Echter Wundklee (Anthyllis vulneraria)
Der Echte Wundklee ist eine mehrjährige, krautige Pflanze mit langer Tradition in der Volksmedizin. Er ist in Europa weit verbreitet und bekannt für seine heilenden Eigenschaften bei Wunden und Hautproblemen.
Name (Deutsch): Echter Wundklee
Botanischer Name: Anthyllis vulneraria
Gattung: Anthyllis
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Name im Volksmund: Wundklee, Wundheilpflanze
Wieviele Unterarten gibt es in Europa:
- Ca. 30 Unterarten und Varietäten, je nach Quelle und Region
Anbauordnung: Wildpflanze, gelegentlich Kulturpflanze
Kulturart: Wiesenpflanze / Wildkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: Mai bis September
Zehrer Art: Schwach Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Pflanze enthält Gerbstoffe, wirkt adstringierend; nicht in großen Mengen innerlich anwenden ohne Fachberatung
Bemerkung: Anspruchslos, bevorzugt magere, kalkhaltige Böden
Bester Fundort in der Natur:
- Trockenrasen, Magerrasen, Kalkböden, Wegränder
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Fördert Biodiversität, keine negativen Effekte bekannt
Blütenbeschreibung:
- Kugelige, gelb bis orange Blütenköpfe, oft mit roten oder braunen Flecken
Blattbeschreibung:
- Gefiederte Blätter mit 3–7 Fiederblättchen, graugrün, behaart
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Aufrechter, verzweigter Stängel, meist behaart
Samenbeschreibung: Kleine, braune Hülsenfrüchte mit 1–2 Samen
Art der Wurzler: Tiefwurzelnd
Geruch der Pflanze: Schwach, leicht würzig
Geschmack der Pflanze: Bitter bis herb
Lebenszeitspanne: Mehrjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Keine direkte Wirkung bekannt, fördert Insektenvielfalt
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 10–20 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung:
- Samen vor der Aussaat kurz anrauen oder in warmem Wasser einweichen
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühling bis Frühsommer (März bis Juni)
Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm
Samen pro Pflanzloch: 1–2
Bevorzugte Beet Art: Magere, gut durchlässige Beete oder Naturgärten
Idealer Boden: Kalkhaltig, sandig bis lehmig, nährstoffarm bis mäßig
pH-Wert des Bodens: 6,5–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)
Gießverhalten: Trockenheitsverträglich, mäßig gießen
Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig
Düngereinsatz: Nicht erforderlich
Empfohlener Dünger: Nicht relevant
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Wildkraut, Wiesenpflanze, Heilpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, ätherische Öle
Anwendungsbereiche: Wundheilung, Hautentzündungen, Blutstillung
Verabreichung: Umschläge, Auflagen, Tinkturen, äußerlich
Essbar: Nein (keine kulinarische Nutzung)
Welche essbaren Teile: Nicht relevant
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Andere Hülsenfrüchtler, z.B. Hornklee (Lotus)
Verwendung in der Küche: Nicht üblich
Beste Haltbarmachung: Getrocknet, lichtgeschützt lagern
Lagerung der Pflanze:
- Getrocknete Blätter und Blüten in luftdichten Behältern
Das beste Rezept: Nicht kulinarisch, sondern als Heiltee oder Umschlag
Die beste Speise: Nicht zutreffend
Das beste Getränk: Wundklee-Tee (äußerlich angewendet)
Die beste Beilage: Nicht zutreffend
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- Echter Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. vulneraria
- Berg-Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. alpestris
- Zwergwundklee – Anthyllis vulneraria subsp. nana
- Molliger Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. mollis
- Gelbblütiger Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. citrina
- Roter Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. rubriflora
- Südlicher Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. corsica
- Alpen-Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. alpicola
- Felsen-Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. saxatilis
- Steppen-Wundklee – Anthyllis vulneraria subsp. stepposa
3 häufig vorkommende Unterarten:
- Anthyllis vulneraria subsp. vulneraria
- Anthyllis vulneraria subsp. alpestris
- Anthyllis vulneraria subsp. mollis
3 seltene Unterarten:
- Anthyllis vulneraria subsp. corsica
- Anthyllis vulneraria subsp. alpicola
- Anthyllis vulneraria subsp. stepposa
Guter Nachbar: Wildkräuter, Gräser, andere Hülsenfrüchtler
Schlechter Nachbar:
- Starkzehrende Pflanzen, die Konkurrenz verursachen
Beste Mischkulturen:
- Naturgärten, Wildblumenwiesen mit anderen trockenheitsverträglichen Kräutern
Quellennachweis:
- "Heilpflanzen der Heimat" von Hager
- "Flora Europaea"
- Botanischer Garten Berlin-Dahlem
- Diverse Kräuter- und Heilpflanzenportale