Die Feige ist ein traditionsreiches, mediterranes Obstgehölz, das durch seine süßen Früchte und vielseitige Verwendung in Küche und Naturheilkunde besticht. Sie benötigt warme, sonnige Standorte und ist ein Symbol für mediterranes Klima und Genuss.
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Name (Deutsch): Feige
Botanischer Name: Ficus carica
Gattung: Ficus
Pflanzenfamilie: Maulbeergewächse (Moraceae)
Name im Volksmund: Feige, Gemeine Feige
Wieviele Unterarten gibt es in Europa: In Europa keine offiziell anerkannten Unterarten, aber verschiedene Kultivare und Formen
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Anbauordnung: Kulturpflanze, Zierpflanze
Kulturart: Obstgehölz
Klimazone: Submediterran bis mediterran (wenig Frosttoleranz)
Erntezeitraum: Juli bis Oktober (je nach Sorte, teils zweite Ernte im Herbst)
Zehrer Art: Mittel- bis Starkzehrer
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Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Frostempfindlich, benötigt geschützten Standort oder Winterschutz in kühleren Regionen
Bemerkung: Traditionelle Kulturpflanze mit langer Geschichte, auch als Zierpflanze beliebt
Bester Fundort in der Natur: Mediterrane Küstenregionen, trockene, sonnige Hänge
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit mediterranen Kräutern; fördert Biodiversität und Bodengesundheit
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Blütenbeschreibung: Unsichtbare, eingeschlossene Blüten im sogenannten Feigenfruchtkörper (Sykonium), nur durch kleine Öffnung zugänglich
Blattbeschreibung: Große, handförmig gelappte Blätter, rau, grün bis gelblich-grün
Stamm-/Stielbeschreibung: Verholzter, verzweigter Stamm, oft knorrig und dick
Samenbeschreibung: Kleine, harte Samen im Fruchtfleisch, kaum spürbar beim Essen
Art der Wurzler: Flach- bis tiefwurzelnd, je nach Standort
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Geruch der Pflanze: Frisch, leicht süßlich bei reifen Früchten
Geschmack der Pflanze: Süß, aromatisch, saftig
Lebenszeitspanne: Mehrjährig, langlebig (bis mehrere Jahrzehnte)
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Förderung von Nützlingen, natürlicher Schutz durch robuste Rinde und Laub
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Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: Ca. 14-30 Tage
Keimtemperatur: 20–25 °C
Keimvorbereitung: Samen leicht anritzen oder einweichen
Keimfähigkeit in Jahren: Ca. 2-3 Jahre
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Aussaatzeitraum: Frühling (März bis Mai)
Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm
Abstand in der Reihe: 150-200 cm (bei Pflanzung von Jungpflanzen)
Abstand zur nächsten Pflanze: 200-300 cm
Samen pro Pflanzloch: 1-2
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Bevorzugte Beet Art: Mediterraner Garten, Kübelkultur, geschützter Standort
Idealer Boden: Locker, gut durchlässig, humos
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5
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Gießverhalten: Mäßig, trockenheitsverträglich, Staunässe vermeiden
Sonnenbedarf: Vollsonnig
Düngereinsatz: Mittel, organisch bevorzugt
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Langzeitdünger
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Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Bei Kübelhaltung oder als Spalierbaum möglich
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Krautzuordnung: Obstgehölz, Gartenpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Ficusin, Flavonoide, Enzyme, Ballaststoffe
Anwendungsbereiche: Verdauungsfördernd, entzündungshemmend, Hautpflege
Verabreichung: Essen (Früchte), Tinkturen, Umschläge
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Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Frucht (Feige)
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit: Keine bedeutende Verwechslungsgefahr
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Verwendung in der Küche: Frisch, getrocknet, in Süßspeisen, Salaten, Marmeladen
Beste Haltbarmachung: Trocknung oder Einmachen
Lagerung der Pflanze: Kühl und trocken, frisch wenige Tage, getrocknet mehrere Monate
Das beste Rezept: Feigenmarmelade, Feigenkuchen
Die beste Speise: Frische Feigen mit Ziegenkäse
Das beste Getränk: Feigensaft oder Feigenlikör
Die beste Beilage: Nüsse, Honig, frische Kräuter
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10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
In Europa sind keine klar abgegrenzten Unterarten von Ficus carica anerkannt, jedoch existieren zahlreiche Sorten und Kulturformen, z.B.:
1. Ficus carica 'Brown Turkey' (Braune Türkenfeige)
2. Ficus carica 'Hardy Chicago' (Winterharte Feige)
3. Ficus carica 'Kadota'
4. Ficus carica 'Mission'
5. Ficus carica 'Panache' (Tigerfeige)
6. Ficus carica 'Petrelli'
7. Ficus carica 'Violette de Bordeaux'
8. Ficus carica 'Desert King'
9. Ficus carica 'Conadria'
10. Ficus carica 'Celeste'
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Drei häufig vorkommende Sorten:
- 'Brown Turkey'
- 'Hardy Chicago'
- 'Mission'
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Drei seltene Sorten:
- 'Kadota'
- 'Petrelli'
- 'Panache'
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Guter Nachbar: Mediterrane Kräuter (Rosmarin, Thymian, Salbei), Olivenbaum
Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen wie Tomaten oder Kartoffeln (Konkurrenz um Nährstoffe)
Beste Mischkulturen: Mediterrane Kräuter und Gemüse, die trockene, sonnige Standorte mögen
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Quellennachweis:
- Flora Europaea, Band 3
- P. Schmeil, A. Fitschen: Flora von Deutschland
- Bundesamt für Naturschutz (BfN) – Artensteckbrief Ficus carica
- Diverse botanische Fachbücher und Gartenratgeber
"Handbuch der Heilpflanzen" von Brigitte Klemme