Flachkohl (Brassica oleracea var. acephala)
Der Flachkohl ist eine robuste, alte Kohlvarietät, die sich durch ihre krausen, unverholzten Blätter auszeichnet und besonders in naturnahen Gärten und der traditionellen Küche geschätzt wird. 🥬
Name (Deutsch): Flachkohl
Botanischer Name: Brassica oleracea var. acephala
Gattung: Brassica
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Name im Volksmund:
- Palmkohl, Krauskohl, Grünkohl (teilweise synonym verwendet)
Wieviele Unterarten gibt es in Europa:
- Ca. 5-7 Varietäten bzw. Kultursorten von var. acephala
Anbauordnung: Kulturpflanze
Kulturart: Gemüse / Blattgemüse
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: Herbst bis Frühjahr (September bis März)
Zehrer Art: Starkzehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Frosthart, benötigt nährstoffreiche Böden und ausreichend Feuchtigkeit
Bemerkung:
- Sehr widerstandsfähig gegen Kälte, wird oft als Wintergemüse genutzt
Bester Fundort in der Natur:
- Kultiviert, ursprünglich aus Küstenregionen Europas
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit Zwiebeln, Knoblauch, Salat; fördert Schädlingsabwehr
Blütenbeschreibung:
- Kleine gelbe Blüten in Trauben, typisch für Kreuzblütler
Blattbeschreibung:
- Große, krause, grüne bis blaugrüne Blätter, unverholzt, dickfleischig
Stamm-/Stielbeschreibung: Kurzer, robuster Stängel
Samenbeschreibung: Kleine, runde, braune Samen
Art der Wurzler: Flachwurzelnd
Geruch der Pflanze: Typisch kohlartig, leicht würzig
Geschmack der Pflanze: Würzig, leicht bitter, nussig
Lebenszeitspanne: Mehrjährig (meist zweijährig)
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Unterstützt Nützlinge, natürliche Resistenz gegen viele Schädlinge
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: Ca. 5-10 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig
Keimfähigkeit in Jahren: Ca. 3-5 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühling (März bis Mai)
Aussaat Tiefe: 1-2 cm
Abstand in der Reihe: 40-50 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 50-60 cm
Samen pro Pflanzloch: 1-2
Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Hochbeet, Freiland
Idealer Boden: Nährstoffreich, humos, gut wasserdurchlässig
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5
Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden
Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig
Düngereinsatz: Mittel bis stark, organisch bevorzugt
Empfohlener Dünger: Kompost, Hornspäne, organischer Volldünger
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Gemüse, Blattgemüse, Gartenpflanze
Mit Heilwirkung: Ja (traditionell)
Wirkstoffe: Vitamin C, Vitamin K, Ballaststoffe, Glucosinolate
Anwendungsbereiche:
- Unterstützung der Verdauung, Entzündungshemmung, Immunstärkung
Verabreichung: Essen (roh oder gekocht), Aufgüsse
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Blätter und junge Triebe
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Anderen Kohlarten, z.B. Wirsing oder Grünkohl, aber charakteristische Blattstruktur unterscheidet
Verwendung in der Küche:
- Gedünstet, roh im Salat, als Suppenzutat, in Eintöpfen
Beste Haltbarmachung: Einfrieren, Trocknen (Blätter)
Lagerung der Pflanze: Kühl und feucht
Das beste Rezept: Gedünsteter Flachkohl mit Kartoffeln und Zwiebeln
Die beste Speise: Flachkohl-Eintopf
Das beste Getränk: Nicht relevant
Die beste Beilage: Kartoffeln, Wurzelgemüse
10 Unterarten/Varietäten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- Flachkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. acephala
- Palmkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. palmifolia
- Krauskohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. crispa
- Blaugrüner Krauskohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. sabellica
- Schwarzkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. palmifolia (Tuscan kale)
- Winterkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. winterana
- Blattkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. foliosa
- Grünkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. viridis
- Zuckerhutkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. capitata (manchmal zugeordnet)
- Federkohl – Brassica oleracea var. acephala subvar. laciniata
Drei häufig vorkommende Varietäten:
- Brassica oleracea var. acephala subvar. acephala
- Brassica oleracea var. acephala subvar. palmifolia
- Brassica oleracea var. acephala subvar. crispa
Drei seltene Varietäten:
- Brassica oleracea var. acephala subvar. winterana
- Brassica oleracea var. acephala subvar. foliosa
- Brassica oleracea var. acephala subvar. laciniata
Guter Nachbar:
- Zwiebeln, Knoblauch, Salat, Karotten (fördern Wachstum und Schädlingsabwehr)
Schlechter Nachbar: Erdbeeren, Tomaten (Konkurrenz um Nährstoffe)
Beste Mischkulturen: Zwiebeln, Karotten, Salate, Kräuter
Quellennachweis:
- Flora Europaea, Band 5
- P. Schmeil, A. Fitschen: Flora von Deutschland
- Bundesamt für Naturschutz (BfN) – Artensteckbrief Brassica oleracea
- Diverse Garten- und Gemüseanbau-Ratgeber