Die Johanniskräuter – auch Hartheugewächse genannt – sind eine Gattung aus der Familie der Johanniskrautgewächse (Hypericaceae), zu der insgesamt rund 450 Arten zählen. Ihren Namen verdanken sie der Tatsache, dass sie rund um den Johannistag ihre Blüten öffnen.
Alle Johanniskraut-Arten bilden schalenartige Blüten mit jeweils fünf Blütenblättern, die sich in unseren Breitengraden meist um den Johannistag (24. Juni) öffnen – was den deutschen Namen der Gattung erklärt.
Daneben ist noch das Zitronen-Johanniskraut (Hypericum hircinum) als duftende Teepflanze relevant, das als Halbstrauch 50 bis 100 Zentimeter hoch wird. Weiterhin wird das Blut-Johanniskraut (Hypericum andosaemum ‘Orange Flair’) angeboten, welches nach der Blüte hübsche orangerote Früchte bildet.
In größerem Stil angebaut wird zudem das medizinisch genutzte Tüpfel- oder Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), das schon seit der Antike als Tee gegen leichte depressive Verstimmungen eingesetzt wird. Eine regelmäßige Einnahme von Johanniskaut als Heilpflanze sollte aber immer nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Name (Deutsch): Echte Johanniskraut
Botanischer Name: Hypericum perforatum
Gattung: Hypericum
Pflanzenfamilie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)
Name im Volksmund: Tüpfel-Johanniskraut, Tüpfel-Hartheu
Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 10 Unterarten
Anbauordnung: Kulturpflanze, Wildpflanze
Kulturart: Kräuter, Wildpflanze
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: Mai bis Juli (Blütezeit)
Zehrer Art: schwach Zehrer bis Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Enthält photosensibilisierende Wirkstoffe, daher bei Anwendung Sonnenschutz beachten
Bemerkung: Mehrjährig, robust, bevorzugt sonnige, trockene Standorte
Bester Fundort in der Natur: Magere Wiesen, Wegränder, trockene, sonnige Böden
Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit Kräutern wie Salbei und Thymian; kann konkurrenzstark sein und andere Pflanzen verdrängen
Blütenbeschreibung: Kleine, leuchtend gelbe Blüten mit schwarzen Punkten an den Blütenblatträndern, fünfzählig
Blattbeschreibung: Gegenständig, länglich, mit durchscheinenden Öldrüsen („Perforationen“)
Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrecht, vierkantig, verzweigt
Samenbeschreibung: Kleine, braune Samen
Art der Wurzler: Tiefwurzelnd
Geruch der Pflanze: Leicht aromatisch, herb
Geschmack der Pflanze: Bitter
Lebenszeitspanne: Mehrjährig, bis zu mehreren Jahren
Ökologische Schädlingsbekämpfung: Fördert Nützlinge, keine spezifische Schädlingsbekämpfung notwendig
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 2 bis 4 Wochen
Keimtemperatur: 15 bis 20 °C
Keimvorbereitung: Kaltkeimung (Stratifizierung) empfohlen
Keimfähigkeit in Jahren: 1 bis 2 Jahre
Aussaatzeitraum: März bis April
Aussaat Tiefe: Sehr flach, Samen nur leicht bedecken
Abstand in der Reihe: 20 bis 30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30 bis 40 cm
Samen pro Pflanzloch: 2 bis 3
Bevorzugte Beet Art: Locker, gut durchlässig
Idealer Boden: Mager, sandig bis lehmig, gut drainiert
pH-Wert des Bodens: 5,5 bis 7,5 (leicht sauer bis neutral)
Gießverhalten: Mäßig, trockenheitsverträglich
Sonnenbedarf: Volle Sonne bis Halbschatten
Düngereinsatz: Gering, Kompost empfohlen
Empfohlener Dünger: Organischer Dünger oder Kompost in kleinen Mengen
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Wild- und Heilpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, ätherische Öle
Anwendungsbereiche: Behandlung von leichten Depressionen, Nervosität, Wundheilung, Entzündungen
Verabreichung: Tinkturen, Tees, Umschläge, Öle
Essbar: Ja, in kleinen Mengen
Welche e-Teile: Blätter, Blüten
Giftig: Ja, bei unsachgemäßer Anwendung (Photosensibilisierung)
Welche g-Teile: Ganze Pflanze bei falscher Anwendung
Verwechslungsgefahr mit: Hypericum maculatum (Geflecktes Johanniskraut) und anderen Hypericum-Arten
Verwendung in der Küche: Selten, meist als Heilpflanze genutzt
Beste Haltbarmachung: Luftgetrocknet an schattigem, luftigen Ort
Lagerung der Pflanze: Trocken, dunkel, luftdicht
Das beste Rezept: Johanniskrautöl (Blüten in Öl ausziehen lassen)
Die beste Speise: Nicht primär für Speisen genutzt
Das beste Getränk: Johanniskrauttee
Die beste Beilage: Nicht üblich
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- 1. Echte Johanniskraut – Hypericum perforatum subsp. perforatum
- 2. Veroneser Johanniskraut – Hypericum perforatum subsp. veronense
- 3. Schmalblättriges Johanniskraut – Hypericum perforatum subsp. angustifolium
- 4. Hypericum perforatum subsp. songaricum
- 5. Hypericum perforatum subsp. chinense
- 6. Hypericum perforatum subsp. webbii
- 7. Hypericum perforatum subsp. microsepalum
- 8. Hypericum perforatum subsp. boissieri
- 9. Hypericum perforatum subsp. chinense var. majus
- 10. Hypericum perforatum subsp. elongatum
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- - H. perforatum subsp. perforatum
- - H. perforatum subsp. veronense
- - H. perforatum subsp. angustifolium
Drei seltenst vorkommende Unterarten:
- - H. perforatum subsp. boissieri
- - H. perforatum subsp. webbii
- - H. perforatum subsp. microsepalum
Guter Nachbar: Salbei, Thymian, Lavendel (fördern gegenseitiges Wachstum)
Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen wie Tomaten oder Kohl (Konkurrenz um Nährstoffe)
Beste Mischkulturen: Kräuterbeete mit Salbei, Thymian, Rosmarin, Lavendel
Quellennachweis:
- - Wikipedia: Hypericum perforatum
- - NABU Baden-Württemberg
- - krautundrueben.de
- - gartenfreud-gartenleid.de
- - 7000schmetterlinge.de