Ananas (Ananas comosus – auch bekannt als Kultur-Ananas)


Die Ananas ist eine exotische, mehrjährige Pflanze, die für ihre süß-säuerlichen, saftigen Früchte bekannt ist. Sie stammt aus Südamerika und wird in Europa vor allem in warmen Klimazonen oder als Topfpflanze angebaut.


Name (Deutsch): Ananas

Botanischer Name: Ananas comosus

Gattung: Ananas

Pflanzenfamilie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)

Name im Volksmund: Kultur-Ananas, Pineapple (engl.), Ananas-Ananas (selten)

Wieviele Unterarten in Europa: Ca. 5–7 Sorten und Varietäten, regional unterschiedlich


Anbauordnung:

-      Kulturpflanze (Tropen- und Subtropenpflanze), Zierpflanze (Blätterformen), gelegentlich Gewächshauspflanze

Kulturart: Staude / Zimmerpflanze / Obstgehölz

Klimazone: Tropisch bis subtropisch (optimal in Klimazonen 10–12)

Erntezeitraum:

-      Tropen/Subtropen: Ganzjährig, Hauptsaison: März–Juni.

-      Gewächshaus/Kultur in Europa: August–Oktober (bei optimalen Bedingungen).

Zehrer Art: Mittel Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Braucht volle Sonne, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit.

-      Boden sollte locker, nährstoffreich und gut drainiert sein.

-      Staunässe vermeiden – Wurzelfäulegefahr!

-      Frostempfindlich – in Europa nur als Kübelpflanze oder im Gewächshaus.

-      Blütezeitpunkt ist schwer vorhersehbar (kann 1,5–3 Jahre dauern).

Bemerkung:

-      Ananas bildet keine Samen in der Frucht (parthenokarp).

-      Vermehrung erfolgt über Kindel (Seitentriebe) oder Kronenstecklinge.

-      Lebensdauer: 3–5 Jahre (als Kulturpflanze).

Bester Fundort in der Natur:

-      Wildformen wachsen in trockenen Savannen und lichten Wäldern Südamerikas.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit:

o   Tropischen Pflanzen wie Orchideen oder Zitruspflanzen.

o   Kräutern wie Minze oder Basilikum (vertreiben Schädlinge).

o   Blumen wie Bromelien oder Orchideen (fördern Biodiversität).

-      Fördert die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus.


Blütenbeschreibung:

-      Violett-rosa Blüten in dichten, zapfenförmigen Blütenständen (bis zu 10 cm lang).

-      Blütezeit: Nach 1,5–3 Jahren (bei optimalen Bedingungen).

-      Duft: Süßlich, blumig.

Blattbeschreibung:

-      Lanzettlich, lang und schmal, dornig gezackt, grün bis blaugrün.

-      Blätter sind rosettenförmig angeordnet und speichern Wasser.

-      Im Alter rötlich-braun.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Kurzer, dicker Stamm mit fleischigen Blättern.

-      Fruchtstand entwickelt sich aus dem Zentrum der Blattrosette.

-      Wächst als mehrjährige Staude.

Samenbeschreibung:

-      Keine Samen in der Frucht (parthenokarp – kernlose Früchte).

-      Vermehrung erfolgt über Kindel (Seitentriebe) oder Kronenstecklinge.

Art der Wurzler: Flachwurzelnd (breites, oberflächliches Wurzelsystem)


Geruch der Pflanze:

-      Blüten: Süßlich, blumig, intensiv duftend.

-      Frische Früchte: Fruchtig, süß-säuerlich.

-      Blätter: Leicht harzig, wenn zerrieben.

Geschmack der Pflanze:

-      Essbare Teile: Reife Früchte (süß-säuerlich, saftig, aromatisch).

-      Giftige Teile: Grüne Pflanzenteile können Reizungen verursachen (Bromelain-Enzym).

Lebenszeitspanne: 3–5 Jahre (als Kulturpflanze)

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Förderung von Nützlingen wie Schmetterlingen (lockt Bestäuber an).

-      Mischkultur mit unempfindlichen Pflanzen wie Kräutern oder Blumen.

-      Keine chemischen Pestizide – natürliche Resistenz gegen Schädlinge.


Keimer Art: Keine Keimung aus Samen (parthenokarp – kernlose Früchte)

Vermehrung:

-      Kindel (Seitentriebe) oder Kronenstecklinge verwenden.

-      Stecklinge werden nach der Ernte der Frucht abgetrennt und eingepflanzt.

Keimfähigkeit in Jahren: Nicht anwendbar


Aussaatzeitraum:

-      Nicht aus Samen, sondern über Kindel oder Stecklinge.

Aussaat Tiefe: Nicht anwendbar

Abstand in der Reihe: 50–100 cm (als Topfpflanze)

Abstand zur nächsten Pflanze: 100–150 cm (im Gewächshaus)

Stecklinge pro Pflanzloch: 1–2


Bevorzugte Beet Art: Gewächshaus, Topfkultur, Wintergarten, Terrassenkultur

Idealer Boden: Locker, nährstoffreich, gut drainiert, sandig-lehmig

pH-Wert des Bodens: 4,5–6,0 (sauer bis neutral)


Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe!

Sonnenbedarf: Volle Sonne (mindestens 6–8 Stunden täglich)

Düngereinsatz:

-      Flüssigdünger für Bromelien oder Orchideen alle 2–4 Wochen.

-      Kompost im Frühjahr.

Empfohlener Dünger: Bromelien-Dünger, Orchideen-Dünger, Kompost


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: Nein


Krautzuordnung: Staude / Zimmerpflanze / Obstgehölz

Mit Heilwirkung: Ja

Wirkstoffe:

-      Bromelain (Enzym), Vitamin C, Mangan, Ballaststoffe, Flavonoide.

Anwendungsbereiche:

-      Entzündungshemmend, verdauungsfördernd, immunstärkend, unterstützend bei Wundheilung.

Verabreichung:

-      Essen (frische Früchte, Saft).

-      Topische Anwendung (Bromelain-haltige Cremes für Hautentzündungen).


Essbar: Ja

Welche essbaren Teile:

-      Reife Früchte (Fleisch und Saft).

-      Junge Blätter (für Tee, in Maßen).

Giftig: Ja (grüne Pflanzenteile und Schale)

Welche giftigen Teile:

-      Grüne Pflanzenteile (Bromelain-Enzym).

-      Schale (kann Hautreizungen verursachen).

Verwechslungsgefahr mit:

-      Zier-Ananas (Ananas comosus 'Variegatus'): Ungiftig, aber nicht essbar.

-      Bromelien (andere Arten der Familie Bromeliaceae): Keine essbaren Früchte.


Verwendung in der Küche:

-      Frischverzehr, Obstsalate, Smoothies, Desserts, Marmelade, Saft, Ananas-Likör, Trockenfrüchte, Ananas-Pizza, Curry-Gerichte, Grillfrüchte.

-      Ananas-Saft eignet sich für Cocktails (z. B. Piña Colada).

-      Ananas-Pizza (klassisch mit Schinken und Käse).

Beste Haltbarmachung:

-      Einkochen, Einfrieren, Trocknen, Fermentieren (z. B. Likör).

Lagerung der Pflanze:

-      Frische Ananas: Kühl (5–10 °C) und trocken lagern (max. 1–2 Wochen).

-      Verarbeitete Produkte: Dunkel, kühl und trocken (z. B. Marmelade oder Saft).


Das beste Rezept: Hawaiianische Piña Colada

Die beste Speise: Gegrillte Ananas mit Honig und Vanilleeis

Das beste Getränk: Ananassaft oder Ananas-Limonade

Die beste Beilage: Zu herzhaften Gerichten (z. B. Curry) oder Desserts


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Kultur-Ananas – Ananas comosus var. comosus

-      Zier-Ananas – Ananas comosus 'Variegatus'

-      Mini-Ananas – Ananas comosus 'Mini'

-      Rote Ananas – Ananas comosus 'Red'

-      Goldene Ananas – Ananas comosus 'Gold'

-      Dornenlose Ananas – Ananas comosus 'Smooth Cayenne'

-      Queen-Ananas – Ananas comosus 'Queen'

-      Singapore-Spanish-Ananas – Ananas comosus 'Singapore Spanish'

-      Abacaxi-Ananas – Ananas comosus 'Abacaxi'

-      Bracteatus-Ananas – Ananas comosus 'Bracteatus' (Zierform)


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Ananas comosus var. comosus (Kultur-Ananas)

-      Ananas comosus 'Smooth Cayenne' (dornenlose Ananas)

-      Ananas comosus 'Queen' (süße, goldene Ananas)


Drei seltenste Unterarten in Europa:

-      Ananas comosus 'Red' (rote Ananas)

-      Ananas comosus 'Bracteatus' (Zier-Ananas)

-      Ananas comosus 'Abacaxi' (exotische Sorte)


Guter Nachbar:

-      Tropische Pflanzen: Orchideen, Zitruspflanzen, Bromelien.

-      Kräuter: Minze, Basilikum (vertreiben Schädlinge).

-      Blumen: Orchideen, Farne (fördern die Luftfeuchtigkeit).

Schlechter Nachbar:

-      Kartoffeln: Konkurrenz um Nährstoffe und Wasser.

-      Tomaten: Konkurrenz um Nährstoffe.

-      Walnuss (Juglans regia): Juglon hemmt das Wachstum.

Beste Mischkulturen:

-      Gewächshaus: Kombination mit Orchideen oder Zitruspflanzen.

-      Kräuter: Minze oder Basilikum in der Nähe (schützen vor Schädlingen).

-      Blumen: Bromelien oder Farne (fördern die Luftfeuchtigkeit).


Quellennachweis:

-      Flora Europaea (Royal Botanic Garden Edinburgh)

-      Tropische Nutzpflanzen: Anbau und Verwendung (Ulmer Verlag)

-      Bromelien: Arten, Sorten, Verwendung (Eugen Ulmer KG)

-      Pflanzenatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (BfN)

-      Heimische Nutzpflanzen und ihre Verwendung (Julius Kühn-Institut)

-      Wildobst: Arten, Sorten, Verwendung (Stahl/Buch)

-      Die große Enzyklopädie der tropischen Pflanzen (Ulmer Verlag)

-      Sortenratgeber für Ananas (Julius Kühn-Institut)

-      Ananasanbau in Gewächshäusern (Forschungsberichte)