Dorniger Spinat (Spinacia oleracea var. spinosa)
Der Dornige Spinat ist eine besondere Variante des Garten-Spinats, die durch ihre stacheligen Samen und robuste Anpassungsfähigkeit überzeugt. Er wird vor allem in traditionellen europäischen Anbausystemen geschätzt.
Name (Deutsch): Dorniger Spinat
Botanischer Name: Spinacia oleracea var. spinosa
Gattung: Spinacia
Pflanzenfamilie: Gänsefüße (Chenopodiaceae)
Name im Volksmund:
- Stachelspinat, Dornenspinat, Wildspinat, Bauernspinat
Wieviele Unterarten in Europa:
- Ca. 3–5 Unterarten und Sortengruppen, wobei Spinacia oleracea var. spinosa eine spezielle Form mit stacheligen Samen ist
Anbauordnung: Kulturpflanze
Kulturart: Gemüse
Klimazone: Gemäßigte Zone (optimal: 15–20 °C)
Erntezeitraum: März bis November (je nach Aussaatzeitpunkt und Sorte)
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Boltanfällig: Wie alle Spinatsorten neigt auch der Dornige Spinat bei hohen Temperaturen oder langem Taglicht zum Schießen (Bildung eines Blütenstands). Daher im Sommer besser schattige oder kühle Standorte wählen.
- Oxalsäuregehalt: Enthält Oxalsäure, die in großen Mengen gesundheitsschädlich sein kann. Durch Kochen kann der Gehalt reduziert werden.
- Bodenfeuchtigkeit: Gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden.
- Samen: Die stacheligen Samen sind charakteristisch und können bei der Ernte stören. Sie eignen sich jedoch hervorragend zur Aussaat.
Bemerkung:
- Einjährige Pflanze mit kräftigerem Wuchs als der klassische Garten-Spinat.
- Die stacheligen Samen sind ein Merkmal traditioneller Sorten und dienen der natürlichen Verbreitung.
- Wird oft in Mischkulturen oder als robuste Sorte für den herbstlichen Anbau genutzt.
Bester Fundort in der Natur:
- Nicht wild vorkommend; ausschließlich kultiviert, oft in Bauerngärten oder traditionellen Anbausystemen.
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit Erdbeeren, Kohlrabi, Radieschen und Zwiebeln. Schlechte Nachbarn sind Kartoffeln und Rote Bete, da sie um Nährstoffe konkurrieren.
Blütenbeschreibung:
- Unscheinbare, kleine, grünliche Blüten in achselständigen Knäueln. Die Pflanze ist einhäusig (männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze).
Blattbeschreibung:
- Dunkelgrüne bis hellgrüne Blätter, die je nach Sorte glatt oder leicht runzelig sind. Die Blätter sind fleischig und saftig, oft etwas derber als beim klassischen Spinat.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Kurzer, aufrechter Stängel, der sich bei älteren Pflanzen verlängert und verzweigt (bei Schossneigung). Die Stängel sind kräftiger als beim Garten-Spinat.
Samenbeschreibung:
- Kugelige, stachelige Samen, die in Büscheln sitzen. Die Stacheln sind ein charakteristisches Merkmal dieser Varietät und können bei der Ernte unangenehm sein.
Art der Wurzler: Tiefwurzler (bis zu 25 cm)
Geruch der Pflanze: Frisch, leicht erdiger Duft, kaum wahrnehmbar.
Geschmack der Pflanze:
- Kräftiger, leicht herb und nussig im Vergleich zum klassischen Spinat.
Lebenszeitspanne: Einjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Förderung von Nützlingen wie Marienkäfern und Schwebfliegen (gegen Blattläuse).
- Mischkultur mit Kapuzinerkresse als Lockpflanze für Blattläuse.
- Mulchen gegen Schnecken.
Keimer Art: Dunkelkeimer
Keimdauer: 7–14 Tage
Keimtemperatur: 10–20 °C (optimal: 15–18 °C)
Keimvorbereitung:
- Samen vor der Aussaat 12–24 Stunden in Wasser einweichen, um die Keimung zu beschleunigen.
- Bei kalten Böden kann eine Vorkultur im Haus sinnvoll sein.
Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre
Aussaatzeitraum:
- Frühjahr: März bis April
- Herbst: August bis September
- Winter: September bis Oktober (für frühe Ernte im nächsten Jahr)
Aussaat Tiefe: 2–3 cm
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 25–30 cm
Samen pro Pflanzloch: 3–5 Samen
Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Mischkulturbeet, Bauerngarten
Idealer Boden:
- Lockere, humusreiche, nährstoffreiche Erde mit guter Drainage.
pH-Wert des Bodens: 6,5–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)
Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe.
Sonnenbedarf:
- Halbschatten bis sonnig (verträgt auch Schatten, wird aber weniger kräftig).
Düngereinsatz:
- Moderat, organischer Dünger (z. B. Kompost) vor der Aussaat.
Empfohlener Dünger:
- Stickstoffbetont (z. B. Brennnesseljauche), Kalium für die Blattbildung
Ist das Anhäufeln von Vorteil: Ja (kann die Standfestigkeit verbessern)
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Gemüse, Salatpflanze
Mit Heilwirkung: Ja (in Maßen)
Wirkstoffe:
- Eisen (wichtig für die Blutbildung)
- Vitamin A (für die Augen und Haut)
- Vitamin C (stärkt das Immunsystem)
- Vitamin K (wichtig für die Blutgerinnung)
- Folsäure (wichtig für Schwangere)
- Oxalsäure (in großen Mengen gesundheitsschädlich)
Anwendungsbereiche:
- Appetitanregend
- Verdauungsfördernd
- Blutreinigend
- Stärkend für Haare und Nägel
Verabreichung: Essen (roh oder gekocht)
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Blätter, junge Stängel
Giftig: Nein (in normalen Mengen)
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Giftiges Bingelkraut (Mercurialis annua) – jedoch deutlich kleiner und weniger saftig.
- Gartenmelde (Atriplex hortensis) – essbar, aber geschmacklich anders.
Verwendung in der Küche:
- Gekocht als Beilage, in Suppen, Eintöpfen, Smoothies oder als gedünstetes Gemüse. Seltener roh, da die Blätter etwas derber sind.
Beste Haltbarmachung:
- Kühlen: Im Kühlschrank 3–5 Tage frisch haltbar (in feuchtem Tuch).
- Einfrieren: Blanchieren und einfrieren (bis zu 12 Monate haltbar).
- Trocknen: Nicht empfehlenswert (verliert Aroma).
- Fermentieren: Als Sauerspinat (ähnlich wie Sauerkraut).
Lagerung der Pflanze:
- Frisch geerntet im Kühlschrank in einem perforierten Beutel oder feuchten Tuch. Nicht waschen, bis kurz vor dem Verzehr.
Das beste Rezept:
- Klassischer Spinat mit Ei und Kartoffeln (wie beim Garten-Spinat)
Die beste Speise: Spinat-Käse-Lasagne oder Spinatstrudel
Das beste Getränk: Grüner Smoothie mit Spinat, Banane und Apfel
Die beste Beilage:
- Zu Eierspeisen, Fisch oder als Beilage zu Kartoffeln und Wurst
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- Dorniger Spinat – Spinacia oleracea var. spinosa
- Winterriesen-Spinat – Spinacia oleracea var. hiemalis
- Früher Riesen-Spinat – Spinacia oleracea var. praecox
- Glatte Blatt-Spinat – Spinacia oleracea var. inermis
- Runzeliger Blatt-Spinat – Spinacia oleracea var. oleracea 'Savoy'
- Neuseeländischer Spinat – Tetragonia tetragonioides (kein echter Spinat, aber ähnlich)
- Gartenmelde – Atriplex hortensis (ersatzweise nutzbar)
- Wildspinat – Chenopodium bonus-henricus (essbar, aber weniger bekannt)
- Mangold – Beta vulgaris subsp. vulgaris (verwandt, aber andere Kulturform)
- Roter Spinat – Spinacia oleracea var. rubra (seltene Zuchtsorte mit rötlichen Blättern)
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Spinacia oleracea var. spinosa (Dorniger Spinat)
- Spinacia oleracea var. hiemalis (Winterspinat)
- Spinacia oleracea var. praecox (Frühspinat)
Drei seltenste Unterarten:
- Spinacia oleracea var. rubra (Roter Spinat)
- Spinacia oleracea var. inermis (Glatte Blatt-Spinat, alte Sorte)
- Wildspinat – Chenopodium bonus-henricus (wird kaum noch angebaut)
Guter Nachbar:
- Erdbeeren, Kohlrabi, Radieschen, Zwiebeln, Karotten, Bohnen
Schlechter Nachbar:
- Kartoffeln, Rote Bete (konkurrieren um Nährstoffe)
Beste Mischkulturen:
- Mit Radieschen (lockern den Boden und markieren die Reihe).
- Mit Zwiebeln (vertreiben Blattläuse).
- Mit Erdbeeren (schützen vor Schnecken).
- Mit Kohlrabi (fördern gegenseitiges Wachstum).
Quellennachweis:
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
- Botanische Gärten und Universitätsinstitute (z. B. Freie Universität Berlin, Botanischer Garten Leipzig)
- Fachliteratur: "Gemüseanbau" von Fritz und Stolze, "Das große Buch der Selbstversorgung" von John Seymour
- Online-Datenbanken: Plants for a Future (PFAF), Europäische Datenbank für Kulturpflanzen (ECPGR)
- Sortenbeschreibungen von Saatgutherstellern wie Bingenheimer Saatgut und Kiepenkerl
- Traditionelle Anbauhandbücher aus Mitteleuropa (z. B. aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert)