Aromatische Lakritz-Tagetes (Tagetes Filifolia)

Die Lakritz Tagetes ist eine Rarität mit intensivem Lakritz Geschmack. Sie ist vielseitig verwendbar. Bei Kindern besonders beliebt. Das feine, dillartige Laub dieser buschigen Pflanze hat ein intensives Lakritzaroma für süße wie salzige Speisen und Kräutertees. Lecker an Salaten. Erst ab Oktober zeigen sich die unscheinbaren weißen Blüten.

Aromatische Lakritz-Tagetes (Tagetes filifolia)

Die Aromatische Lakritz-Tagetes (Tagetes filifolia) ist eine einjährige, duftende Pflanze mit fein gefiederten Blättern und einem intensiven Lakritz-Aroma. Sie eignet sich hervorragend als Gewürzpflanze, Zierpflanze und zur natürlichen Schädlingsbekämpfung.


Name (Deutsch): Aromatische Lakritz-Tagetes
Botanischer Name: Tagetes filifolia
Gattung: Tagetes
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Name im Volksmund: Faden-Tagetes, Lakritz-Samtblume, Mexikanische Lakritz-Tagetes

Wie viele Unterarten gibt es in Europa?
Tagetes filifolia ist eine von über 50 bekannten Tagetes-Arten, aber keine Unterarten sind in Europa dokumentiert. Sie wird meist als eigenständige Art kultiviert.
• In Europa sind keine natürlichen Unterarten bekannt, da sie ursprünglich aus Mexiko und Südamerika stammt und hier nur kultiviert wird.


Anbauordnung: Kulturpflanze, Zierpflanze
Kulturart: Blume, Würzkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone bis subtropisch (in Mitteleuropa einjährig, da nicht winterhart)
Erntezeitraum: Juni bis Oktober (Blätter und Blüten)
Zehrer Art: Mittelzehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

  • Frostempfindlich – in Mitteleuropa nur als einjährige Pflanze kultivieren.
  • Vermehrung: Einfach durch Aussaat (keine Stecklinge nötig).
  • Achtung: Kann bei manchen Menschen Allergien auslösen (Korbblütler).

Bemerkung:

  • Die Pflanze verströmt ein intensives Lakritz-Aroma, besonders an warmen Tagen.
  • Wächst buschig und kompakt, ideal für Beete, Kübel und Balkonkästen.

Bester Fundort in der Natur:

  • Ursprünglich in Mexiko und Südamerika (trockene, sonnige Regionen).
  • In Europa nicht wild vorkommend, nur kultiviert.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

  • Gute Nachbarn:
    • Gemüse: Tomaten, Paprika, Kohl (wirkt schädlingsabwehrend, z. B. gegen Weiße Fliege und Nematoden).
    • Kräuter: Basilikum, Petersilie, Dill (verträgt sich gut).
    • Zierpflanzen: Ringelblumen, Zinnien, Kapuzinerkresse (optisch ansprechend).
  • Schlechte Nachbarn:
    • Andere Tagetes-Arten (können sich gegenseitig im Wachstum behindern).
    • Starkzehrer wie Kürbis oder Mais (konkurrieren um Nährstoffe).
  • Wirkung:
    • Schützt vor Schädlingen (z. B. Weiße Fliege, Blattläuse, Nematoden).
    • Lockt Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge an.

Blütenbeschreibung:

  • Kleine, gelbe bis orangefarbene Blütenköpfchen mit dunkelroten Streifen.
  • Blütezeit: Juli bis Oktober.
  • Die Blüten sind essbar und eignen sich als Dekoration für Speisen.

Blattbeschreibung:

  • Fein gefiederte, fadenartige Blätter (Name “filifolia” = fadenblättrig).
  • Dunkelgrün, aromatisch mit starkem Lakritz-Geruch.

Stamm-/Stielbeschreibung:

  • Aufrechte, verzweigte Stängel, anfangs grün, später leicht verholzend.
  • Wird 30–50 cm hoch.

Samenbeschreibung:

  • Längliche, schwarze Samen in kleinen Samenköpfchen.
  • Keimfähigkeit: 3–4 Jahre (bei trockener Lagerung).

Art der Wurzler: Flachwurzelnd (oberflächliche Wurzeln, aber weitreichend)


Geruch der Pflanze: Intensiv lakritzartig, süßlich-würzig mit einer leicht bitteren Note.
Geschmack der Pflanze: Stark lakritzartig, leicht bitter und würzig (ähnlich wie Echter Lakritz, aber milder).

Lebenszeitspanne: Einjährig (in Mitteleuropa), in warmen Klimazonen mehrjährig möglich.

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

  • Wirkt abwehrend auf:
    • Weiße Fliege
    • Blattläuse
    • Nematoden (Bodenparasiten)
    • Schnecken (durch den starken Duft)
  • Fördert Nützlinge wie Bienen und Schwebfliegen.

Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 7–14 Tage
Keimtemperatur: 18–24 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig, aber Samen vor der Aussaat 12 Stunden in warmem Wasser einweichen (beschleunigt die Keimung).
Keimfähigkeit in Jahren: 3–4 Jahre


Aussaatzeitraum:

  • Vorkultur: März bis April (im Haus).
  • Direktsaat: Mitte Mai (nach den Eisheiligen).
    Aussaat Tiefe: 0,5 cm tief (Lichtkeimer!).
    Abstand in der Reihe: 20–30 cm.
    Abstand zur nächsten Pflanze: 30 cm.
    Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen (später auf die stärkste Pflanze vereinzeln).

Bevorzugte Beet Art: Kräuterbeet, Gemüsebeet, Blumenbeet, Kübelkultur, Balkonkästen.
Idealer Boden: Durchlässig, humos, mäßig nährstoffreich (keine Staunässe!).
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch).


Gießverhalten: Mäßig gießen, Erde zwischen den Wassergaben antrocknen lassen. Nicht zu nass halten (Fäulnisgefahr!).
Sonnenbedarf: Volle Sonne (mind. 6–8 Stunden täglich).
Düngereinsatz: Mäßig, bei Bedarf organischen Kräuterdünger oder Kompost im Frühjahr.
Empfohlener Dünger: Kompost, Brennnesseljauche, Kalium-betonter Dünger.


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein.
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein.
Ist ein Spalier notwendig: Nein.


Krautzuordnung: Würzkraut, Zierpflanze, Heilpflanze (in traditioneller Anwendung).
Mit Heilwirkung: Ja (in der Volksmedizin).

Wirkstoffe:

  • Ätherische Öle (Anethol, Estragol, Limonen – verantwortlich für den Lakritz-Geruch)
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Cumarine

Anwendungsbereiche:

  • Verdauungsfördernd (bei Blähungen, Völlegefühl)
  • Antiseptisch (äußerlich bei Hautirritationen)
  • Expektorierend (bei Husten)
  • Beruhigend (in Teemischungen)

Verabreichung:

  • Tee (Aufguss aus frischen oder getrockneten Blättern)
  • Tinkturen (alkoholischer Auszug)
  • Umschläge (bei Hautproblemen)
  • Küche (Blätter und Blüten als Gewürz)

Essbar: Ja
Welche essbaren Teile: Blätter, Blüten und junge Triebe.
Giftig: Nein (in normalen Mengen ungiftig).
Welche giftigen Teile: Keine bekannt.


Verwechslungsgefahr mit:

  • Andere Tagetes-Arten (z. B. Tagetes patula – kleiner, buschiger, weniger aromatisch).
  • Fenchel (Blätter ähneln sich, aber Fenchel hat einen süßlich-anisartigen Geschmack).
  • Dill (Blätter sind feiner, aber Geschmack unterschiedlich).

Verwendung in der Küche:

  • Frisch oder getrocknet als Gewürz für:
    • Süßspeisen (z. B. Kekse, Kuchen, Eis)
    • Herzhafte Gerichte (z. B. Suppen, Eintöpfe, Fischgerichte)
    • Kräutertees (allein oder in Mischungen)
    • Salate (Blüten als essbare Dekoration)
    • Liköre und Schnäpse (z. B. Lakritz-Likör)
    • Marinaden (für Fleisch oder Gemüse)

Beste Haltbarmachung:

  • Trocknen (an einem dunklen, luftigen Ort – behält das Aroma gut).
  • Einfrieren (in Eiswürfelformen mit Wasser oder Öl).
  • Einlegen in Essig oder Öl (für Salate).

Lagerung der Pflanze:

  • Getrocknet: Luftdicht, dunkel und kühl lagern (Haltbarkeit: 1 Jahr).
  • Frisch: Im Kühlschrank in feuchtem Tuch (Haltbarkeit: 1 Woche).

Das beste Rezept:

Lakritz-Tagetes-Pesto
Zutaten:

  • 1 Handvoll frische Lakritz-Tagetes-Blätter
  • 50 g Pinienkerne oder Walnüsse
  • 50 g Parmesan (oder Hefeflocken für vegane Variante)
  • 100 ml Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten in einen Mixer geben und fein pürieren.
  2. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  3. Zu Pasta servieren oder als Brotaufstrich verwenden.

Die beste Speise:

Gebratene Garnelen mit Lakritz-Tagetes-Butter
Zutaten:

  • 200 g Garnelen
  • 30 g Butter
  • 1 EL frische Lakritz-Tagetes-Blätter, gehackt
  • 1 Knoblauchzehe, gehackt
  • Zitronensaft, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Garnelen in Knoblauch-Butter schwenken, bis sie rosa sind.
  2. Mit Lakritz-Tagetes-Blättern und Zitronensaft würzen.
  3. Mit frischem Brot servieren.

Das beste Getränk:

Lakritz-Tagetes-Eistee
Zutaten:

  • 1 Liter schwarzer Tee
  • 1 Handvoll frische Lakritz-Tagetes-Blätter
  • 2 EL Honig
  • Saft von 1 Zitrone
  • Eiswürfel

Zubereitung:

  1. Tee mit Tagetes-Blättern 10 Minuten ziehen lassen.
  2. Abseihen, mit Honig und Zitronensaft süßen.
  3. Mit Eiswürfeln servieren.

Die beste Beilage:

Kartoffelsalat mit Lakritz-Tagetes-Dressing
Zutaten:

  • 500 g gekochte Kartoffeln
  • 1 Handvoll frische Lakritz-Tagetes-Blätter, fein gehackt
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 EL Apfelessig
  • 1 TL Honig
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  1. Kartoffeln in Scheiben schneiden.
  2. Dressing aus Olivenöl, Essig, Honig, Salz und Pfeffer herstellen.
  3. Mit den gehackten Tagetes-Blättern vermengen und über die Kartoffeln geben.

Unterarten in Europa:

Da Tagetes filifolia in Europa keine natürlichen Unterarten hat, werden hier 10 verwandte Tagetes-Arten aufgeführt, die in Europa kultiviert werden:

  1. Studentenblume (Tagetes patula)
  2. Afrikanische Studentenblume (Tagetes erecta)
  3. Duft-Tagetes (Tagetes minuta)
  4. Faden-Tagetes (Tagetes filifolia)
  5. Lemmon-Tagetes (Tagetes lemmonii)
  6. Schmalblättrige Tagetes (Tagetes tenuifolia)
  7. Gewöhnliche Tagetes (Tagetes lucida)
  8. Mexikanische Tagetes (Tagetes lucida var. gracilis)
  9. Silber-Tagetes (Tagetes argentea)
  10. Kanarien-Tagetes (Tagetes canariensis)

Drei häufig vorkommende Unterarten/Arten:

  1. Tagetes patula (Studentenblume)
  2. Tagetes erecta (Afrikanische Studentenblume)
  3. Tagetes tenuifolia (Schmalblättrige Tagetes)

Drei seltenste vorkommende Arten:

  1. Tagetes lemmonii (Lemmon-Tagetes)
  2. Tagetes canariensis (Kanarien-Tagetes)
  3. Tagetes argentea (Silber-Tagetes)

Drei älteste kultivierte Arten:

  1. Tagetes patula (seit dem 16. Jahrhundert in Europa bekannt)
  2. Tagetes erecta (seit dem 16. Jahrhundert aus Mexiko eingeführt)
  3. Tagetes lucida (wurde von den Azteken als Heilpflanze genutzt und im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht)

Guter Nachbar:

Gemüse: Tomaten, Paprika, Kohlrabi, Karotten
Kräuter: Basilikum, Petersilie, Dill, Borretsch
Zierpflanzen: Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Zinnien
Obst: Erdbeeren (schützt vor Schädlingen)

Schlechter Nachbar:

Andere Tagetes-Arten (können sich gegenseitig im Wachstum behindern)
Starkzehrer wie Kürbis, Mais oder Gurken (konkurrieren um Nährstoffe)
Pflanzen mit ähnlichen Standortansprüchen, aber unterschiedlichem Duft (z. B. Minze – kann das Aroma der Lakritz-Tagetes überdecken)

Beste Mischkulturen:

🌱 Gemüsebeet:

  • Tomaten + Lakritz-Tagetes schützt vor Weißen Fliegen und Nematoden.
  • Kohlrabi + Lakritz-Tagetes hält Kohlweißling fern.

🌸 Blumenbeet:

  • Ringelblumen + Lakritz-Tagetes optisch ansprechend und schützt vor Schädlingen.
  • Zinnien + Lakritz-Tagetes kombiniert hohe Blütenpracht mit aromatischem Duft.

🍓 Obstbeet:

  • Erdbeeren + Lakritz-Tagetes hält Schnecken und Blattläuse fern.

Quellennachweis:

  • Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae) – nach APG IV-Systematik.
  • Heilwirkung und Inhaltsstoffe: Studien zur Volksmedizin Mexikos, Phytotherapie-Literatur (z. B. Heilpflanzen der Azteken von Martin Hintz).
  • Anbau- und Kulturhinweise: Kräuter- und Gartenbau-Literatur (z. B. Das große Buch der Kräuter von Deni Bown, Enzyklopädie der Nutzpflanzen von Wolfgang Franke).
  • Verbreitung und Unterarten: Euro+Med Plantbase, Kew Royal Botanic Gardens, Historische Quellen zur Einführung nach Europa (16. Jahrhundert).
  • Schädlingsbekämpfung: Studien zur biologischen Schädlingsbekämpfung (z. B. Tagetes als Nematoden-Bekämpfer – Universität Wageningen).