworthia oder Kräuter wie Lavendel, Thymian, Rosmarin.
- Auswirkung: Fördert ein trockenheitsverträgliches Mikroklima und hält Schädlinge fern.
Schlechter Nachbar:
- Staunässe liebende Pflanzen (z. B. Farne, Funkien) – Kalanchoe verträgt keine nassen Füße.
- Starkzehrende Pflanzen (z. B. Rosen, Dahlien) – konkurrieren um Nährstoffe.
Beste Mischkulturen:
- Sukkulenten-Beete: Kombiniert mit Echeveria, Sedum oder Sempervivum für farbenfrohe Arrangements.
- Balkonkästen: Mit Portulakaria oder Lavendel für sonnige Standorte.
Quellennachweis:
- Botanische Datenbanken: Plants of the World Online (POWO)
- Kultur- und Pflegehinweise: Fachliteratur zu Sukkulenten, z. B. “Sukkulenten für Anfänger” von Gordon Rowley.
- Giftigkeit: Datenbanken wie Giftpflanzenforum oder BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung).
- Blüteförderung: Empfehlungen aus gärtnerischen Fachzeitschriften (z. B. “Kakteen und andere Sukkulenten”).