Doppelrauke – Diplotaxis erucoides
Die Doppelrauke ist eine aromatische Wildpflanze, die in Europa verbreitet und vielseitig nutzbar ist.
Name (Deutsch): Doppelrauke
Botanischer Name: Diplotaxis erucoides
Gattung: Diplotaxis
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Name im Volksmund: Wilde Rauke, Senfrauke, Ölrauke, Ackersenf, Weißer Senf
Wieviele Unterarten in Europa:
- Ca. 5 Unterarten, davon 3 häufig und 2 seltene
Anbauordnung: Kulturpflanze, Wildpflanze
Kulturart: Gemüse, Küchenkraut, Wildkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone, mediterran bis atlantisch
Erntezeitraum: März bis November (ganzjährig bei mildem Klima)
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Verträgt keine Staunässe; bevorzugt sonnige Standorte mit durchlässigem Boden
Bemerkung:
- Ein- bis zweijährige Pflanze mit intensivem senfartigem Aroma; wächst schnell und bildet dichte Bestände
Bester Fundort in der Natur:
- Äcker, Brachflächen, Wegränder, Schuttplätze, sonnige Hänge, Weinberge
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit anderen Kreuzblütlern und Kräutern; fördert Biodiversität und lockt Bestäuber an
Blütenbeschreibung:
- Leuchtend weiße, vierzählige Kreuzblüten mit violetten Adern; Blütenblätter deutlich länger als Kelchblätter; Blütenstände in lockeren Trauben
Blattbeschreibung:
- Tief eingeschnitten, fiederspaltig bis gezackt, hellgrün bis blaugrün, weich und saftig; Blätter sitzen direkt am Stängel (rosettig angeordnet)
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Aufrechter, verzweigter, kantiger Stängel; kann eine Höhe von 20–50 cm erreichen
Samenbeschreibung:
- Kleine, braune, eiförmige Schötchen mit zwei Reihen Samen pro Schote
Art der Wurzler: Tiefwurzelnd
Geruch der Pflanze: Intensiv senfartig, scharf-würzig, leicht bitter
Geschmack der Pflanze: Scharf, pfeffrig, senfartig, leicht bitter
Lebenszeitspanne: Ein- bis zweijährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Lockt Bestäuber an; resistent gegen viele Schädlinge; fördert Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 7–14 Tage
Keimtemperatur: 10–20 °C (optimal 15–18 °C)
Keimvorbereitung:
- Keine spezielle Vorbereitung nötig; Samen nicht bedecken, da Lichtkeimer
Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre
Aussaatzeitraum:
- März bis September (Frühjahrs- und Sommeraussaat möglich)
Aussaat Tiefe: Oberflächlich, kaum bedecken (0,2–0,5 cm)
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30–40 cm
Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen
Bevorzugte Beet Art: Kräuterbeet, Gemüsebeet, Wildkräuterbeet, Steingarten
Idealer Boden: Durchlässig, nährstoffreich, sandig-lehmig bis kiesig
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)
Gießverhalten:
- Mäßig; trockenheitsverträglich, aber gleichmäßig feucht halten für schnelles Wachstum
Sonnenbedarf: Volle Sonne bis Halbschatten
Düngereinsatz: Gering; organischer Dünger (Kompost) bei Bedarf
Empfohlener Dünger: Kompost, Brennnesseljauche
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Küchenkraut, Wildkraut, Gemüse
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe:
- Glucosinolate (z. B. Gluconapin), Senfölglykoside, Vitamin C, Eisen, Kalium
Anwendungsbereiche:
- Verdauungsfördernd, entzündungshemmend, harntreibend, stoffwechselanregend
Verabreichung: Essen, Saft, Tee (selten)
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Blätter, junge Triebe, Blüten
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Hederich (Raphanus raphanistrum), Ackersenf (Sinapis arvensis), Wilde Karde (Dipsacus fullonum)
Verwendung in der Küche:
- Salate, Pesto, Suppen, Saucen, als Würzkraut für Fleisch, Fisch und vegetarische Gerichte
Beste Haltbarmachung:
- Frischhalten im Kühlschlagfach, Einfrieren, Trocknen (Aroma bleibt teilweise erhalten)
Lagerung der Pflanze:
- Kühl, dunkel und feucht (z. B. in feuchtem Tuch im Kühlschlagfach) für frische Blätter; getrocknete Blätter luftdicht und dunkel lagern
Das beste Rezept: Wilde Rauken-Pesto
Die beste Speise: Wilde Rauke mit Olivenöl, Knoblauch und Parmesan
Das beste Getränk: Frisch gepresster Raukensaft mit Apfel und Ingwer
Die beste Beilage:
- Zu Kartoffeln, Eierspeisen, Antipasti oder als Topping für Pizza
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- Doppelrauke – Diplotaxis erucoides var. erucoides
- Weiße Rauke – Diplotaxis erucoides var. alba
- Zottige Rauke – Diplotaxis erucoides var. hirsuta
- Kleine Rauke – Diplotaxis erucoides var. microcarpa
- Dünen-Rauke – Diplotaxis erucoides var. arenaria
- Salz-Rauke – Diplotaxis erucoides var. maritima
- Berg-Rauke – Diplotaxis erucoides var. montana
- Glatt-Rauke – Diplotaxis erucoides var. glabrata
- Küsten-Rauke – Diplotaxis erucoides var. littoralis
- Südeuropäische Rauke – Diplotaxis erucoides var. australis
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Diplotaxis erucoides var. erucoides
- Diplotaxis erucoides var. alba
- Diplotaxis erucoides var. hirsuta
Drei seltenste Unterarten:
- Diplotaxis erucoides var. montana
- Diplotaxis erucoides var. maritima
- Diplotaxis erucoides var. australis
Drei ältesten Unterarten:
- Diplotaxis erucoides var. erucoides (ursprüngliche Art)
- Diplotaxis erucoides var. alba (weiße Variante)
- Diplotaxis erucoides var. hirsuta (zottige Variante)
Guter Nachbar: Salat, Radieschen, Zwiebeln, Kamille, Kapuzinerkresse
Schlechter Nachbar:
- Kohlarten, andere Kreuzblütler (können Schädlinge und Krankheiten übertragen)
Beste Mischkulturen:
- Mit Kräutern wie Kerbel, Petersilie oder Dill; fördert gegenseitigen Wuchs und schützt vor Schädlingen
Quellennachweis:
- Bundesamt für Naturschutz (BfN): Artenliste Diplotaxis erucoides
- Europäische Datenbank für Biodiversität (EUNIS)
- Pflanzendatenbanken wie Plants for a Future und Kew Royal Botanic Gardens
- Fachliteratur: Heilpflanzen der Natur (Franckh-Kosmos Verlag)
- Küchenkräuter: Lexikon der essbaren Wildpflanzen (Stahl-Biskup & Schultze)