Fingerhut (Digitalis purpurea)

Der Fingerhut ist eine markante, zweijährige oder mehrjährige Pflanze, die durch ihre auffälligen, glockenförmigen Blüten besticht. Trotz ihrer Schönheit ist sie hochgiftig, besitzt aber wichtige medizinische Wirkstoffe. 🌸


Name (Deutsch): Fingerhut 

Botanischer Name: Digitalis purpurea 

Gattung: Digitalis 

Pflanzenfamilie: Braunwurzgewächse (Plantaginaceae) 

Name im Volksmund: Roter Fingerhut, Gemeiner Fingerhut 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa:

-      Ca. 4-6 Unterarten (je nach Quelle) 


Anbauordnung: Wildpflanze, Kulturpflanze, Zierpflanze 

Kulturart: Blume / Wildpflanze 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: Juni bis August (Blütezeit) 

Zehrer Art: Mittel Zehrer 


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Hochgiftig, besonders für Kinder und Haustiere; nur mit Vorsicht handhaben 

Bemerkung:

-      Wichtig für die Gewinnung von Herzglykosiden in der Medizin; zieht Bienen und Schmetterlinge an 

Bester Fundort in der Natur:

-      Waldränder, lichte Wälder, Hecken, brachliegende Flächen 

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen Wildpflanzen, fördert Bestäuber 


Blütenbeschreibung:

-      Glockenförmige, röhrenförmige Blüten, meist purpurrot mit Flecken im Inneren, in dichten Trauben 

Blattbeschreibung: Große, lanzettliche Blätter, graugrün, behaart 

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Aufrechter, kräftiger Stängel, behaart, bis 1,5 m hoch 

Samenbeschreibung: Kleine, braune, leicht abgeflachte Samen 

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd 


Geruch der Pflanze: Schwach, leicht herb 

Geschmack der Pflanze: Bitter, giftig 

Lebenszeitspanne: Zweijährig bis mehrjährig 

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Keine direkte Schädlingsabwehr, aber durch Giftigkeit geschützt 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: Ca. 14-28 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: Ca. 2-3 Jahre 


Aussaatzeitraum:

-      Frühling (März bis Mai) oder Herbst (September bis Oktober) 

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,3 cm 

Abstand in der Reihe: 30-40 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 40-50 cm 

Samen pro Pflanzloch: 1-2 


Bevorzugte Beet Art: Naturgarten, Wildblumenbeet 

Idealer Boden: Locker, humos, gut durchlässig 

pH-Wert des Bodens: 5,5–7,0 


Gießverhalten: Mäßig feucht, keine Staunässe 

Sonnenbedarf: Halbschattig bis sonnig 

Düngereinsatz: Gering bis mittel, organisch bevorzugt 

Empfohlener Dünger: Kompost 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildpflanze, Zierpflanze, Heilpflanze 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Herzglykoside (Digitoxin, Digoxin), Flavonoide 

Anwendungsbereiche:

-      Herz-Kreislauf-Erkrankungen (nur unter ärztlicher Aufsicht) 

Verabreichung: Medizinisch kontrolliert, nicht zur Selbstmedikation 


Essbar: Nein 

Welche essbaren Teile: Keine 

Giftig: Ja  

Welche giftigen Teile: Ganze Pflanze, besonders Blätter und Samen 

Verwechslungsgefahr mit:

-      Nicht empfohlen, da sehr giftig; Verwechslung mit anderen Lippenblütlern möglich 


Verwendung in der Küche: Nicht geeignet 

Beste Haltbarmachung: Nicht relevant 

Lagerung der Pflanze: Nicht relevant 


Das beste Rezept: Nicht anwendbar 

Die beste Speise: Nicht anwendbar 

Das beste Getränk: Nicht anwendbar 

Die beste Beilage: Nicht anwendbar 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

-      Roter Fingerhut – Digitalis purpurea subsp. purpurea 

-      Digitalis purpurea subsp. maritima 

-      Digitalis purpurea subsp. heywoodii 

-      Digitalis purpurea subsp. toletana 

-      Digitalis purpurea subsp. lusitanica 

-      Digitalis purpurea subsp. gallaecica 

-      Digitalis purpurea subsp. mauretanica 

-      Digitalis purpurea subsp. nevadensis 

-      Digitalis purpurea subsp. atlantica 

-      Digitalis purpurea subsp. grandiflora 


Drei häufig vorkommende Unterarten: 

-      Digitalis purpurea subsp. purpurea 

-      Digitalis purpurea subsp. maritima 

-      Digitalis purpurea subsp. heywoodii 


Drei seltene Unterarten: 

-      Digitalis purpurea subsp. mauretanica 

-      Digitalis purpurea subsp. nevadensis 

-      Digitalis purpurea subsp. atlantica 


Guter Nachbar:

-      Wildblumen, Stauden, die ähnliche Standortansprüche haben 

Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen, die Schatten werfen 

Beste Mischkulturen: Naturnahe Wildblumenmischungen 


Quellennachweis: 

-      Flora Europaea, Band 5 

-      P. Schmeil, A. Fitschen: Flora von Deutschland 

-      Bundesamt für Naturschutz (BfN) – Artensteckbrief Digitalis purpurea 

-      Diverse botanische Fachbücher und Heilpflanzenführer