Butterhead-Salat (Lactuca sativa var. crispa 'Butterhead')
Der Butterhead-Salat ist ein beliebtes, zartes Blattgemüse mit weichen, buttrigen Blättern, das in Europa weit verbreitet ist und sowohl im Freiland als auch unter Glas angebaut wird.
Name (Deutsch): Butterhead-Salat
Botanischer Name: Lactuca sativa var. crispa 'Butterhead'
Gattung: Lactuca
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Name im Volksmund:
- Buttersalat, Kopfsalat (Butterhead-Typ), Rundkopf-Salat
Wieviele Unterarten in Europa:
- Ca. 10–15 kultivierte Unterarten und Sorten des Kopfsalats (Lactuca sativa), darunter auch der Butterhead-Salat. Wildformen wie Lactuca serriola (Kompasslattich) sind Vorfahren des Kultursalats.
Anbauordnung: Kulturpflanze (Gemüse)
Kulturart: Gemüse
Klimazone: Gemäßigte Zone (optimal: 15–20 °C)
Erntezeitraum:
- Frühjahr: April bis Juni (Vorkultur ab Februar/März).
- Sommer: Mai bis September (mehrmalige Aussaat im Abstand von 2–3 Wochen).
- Herbst: August bis Oktober (für späte Ernte).
- Gewächshaus/Tunnel: Ganzjährig möglich (außer bei extrem hohen Temperaturen).
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Kopfbildung: Butterhead-Salat bildet lockere, runde Köpfe mit weichen, gelblich-grünen bis dunkelgrünen Blättern.
- Schossfestigkeit: Bei zu hohen Temperaturen oder langem Taglicht neigt er zum Schossen (Bildung eines Blütenstängels). Dann werden die Blätter bitter.
- Boden: Bevorzugt lockere, humusreiche, nährstoffreiche Böden mit guter Drainage.
- Licht: Braucht viel Licht, verträgt aber auch Halbschatten (besonders im Sommer).
Bemerkung:
- Einjähriges Kraut, das sich für den Anbau in Beeten, Hochbeeten oder Töpfen eignet.
- Wächst schnell und ist ideal für den Hausgarten oder Balkonanbau.
Bester Fundort in der Natur:
- Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, heute weltweit kultiviert. Wildformen wie Lactuca serriola wachsen an Wegrändern, Schuttplätzen und in lichten Wäldern.
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Gute Nachbarn:
- Radieschen, Karotten, Zwiebeln, Lauch: Lockern den Boden und vertreiben Schädlinge.
- Erbsen, Bohnen: Binden Stickstoff und verbessern die Bodenqualität.
- Kräuter wie Dill, Petersilie oder Kerbel: Lockern den Boden und fördern das Wachstum.
- Schlechte Nachbarn:
- Kohlarten, Spinat: Konkurrieren um Nährstoffe und Wasser.
- Sellerie: Kann Schädlinge anlocken.
- Wirkung: Butterhead-Salat fördert die Bodengesundheit und unterdrückt Unkraut durch schnelles Wachstum.
Blütenbeschreibung:
- Kleine, gelbe, zungenförmige Blüten in körbchenförmigen Blütenständen (typisch für Korbblütler).
- Blütezeit: Juni bis August (wenn die Pflanze nicht geerntet wird).
- Die Blüten sind nektarreich und werden von Bienen und Schwebfliegen bestäubt.
Blattbeschreibung:
- Weiche, glatte bis leicht gewellte Blätter, die locker zu einem runden Kopf angeordnet sind.
- Farbe: Hellgrün bis dunkelgrün, je nach Sorte.
- Textur: Buttrig-zart, saftig, mit mildem Geschmack.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Kurzer, weißlicher Stängel, der sich bei Schossneigung verlängert.
- Wird mit zunehmendem Alter holzig und bitter.
Samenbeschreibung:
- Kleine, schwarze, eiförmige Achänen (fälschlich als "Samen" bezeichnet), die mit einem Pappus (Haarkranz) ausgestattet sind, um vom Wind verbreitet zu werden.
- Keimfähig: 3–5 Jahre (bei trockener, kühler Lagerung).
Art der Wurzler: Flachwurzelnd (bis 20 cm tief, aber weit verzweigt).
Geruch der Pflanze: Neutral, leicht grasig-herb.
Geschmack der Pflanze:
- Mild, buttrig, leicht nussig, mit einer feinen Säure.
Lebenszeitspanne: Einjährig (ca. 8–12 Wochen bis zur Ernte).
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Schädlinge: Blattläuse, Schnecken, Erdflöhe, Weiße Fliege, Salatwurzellaus.
- Nützlinge fördern: Marienkäfer, Schlupfwespen, Vögel, Laufkäfer, Florfliegen.
- Vorbeugung:
o Fruchtfolge: Nicht nach anderen Korbblütlern anbauen.
o Mischkultur: Mit Radieschen, Zwiebeln oder Karotten.
o Netze: Gegen Schnecken und Insekten.
o Neemöl oder Schmierseifenlösung: Gegen Blattläuse und Pilzbefall.
o Knoblauchjauche: Als natürliches Pestizid.
Keimer Art:
- Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen, aber die Aussaat sollte leicht mit Erde bedeckt werden).
Keimdauer: 7–14 Tage (bei 15–20 °C).
Keimtemperatur: Optimal 15–20 °C.
Keimvorbereitung:
- Samen 12 Stunden in Wasser einweichen (beschleunigt die Keimung).
- Keine spezielle Vorbereitung nötig, aber gleichmäßige Feuchtigkeit ist wichtig.
Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre (bei trockener, kühler Lagerung).
Aussaatzeitraum:
- Frühjahr: März bis April (Vorkultur) oder direkt ins Freiland ab April.
- Sommer: Mai bis Juli (mehrmalige Aussaat für kontinuierliche Ernte).
- Herbst: August bis September (für späte Ernte).
- Vorkultur: Februar bis März (für frühe Ernte).
Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm.
Abstand in der Reihe: 20–30 cm.
Abstand zur nächsten Pflanze: 25–30 cm.
Samen pro Pflanzloch: 3–5 Samen (später auf 1–2 Pflanzen vereinzeln).
Bevorzugte Beet Art:
- Gemüsebeet, Hochbeet, Mischkulturbeet, Balkonkasten, Kübel.
Idealer Boden:
- Lockere, humusreiche, nährstoffreiche Böden, pH-Wert 6,0–7,0.
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,0 (neutral bis leicht sauer).
Gießverhalten:
- Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden (Blätter nicht nass gießen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen).
Sonnenbedarf:
- Volle Sonne bis Halbschatten (im Sommer vor praller Mittagssonne schützen).
Düngereinsatz:
- Mittel, organisch bei Bedarf (z. B. Kompost oder Hornspäne).
Empfohlener Dünger:
- Stickstoffbetont (z. B. Brennnesseljauche), Kalium und Phosphor in Maßen.
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein.
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein.
Ist ein Spalier notwendig: Nein.
Krautzuordnung: Gemüse, Küchenkraut
Mit Heilwirkung: Ja (in der Volksmedizin)
Wirkstoffe:
- Lactucarium (beruhigender Wirkstoff, ähnlich wie Opium, aber schwächer).
- Vitamin A, C, K, Folsäure, Kalium, Calcium.
- Inulin (Ballaststoff, fördert die Verdauung).
Anwendungsbereiche:
- Beruhigend bei Unruhe und Schlafstörungen (als Tee aus getrockneten Blättern).
- Förderung der Verdauung.
- Traditionell bei Husten und Halsschmerzen (als Sirup).
Verabreichung:
- Essen (roh, gedünstet), trinken (Tee aus getrockneten Blättern).
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Blätter, Stängel (roh oder gegart).
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine
Verwechslungsgefahr mit:
- Gift-Lattich (Lactuca virosa): Enthält höhere Mengen an Lactucarium und ist leicht giftig. Blätter sind dunkler und weniger saftig.
- Kompasslattich (Lactuca serriola): Wilde Vorform des Kultursalats, essbar, aber weniger schmackhaft.
- Löwenzahn (Taraxacum officinale): Blätter sehen ähnlich aus, sind aber gezackt und bitterer.
Verwendung in der Küche:
- Roh in Salaten (klassisch mit Essig-Öl-Dressing, Tomaten, Gurken oder Avocado).
- Als Beilage zu Fleisch, Fisch oder Eierspeisen.
- In Sandwiches, Wraps oder als Garnitur.
- Gedünstet oder kurz in der Pfanne angebraten (z. B. mit Knoblauch und Olivenöl).
- Traditionell in der französischen Küche ("Salade Lyonnaise" mit Speck und Ei).
Beste Haltbarmachung:
- Frisch: Im Kühlschlagfach (in einem perforierten Beutel mit Küchenpapier) 5–7 Tage.
- Eingefroren: Blanchieren und in Eiswasser abschrecken, dann einfrieren (verliert aber etwas an Biss).
- Eingemacht: Als fermentierter Salat (z. B. in Salzlake oder Essig).
Lagerung der Pflanze:
- Frisch: Ungewaschen in einem feuchten Tuch im Gemüsefach des Kühlschranks.
- Getrocknet: Für Tee (Blätter bei 40 °C trocknen und dunkel lagern).
- Eingefroren: Bis zu 6 Monate.
Das beste Rezept:
- Butterhead-Salat mit Honig-Senf-Dressing, Walnüssen und Ziegenkäse
Die beste Speise: Butterhead-Salat-Tarte mit Speck und Gruyère
Das beste Getränk:
- Grüner Smoothie mit Butterhead-Salat, Apfel und Ingwer
Die beste Beilage:
- Zu gegrilltem Lachs, Hähnchen, Kartoffelgerichten oder als Basis für herzhafte Tarte.
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- Butterhead-Salat – Lactuca sativa var. crispa 'Butterhead'
- Eisbergsalat – Lactuca sativa var. capitata 'Iceberg'
- Romana-Salat – Lactuca sativa var. longifolia 'Romaine'
- Lollo Rosso – Lactuca sativa var. crispa 'Lollo Rosso'
- Lollo Bionda – Lactuca sativa var. crispa 'Lollo Bionda'
- Batavia-Salat – Lactuca sativa var. capitata 'Batavia'
- Kopfsalat – Lactuca sativa var. capitata 'Kopfsalat'
- Pflücksalat – Lactuca sativa var. crispa 'Pflücksalat'
- Schnittsalat – Lactuca sativa var. secalina 'Schnittsalat'
- Wildform (Kompasslattich) – Lactuca serriola
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Lactuca sativa var. crispa 'Butterhead' (Butterhead-Salat)
- Lactuca sativa var. capitata 'Kopfsalat' (klassischer Kopfsalat)
- Lactuca sativa var. longifolia 'Romaine' (Romana-Salat)
Drei seltenste Unterarten in Europa:
- Lactuca sativa var. asparagina 'Stengelsalat' (selten, wird wie Spargel verwendet)
- Lactuca sativa var. sativa 'Olmilchsalat' (traditionelle Sorte mit hohem Milchsaftgehalt)
- Lactuca sativa var. crispa 'Salad Bowl' (seltenere Pflücksalat-Sorte)
Guter Nachbar:
- Radieschen, Karotten, Zwiebeln, Lauch, Erbsen, Bohnen, Spinat (in Maßen), Dill, Petersilie, Kerbel.
Schlechter Nachbar:
- Kohlarten, Sellerie, andere Korbblütler (z. B. Endivie, Chicorée).
Beste Mischkulturen:
- Butterhead-Salat + Radieschen: Radieschen markieren die Reihen und lockern den Boden.
- Butterhead-Salat + Karotten: Karotten lockern den Boden und vertreiben Schädlinge.
- Butterhead-Salat + Zwiebeln/Lauch: Schützen vor Schädlingen wie Blattläusen.
- Butterhead-Salat + Erbsen/Bohnen: Binden Stickstoff und verbessern die Bodenqualität.
- Butterhead-Salat + Dill/Petersilie: Lockern den Boden und fördern das Wachstum.
Quellennachweis:
- Lohmeyer, M. & Meyer, M. (2006): Gemüseanbau. Ulmer Verlag.
- Kayser, B. (2012): Handbuch Bio-Gemüseanbau. pala Verlag.
- Pahlow, M. (2013): Das große Buch der Heilpflanzen. Weltbild Verlag.
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE): Gemüseanbau-Richtlinien.
- European Plant Protection Organisation (EPPO): Datenbank zu Asteraceae.
- Samenfest: Sortenbeschreibungen und Anbauhinweise zu Salatsorten.
- Deutsche Gartenbau-Gesellschaft (DGG): Empfehlungen für den Salatanbau.