Fleißiges Lieschen (Impatiens wallerina)

Das Fleißige Lieschen ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Springkräuter (Impatiens) in der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae).


Name (Deutsch): Fleißiges Lieschen
Botanischer Name:

  • Impatiens walleriana (früher auch Impatiens sultanii)

Gattung: Impatiens
Pflanzenfamilie: Balsaminengewächse (Balsaminaceae)
Name im Volksmund:

  • Echtes Fleißiges Lieschen, Wassergeranie, Sultans-Lieschen

Wieviele Unterarten in Europa:

  • Es gibt keine Unterarten von Impatiens walleriana in Europa. Allerdings existieren zahlreiche Sorten und Hybriden, die oft fälschlich als Unterarten bezeichnet werden.
  • In Europa kommen ca. 10–12 Arten der Gattung Impatiens vor (z. B. Impatiens glandulifera, Impatiens noli-tangere), aber keine Unterarten von Impatiens walleriana.

Anbauordnung: Zierpflanze, Balkon- und Beetpflanze
Kulturart: Blume (einjährige Zierpflanze)
Klimazone:

-      Tropisch bis subtropisch (in Mitteleuropa nicht winterhart, daher einjährig oder als Kübelpflanze)

Erntezeitraum:

-      Nicht anwendbar (Zierpflanze, keine Ernte im klassischen Sinne)

Zehrer Art: Mittel Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Frostempfindlich: In Mitteleuropa nicht winterhart, daher als einjährige Pflanze kultivieren oder im Winter ins Haus holen.

-      Standort: Halbschatten bis schattig, windgeschützt (ideal für Balkone, Terrassen oder schattige Beete).

-      Boden: Durchlässig, humusreich, gleichmäßig feucht, aber keine Staunässe.

-      Vermehrung: Meist durch Stecklinge oder Samen (einfach zu vermehren).

Bemerkung:

-      Das Fleißige Lieschen ist eine beliebte, blühfreudige Pflanze mit langen Blütezeiten (Mai–Oktober).

-      Es eignet sich hervorragend für schattige bis halbschattige Bereiche und ist pflegeleicht.

Bester Fundort in der Natur:

-      Kein natürlicher Fundort in Europa, da Impatiens walleriana ursprünglich aus Ostafrika (Tansania, Kenia) stammt.

-      Wildarten wie Impatiens glandulifera (Drüsiges Springkraut) sind in Europa invasiv und wachsen an feuchten Standorten.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Gute Nachbarn: Begonien, Fuchsien, Elfenblumen (Epimedium), Farne, Efeu, oder andere schattenverträgliche Pflanzen.

-      Auswirkung: Die Kombination fördert die Blütenpracht und hält Schädlinge fern. Fleißiges Lieschen wirkt durch seinen dichten Wuchs bodenbedeckend und unterdrückt Unkraut.


Blütenbeschreibung:

-      Farbe: Rosa, Rot, Weiß, Violett, Orange, Lila (je nach Sorte).

-      Form: Schmetterlingsförmig, mit einem Sporn an der Rückseite.

-      Größe: 2–4 cm Durchmesser.

-      Blütezeit: Mai–Oktober (bei guter Pflege ganzjährig in Innenräumen).

Blattbeschreibung:

-      Form: Oval bis lanzettlich, leicht gezackt.

-      Farbe: Hellgrün bis mittelgrün, glänzend.

-      Besonderheit: Durchsichtige Stiele, saftig.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Form: Aufrecht bis überhängend, fleischig, saftig.

-      Farbe: Grün bis rötlich überlaufen.

-      Besonderheit: Spröde, bricht leicht (daher der Name “Springkraut”-Gewächse).

Samenbeschreibung:

-      Form: Klein, oval, braun.

-      Größe: Ca. 0,2 cm lang.

-      Besonderheit: Bei Reife explodieren die Samenkapseln bei Berührung und schleudern die Samen meterweit (daher der Name “Springkraut”).

Art der Wurzler: Flachwurzelnd (Wurzeltiefe: ca. 10–15 cm).


Geruch der Pflanze: Kein auffälliger Duft (neutral, leicht grasig).

Geschmack der Pflanze: Nicht essbar (leicht giftig, siehe unten).

Lebenszeitspanne:

-      Einjährig (in Mitteleuropa), in tropischen Regionen mehrjährig.

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Fördert Nützlinge wie Hummeln und Schmetterlinge durch die nektarreichen Blüten.

-      Wenige Schädlinge, aber anfällig für Spinnmilben (bei trockener Luft) oder Blattläuse.


Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen)
Keimdauer: 10–20 Tage
Keimtemperatur: 20–24 °C
Keimvorbereitung:

-      Samen nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer!), gleichmäßig feucht halten.

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre (bei trockener, kühler Lagerung)


Aussaatzeitraum:

-      Indoor: Februar–März (für frühe Blüte).

-      Direktsaat ins Freiland: Erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai), da frostempfindlich.

Aussaat Tiefe:

-      Nicht bedecken (Lichtkeimer!), Samen nur leicht andrücken.

Abstand in der Reihe: 20–30 cm.
Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm.
Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen (später auf 1–2 Pflanzen vereinzeln).


Bevorzugte Beet Art: Balkonkästen, Beete, Kübel, Hängeampeln.
Idealer Boden:

-      Durchlässig, humusreich, leicht sauer bis neutral (pH-Wert 5,5–7,0).

pH-Wert des Bodens: 5,5–7,0


Gießverhalten:

-      Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Nicht über die Blüten gießen (Fäulnisgefahr).

Sonnenbedarf: Halbschatten bis schattig (direkte Mittagssonne meiden).

Düngereinsatz:

-      Regelmäßig (alle 2 Wochen) mit flüssigem Blühpflanzendünger.

Empfohlener Dünger:

-      Kaliumbetonter Flüssigdünger (z. B. für Geranien oder Blühpflanzen).


Ist das Anhäufeln von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein


Krautzuordnung: Blume, Zierpflanze
Mit Heilwirkung: Nein (keine bekannten signifikanten Heilwirkungen).
Wirkstoffe: Keine relevanten Wirkstoffe bekannt.
Anwendungsbereiche: Keine.
Verabreichung: Nicht anwendbar.


Essbar: Nein (leicht giftig!)
Welche essbaren Teile: Keine.
Giftig: Ja (leicht giftig, besonders Samen und Blätter).
Welche giftigen Teile:

-      Samen und Blätter können bei Verzehr zu Magenreizungen führen.

Verwechslungsgefahr mit:

-      Drüsigem Springkraut (Impatiens glandulifera): Ähnlicher Wuchs, aber größere Blüten und invasive Art.

-      Efeu (Hedera helix): Keine echte Verwechslungsgefahr, aber beide eignen sich für schattige Standorte.


Verwendung in der Küche: Keine kulinarische Verwendung, da giftig.

Beste Haltbarmachung: Nicht anwendbar (Zierpflanze).

Lagerung der Pflanze: Nicht lagerfähig (einjährige Pflanze).


Das beste Rezept: Kein essbares Rezept, da giftig!
Die beste Speise: Keine.
Das beste Getränk: Keines.
Die beste Beilage: Keine.


10 Unterarten/Arten der Gattung Impatiens in Europa (deutscher und botanischer Name):
Da es keine Unterarten von Impatiens walleriana gibt, werden hier die in Europa vorkommenden Arten der Gattung Impatiens aufgelistet:

-      Drüsiges SpringkrautImpatiens glandulifera

-      Wald-SpringkrautImpatiens noli-tangere

-      Zwerg-SpringkrautImpatiens parviflora

-      Kleines SpringkrautImpatiens balfourii

-      BalsamineImpatiens balsamina (kultiviert, nicht heimisch)

-      Fleißiges LieschenImpatiens walleriana (kultiviert)

-      Hohes SpringkrautImpatiens scabrida

-      Gelbes SpringkrautImpatiens flaccida

-      Alpen-SpringkrautImpatiens noli-tangere (selten)

-      Korsisches SpringkrautImpatiens repens (selten, kultiviert)


Drei häufig vorkommende Arten:

-      Impatiens glandulifera (Drüsiges Springkraut, invasiv)

-      Impatiens parviflora (Zwerg-Springkraut)

-      Impatiens walleriana (Fleißiges Lieschen, kultiviert)


Drei seltenste Arten:

-      Impatiens flaccida (Gelbes Springkraut)

-      Impatiens repens (Korsisches Springkraut)

-      Impatiens scabrida (Hohes Springkraut)


Drei älteste Arten (in Europa bekannt seit):

-      Impatiens noli-tangere (Wald-Springkraut, seit Jahrhunderten heimisch)

-      Impatiens glandulifera (Drüsiges Springkraut, seit dem 19. Jahrhundert invasiv)

-      Impatiens parviflora (Zwerg-Springkraut, seit dem 19. Jahrhundert)


Guter Nachbar:

-      Schattentolerante Pflanzen: Begonien, Fuchsien, Elfenblumen (Epimedium), Farne, Efeu, Purpurglöckchen (Heuchera).

-      Auswirkung: Fördert die Blütenpracht und hält Schädlinge fern.

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrende Pflanzen wie Rosen oder Dahlien (konkurrieren um Nährstoffe).

-      Trockenheitsliebende Pflanzen (Fleißiges Lieschen bevorzugt feuchte Böden).

Beste Mischkulturen:

-      Schattige Beete: Kombiniert mit Fuchsien, Begonien, Elfenblumen oder Farne.

-      Balkonkästen: Mit Lobelien, Pelargonien oder Efeu für farbenfrohe Kombinationen.


Quellennachweis:

-      Botanische Datenbanken: Plants of the World Online (POWO)

-      Kultur- und Pflegehinweise: Fachliteratur zu Zierpflanzen, z. B. “Blühpflanzen für Balkon und Beet” von Björn Hetland.

-      Giftigkeit: Datenbanken wie Giftpflanzenforum oder BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung).

-      Vermehrung: Empfehlungen aus gärtnerischen Fachzeitschriften (z. B. “Gartenpraxis”).