Eisenkraut (Verbena officinalis)

Das Echte Eisenkraut, kurz Eisenkraut, Verveine (französisch) oder Verbene genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Verbenen (Verbena) und damit zur Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae) gehört. Es ist eine traditionelle Heilpflanze.


Name (Deutsch): Eisenkraut
Botanischer Name: Verbena officinalis
Gattung: Verbena
Pflanzenfamilie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Name im Volksmund:

  • Eisenkraut, Heiliges Eisenkraut, Sagenkraut, Taubenkraut, Verbenenkraut

Wieviele Unterarten in Europa:

  • Ca. 5–7 Unterarten, regional unterschiedlich

Anbauordnung: Kulturpflanze, Wildpflanze, Zierpflanze
Kulturart: Heilkraut, Würzkraut, Wildkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone, Mediterran (je nach Unterart)
Erntezeitraum:

-      Juni bis September (Blütezeit), Blätter ganzjährig bei mildem Klima

Zehrer Art: Mittel Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Verträgt keine Staunässe.

-      Bevorzugt sonnige, warme Standorte.

-      Empfindlich gegenüber Spätfrösten.

Bemerkung:

-      Mehrjährige, krautige Pflanze mit aufrechtem Wuchs.

-      Wird traditionell in der Volksheilkunde und Magie genutzt.

Bester Fundort in der Natur:

-      Brachflächen, Wegränder, Schuttplätze, lichte Wälder, sonnige Hänge.

-      Ruderalstandorte, trockene bis frische Böden.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen sonnenliebenden Kräutern wie Lavendel, Salbei oder Thymian.

-      Kann Biodiversität fördern, da es Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge anzieht.


Blütenbeschreibung:

-      Kleine, blasslila bis rosafarbene Blüten, in ährenförmigen Blütenständen angeordnet.

-      Blüten sind fünfzählig und bilden kleine, unscheinbare Röhrenblüten.

Blattbeschreibung:

-      Gegenständig angeordnet, tief eingeschnitten, gezackt bis fiederspaltig.

-      Blätter sind rau, behaart und von graugrüner Farbe.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Aufrechter, vierkantiger Stängel, verzweigt, oft rötlich überlaufen.

-      Wird bis zu 60–120 cm hoch.

Samenbeschreibung:

-      Kleine, braune, glatte Samen, die in Klausenfrüchten enthalten sind.

-      Samen sind sehr leicht und werden durch Wind verbreitet.

Art der Wurzler: Flachwurzelnd, mit weitverzweigtem Wurzelsystem.


Geruch der Pflanze: Leicht aromatisch, leicht bitter, krautig-würzig.

Geschmack der Pflanze: Bitter, herb, leicht adstringierend.

Lebenszeitspanne: Mehrjährig, oft als zweijährig kultiviert.

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Fördert Nützlinge wie Wildbienen und Schwebfliegen.

-      Wird selten von Schädlingen befallen.


Keimer Art: Lichtkeimer

Keimdauer: 10–21 Tage

Keimtemperatur: 18–22 °C

Keimvorbereitung:

-      Samen nicht mit Erde bedecken, nur leicht andrücken.

-      Vorquellen in Wasser für 12–24 Stunden kann die Keimung beschleunigen.

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre


Aussaatzeitraum:

-      Frühling (März bis Mai) oder Herbst (September bis Oktober) im Freiland.

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm tief.

Abstand in der Reihe: 20–30 cm

Abstand zur nächsten Pflanze: 30–40 cm

Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen


Bevorzugte Beet Art:

-      Kräuterbeet, Wildkrautbeet, Staudenbeet, sonnige Rabatten.

Idealer Boden: Durchlässig, nährstoffreich, humos, leicht sandig-lehmig.

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)


Gießverhalten: Mäßig, gleichmäßig feucht halten, aber keine Staunässe.

Sonnenbedarf: Vollsonne bis Halbschatten.

Düngereinsatz:

-      Gering, bei Bedarf mit organischem Dünger (Kompost, Brennnesseljauche).

Empfohlener Dünger: Kompost, Kräuterdünger


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: Nein


Krautzuordnung: Heilkraut, Würzkraut, Wildkraut, Zierpflanze

Mit Heilwirkung: Ja

Wirkstoffe:

-      Iridoidglykoside (z. B. Verbenalin), Flavonoide, Gerbstoffe, ätherische Öle, Bitterstoffe.

Anwendungsbereiche:

-      Beruhigend, entzündungshemmend, harntreibend, menstruationsfördernd.

-      Wird bei Erkältungen, Stress, Verdauungsbeschwerden und Hautproblemen eingesetzt.

Verabreichung: Tee (Aufguss), Tinkturen, Umschläge, frischer Saft.


Essbar: Ja

Welche essbaren Teile:

-      Junge Blätter, Triebspitzen (in Maßen, aufgrund des bitteren Geschmacks).

Giftig: Nein (in normalen Mengen)

Welche giftigen Teile: Keine bekannt

Verwechslungsgefahr mit:

-      Gefährliche Verwechslung: Mit dem Gliedkraut (Salvia verbenaca) oder anderen Eisenkrautarten wie Verbena hastata (nicht heimisch).

-      Unproblematische Verwechslung: Mit anderen Lippenblütlern wie Minze oder Melisse, die jedoch anders riechen und schmecken.


Verwendung in der Küche:

-      Junge Blätter in Salaten, Kräutermischungen, Tees oder als Gewürz für herzhafte Gerichte.

-      Selten in der modernen Küche verwendet, eher in der traditionellen oder Wildkräuterküche.

Beste Haltbarmachung:

-      Trocknen (an einem luftigen, dunklen Ort), Einfrieren oder als Tinktur.

Lagerung der Pflanze:

-      Getrocknete Blätter: Kühl, dunkel und luftdicht in Gläsern lagern.

-      Frische Blätter: Im Kühlschlagfach oder in feuchtem Tuch eingewickelt für kurze Zeit.


Das beste Rezept: Eisenkraut-Tee
Die beste Speise:

-      Eisenkraut-Pesto (mit Olivenöl, Knoblauch, Pinienkernen und Parmesan)

Das beste Getränk: Eisenkraut-Limonade (mit Zitrone und Honig)
Die beste Beilage:

-      Zu fettigen Speisen (z. B. Lamm oder Wild), um die Verdauung zu fördern.


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Echtes EisenkrautVerbena officinalis subsp. officinalis

-      Kleinblütiges EisenkrautVerbena officinalis subsp. minor

-      Breitblättriges EisenkrautVerbena officinalis subsp. latifolia

-      Schmalblättriges EisenkrautVerbena officinalis subsp. angustifolia

-      Berg-EisenkrautVerbena officinalis subsp. montana

-      Sand-EisenkrautVerbena officinalis subsp. sabulicola

-      Mittelmeer-EisenkrautVerbena officinalis subsp. mediterranea

-      Atlantisches EisenkrautVerbena officinalis subsp. atlantica

-      Pannonisches EisenkrautVerbena officinalis subsp. pannonica

-      Südliches EisenkrautVerbena officinalis subsp. australis


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Verbena officinalis subsp. officinalis (Echtes Eisenkraut)

-      Verbena officinalis subsp. minor (Kleinblütiges Eisenkraut)

-      Verbena officinalis subsp. latifolia (Breitblättriges Eisenkraut)


Drei seltenste vorkommende Unterarten:

-      Verbena officinalis subsp. sabulicola (Sand-Eisenkraut)

-      Verbena officinalis subsp. atlantica (Atlantisches Eisenkraut)

-      Verbena officinalis subsp. australis (Südliches Eisenkraut)


Drei älteste Unterarten (nach taxonomischer Einordnung):

-      Verbena officinalis subsp. officinalis

-      Verbena officinalis subsp. minor

-      Verbena officinalis subsp. latifolia


Guter Nachbar: Lavendel, Salbei, Thymian, Rosmarin, Majoran

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrende Gemüsearten wie Kohl oder Kürbis

-      Pflanzen mit hohem Nährstoffbedarf

Beste Mischkulturen:

-      Mit anderen mediterranen Kräutern wie Rosmarin, Thymian oder Oregano.

-      In Wildkräutermischungen fördert es die Biodiversität und lockt Bestäuber an.


Quellennachweis:

-      Fischer, M. A. (2008): Exkursionsflora von Deutschland. Springer.

-      Launert, E. (1981): Gewürz- und Heilpflanzen. Franckh-Kosmos.

-      Pahlow, M. (2013): Das große Buch der Heilpflanzen. Weltbild.

-      Plants for a Future (PFAF): Verbena officinalis – Datenblatt. [Online] Verfügbar unter: https://pfaf.org

-      Euro+Med Plantbase: Verbena officinalis. [Online] Verfügbar unter: https://europlusmed.org

-      Bundesamt für Naturschutz (BfN): Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Deutschlands. [Online] Verfügbar unter: https://www.bfn.de