Baldrian (Valeriana officinalis)

Der Baldrian ist eine mehrjährige Heilpflanze, die in Europa wild wächst und seit Jahrhunderten wegen ihrer beruhigenden Wirkung geschätzt wird. Sie bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte und ist auch als Kulturpflanze verbreitet. 

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Name (Deutsch): Baldrian 

Botanischer Name: Valeriana officinalis 

Gattung: Valeriana 

Pflanzenfamilie: Baldriangewächse (Valerianaceae) 

Name im Volksmund:

  • Baldrian, Katzenwurzel, Hexenkraut, Stinkwurzel, Augenwurzel, Mondwurzel

Wieviele Unterarten in Europa:

  • Ca. 5–7 Unterarten, regional unterschiedlich (z. B. Valeriana officinalis subsp. officinalis, Valeriana officinalis subsp. collina, Valeriana officinalis subsp. procurrens)

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Anbauordnung:

-      Kulturpflanze, Wildpflanze (häufig in feuchten Wiesen und Uferbereichen)

Kulturart: Heilpflanze, Wildpflanze, gelegentlich Küchenkraut

Klimazone: Gemäßigte Zone, bevorzugt feuchte Klimate

Erntezeitraum:

-      September bis Oktober (Wurzeln), Blätter im Frühjahr bis Sommer

Zehrer Art: Mittel Zehrer

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Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Bevorzugt feuchte, humusreiche Böden.

-      Staunässe vermeiden, aber gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtig.

-      Kann sich stark ausbreiten und neigt zum Verwildern.

Bemerkung:

-      Mehrjährige, ausdauernde Pflanze mit starkem, charakteristischem Geruch.

-      Wird oft von Katzen angezogen (daher der Name "Katzenwurzel").

Bester Fundort in der Natur:

-      Feuchte Wiesen, Uferzonen, Auenwälder, Gebüschsäume, Bachläufe.

-      Häufig in der Nähe von Gewässern oder in feuchten Senken.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen feuchtigkeitsliebenden Pflanzen wie Minze, Beinwell oder Brennnessel.

-      Kann durch starke Ausbreitung andere Pflanzen verdrängen.

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Blütenbeschreibung:

-      Kleine, rosa bis weißliche, stark duftende Blüten in dichten, rispigen Blütenständen.

-      Blütezeit: Mai bis August.

Blattbeschreibung:

-      Gefiederte, unpaarig gefiederte Blätter mit 7–11 lanzettlichen, gezackten Fiederblättchen.

-      Blätter sind hellgrün, leicht behaart und duften beim Zerreiben intensiv.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Aufrechter, hohler Stängel mit feinen Rillen.

-      Wird bis zu 1,5 Meter hoch.

Samenbeschreibung:

-      Kleine, längliche, braune Samen mit federartigem Haarschopf (für Windausbreitung).

-      Samen reifen im Spätsommer bis Herbst.

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd (Pfahlwurzel)

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Geruch der Pflanze:

-      Intensiv, charakteristisch erdiger, leicht süßlicher Geruch (wirkt auf Katzen anziehend).

Geschmack der Pflanze:

-      Bitter, würzig, leicht süßlich, mit einer erdigen Note.

Lebenszeitspanne: Mehrjährig (3–10 Jahre)

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Fördert Nützlinge wie Bienen und Schwebfliegen durch Blüten.

-      Wird von einigen Schmetterlingsarten als Nahrungspflanze genutzt.

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Keimer Art: Lichtkeimer

Keimdauer: 10–21 Tage

Keimtemperatur: 15–20 °C

Keimvorbereitung:

-      Samen vor der Aussaat 24 Stunden in Wasser einweichen (fördert die Keimung).

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre

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Aussaatzeitraum:

-      Frühling (März bis Mai) oder Herbst (September bis Oktober)

Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm tief

Abstand in der Reihe: 30–40 cm

Abstand zur nächsten Pflanze: 40–50 cm

Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen

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Bevorzugte Beet Art:

-      Feuchtigkeitsbeet, Heilpflanzenbeet, Wildpflanzenbeet

Idealer Boden: Feucht, humusreich, tiefgründig, leicht lehmig

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)

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Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, nicht austrocknen lassen

Sonnenbedarf: Sonnig bis halbschattig

Düngereinsatz: Gering, organischer Dünger (z. B. Kompost) im Frühjahr

Empfohlener Dünger: Kompost, Brennnesseljauche

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Ist das Anhäufen von Vorteil:

-      Ja (schützt die Wurzeln im Winter und fördert die Wurzelbildung)

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: Nein

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Krautzuordnung: Heilpflanze, Wildpflanze, gelegentlich Küchenkraut

Mit Heilwirkung: Ja

Wirkstoffe:

-      Ätherische Öle (z. B. Valerensäure, Bornylacetat)

-      Valepotriate (beruhigend und krampflösend)

-      Alkaloide (z. B. Actinidin)

-      Flavonoide, Gerbstoffe

Anwendungsbereiche:

-      Beruhigungsmittel bei Stress, Unruhe und Schlafstörungen.

-      Krampflösend bei Magen-Darm-Beschwerden.

-      Schmerzlindernd bei Kopfschmerzen und Neuralgien.

-      Traditionell auch bei Epilepsie und Herzrasen eingesetzt.

Verabreichung:

-      Tee (aus der Wurzel), Tinkturen, Extrakte, Kapseln, Badezusätze.

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Essbar: Ja (aber hauptsächlich als Heilpflanze genutzt)

Welche essbaren Teile:

-      Junge Blätter (in kleinen Mengen, bitter), Wurzeln (nach Trocknung als Tee)

Giftig:

-      Nein (in normalen Mengen), aber in großen Mengen kann Baldrian sedierend wirken.

Welche giftigen Teile: Keine bekannten giftigen Teile.

Verwechslungsgefahr mit:

-      Gefleckter Schierling (Conium maculatum) – hochgiftig! (Blätter ähneln sich, aber Schierling hat keine Baldrian-typischen Wurzeln und riecht unangenehm nach Mäuseurin).

-      Wasserschierling (Cicuta virosa) – extrem giftig! (Wurzeln können verwechselt werden, aber Schierling hat weiße, nicht braune Wurzeln).

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Verwendung in der Küche:

-      Junge Blätter in Salaten (sparsam wegen des bitteren Geschmacks).

-      Wurzeln getrocknet und geröstet als Kaffeeersatz oder für Tee.

-      Traditionell in einigen Regionen als Gewürz für Suppen oder Eintöpfe.

Beste Haltbarmachung:

-      Wurzeln waschen, schneiden, bei 40–50 °C trocknen und in dunklen Gläsern lagern.

-      Blätter frisch oder getrocknet verwenden.

Lagerung der Pflanze:

-      Getrocknete Wurzeln: Kühl, dunkel und luftdicht gelagert (hält mehrere Jahre).

-      Frische Wurzeln: Kühl und feucht (z. B. im Sand) für einige Wochen.

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Das beste Rezept: Baldrianwurzel-Tee (beruhigend und schlaffördernd)

Die beste Speise: Baldrianwurzel-Tee mit Honig

Das beste Getränk:

-      Baldrianwurzel-Tee oder Mischungen mit Melisse und Hopfen

Die beste Beilage: Passt zu beruhigenden Mahlzeiten oder als Abendtee.

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10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Echter Baldrian – Valeriana officinalis subsp. officinalis

-      Hügel-Baldrian – Valeriana officinalis subsp. collina

-      Kriechender Baldrian – Valeriana officinalis subsp. procurrens

-      Wiesen-Baldrian – Valeriana pratensis

-      Gebirgs-Baldrian – Valeriana tripteris

-      Zwerg-Baldrian – Valeriana dioica

-      Sumpf-Baldrian – Valeriana simplicifolia

-      Pyrenäen-Baldrian – Valeriana pyrenaica

-      Nordischer Baldrian – Valeriana sambucifolia

-      Kleinblütiger Baldrian – Valeriana excelsa subsp. excelsa

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Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Valeriana officinalis subsp. officinalis (Echter Baldrian)

-      Valeriana officinalis subsp. collina (Hügel-Baldrian)

-      Valeriana sambucifolia (Nordischer Baldrian)

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Drei seltenste Unterarten:

-      Valeriana simplicifolia (Sumpf-Baldrian)

-      Valeriana pyrenaica (Pyrenäen-Baldrian)

-      Valeriana tripteris (Gebirgs-Baldrian)

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Guter Nachbar:

-      Minze, Beinwell, Brennnessel, Frauenmantel, Estragon.

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrer wie Kohlarten oder Tomaten (können die Baldrianwurzeln verdrängen).

Beste Mischkulturen:

-      Mit anderen Heil- und Küchenkräutern wie Melisse, Lavendel oder Kamille.

-      In Feuchtgebieten mit Schachtelhalm oder Weiden.

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Quellennachweis:

-      Pahlow, M. (2021). Das große Buch der Heilpflanzen. Gräfe und Unzer.

-      Schneider, G. (2019). Heilpflanzenkunde. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

-      Lauber, K., & Wagner, G. (2018). Flora Helvetica. Haupt Verlag.

-      European Medicines Agency (EMA). (2011). Community herbal monograph on Valeriana officinalis L. s.l., Radix.

-      Pflanzenflora.de – Datenbank für europäische Wildpflanzen.