Die Wacholder (Juniperus) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Cupressoideae aus der Familie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Mit den etwa 50 bis zu etwa 70 Arten, die dieser Gattung zugerechnet werden, stellt sie fast 40 Prozent der Arten innerhalb der Zypressengewächse.

 

In Mitteleuropa kommen in freier Natur nur zwei Arten, nämlich der Gemeine Wacholder und der Sadebaum vor. Die zu den Nacktsamigen Pflanzen gehörenden Arten sind meist zweihäusig (diözisch), selten einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Die männlichen Zapfen besitzen drei bis vier Paare oder Trios Sporophylle. Jedes Sporophyll besitzt zwei bis acht Pollensäcke.

 

Die beerenförmigen, ei- bis kugelförmigen weiblichen Zapfen sind 0,3 bis 2 Zentimeter groß. Sie benötigen bis zur Reife ein bis zwei Jahre, bleiben geschlossen und werden bläulich. Die meist dicken, fleischigen Zapfenschuppen sind aus Deck- und Samenschuppen verwachsen und besitzen ein bis drei Samen.

 

Die ungeflügelten, hartschaligen Samen sind rund bis kantig. Die beerenförmigen Zapfen werden von Vögeln als Ganzes geschluckt und die Samen verlassen den Darmtrakt unversehrt. Der bittere Geschmack der Zapfen (bei den meisten Arten) ist wohl eine Anpassung gegen Fraß durch Säugetiere.

 

Wacholder ist eine vielseitige, oft immergrüne Pflanze, die in Europa als Strauch oder kleiner Baum weit verbreitet ist. Bekannt ist sie vor allem für ihre aromatischen Beeren, die in Küche und Medizin Verwendung finden.

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Name (Deutsch): Wacholder 

Botanischer Name: Juniperus (Gattung, verschiedene Arten) 

Gattung: Juniperus 

Pflanzenfamilie: Zypressengewächse (Cupressaceae) 

Name im Volksmund: Wacholder, Gemeiner Wacholder, Sadebaum 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa: Ca. 5–7 Arten, mit mehreren Unterarten und Varietäten 

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Anbauordnung: Kulturpflanze, Wildpflanze, Zierpflanze 

Kulturart: Gehölz / Strauch / Baum 

Klimazone: Gemäßigte bis submediterrane Zone 

Erntezeitraum: Herbst (Beerenreife) 

Zehrer Art: Schwach- bis Mittel Zehrer 

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Wichtiger Hinweis zur Pflanze: Wacholderbeeren nur reif und in Maßen verwenden, da sie harntreibend und in größeren Mengen toxisch sein können 

Bemerkung: Anspruchslos, trockenheits- und kälteverträglich, wichtige Pflanze für Wildbienen und Vögel 

Bester Fundort in der Natur: Trockenrasen, Heiden, lichte Wälder, Felsenstandorte 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: Verträgt sich gut mit Heidekraut, Thymian, Rosmarin; verbessert Bodenqualität und fördert Biodiversität 

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Blütenbeschreibung: Kleine, unscheinbare, gelblich-grüne Blüten im Frühling 

Blattbeschreibung: Nadeln, meist schuppenförmig oder nadelförmig, dunkelgrün bis blaugrün, mit weißen Streifen auf der Unterseite 

Stamm-/Stielbeschreibung: Rauhe, rissige Rinde, graubraun 

Samenbeschreibung: Wacholderbeeren, runde, bläulich-schwarze, aromatische Zapfen (Scheinzapfen) 

Art der Wurzler: Flachwurzelnd 

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Geruch der Pflanze: Aromatisch, harzig, würzig 

Geschmack der Pflanze: Würzig, herb, leicht bitter 

Lebenszeitspanne: Mehrjährig, langlebig (bis zu 200 Jahre) 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: Ätherische Öle wirken abwehrend gegen Insekten und Pilze 

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Keimer Art: Lichtkeimer, Kaltkeimer (Stratifizierung empfohlen) 

Keimdauer: 4–12 Wochen 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Kaltstratifizierung 2–3 Monate empfohlen 

Keimfähigkeit in Jahren: 3–5 Jahre 

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Aussaatzeitraum: Herbst oder Frühjahr nach Kaltstratifizierung 

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm 

Abstand in der Reihe: 50–100 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 1–2 m (je nach Art) 

Samen pro Pflanzloch: 1–2 

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Bevorzugte Beet Art: Trocken bis mäßig feucht, gut durchlässig 

Idealer Boden: Sandig, kiesig, kalkhaltig, nährstoffarm bis mäßig 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 

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Gießverhalten: Trockenheitsverträglich, mäßig gießen 

Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig 

Düngereinsatz: Kaum notwendig 

Empfohlener Dünger: Kompost bei Bedarf 

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Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 

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Krautzuordnung: Wildpflanze, Gewürzpflanze, Heilpflanze, Gehölz 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Ätherische Öle (Juniperin, Terpene), Flavonoide, Gerbstoffe 

Anwendungsbereiche: Harntreibend, antiseptisch, verdauungsfördernd, entzündungshemmend 

Verabreichung: Tee, Tinkturen, ätherisches Öl (inhalieren, cremen) 

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Essbar: Ja (nur reife Beeren in Maßen) 

Welche essbaren Teile: Wacholderbeeren 

Giftig: Ja, bei Überdosierung 

Welche giftigen Teile: Unreife Beeren, Nadeln in großen Mengen 

Verwechslungsgefahr mit: Andere Juniperus-Arten, giftige Zypressenarten (selten) 

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Verwendung in der Küche: Würzung von Wild, Fleisch, Sauerkraut, Gin-Herstellung 

Beste Haltbarmachung: Getrocknet, luftdicht, dunkel gelagert 

Lagerung der Pflanze: Getrocknete Beeren in luftdichten Behältern 

Das beste Rezept: Wildschwein mit Wacholderbeeren 

Die beste Speise: Wacholdermarinade für Wildfleisch 

Das beste Getränk: Wacholder-Gin 

Die beste Beilage: Rotkohl oder Kartoffelgerichte 

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10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

1. Gemeiner Wacholder – Juniperus communis 

2. Zwergwacholder – Juniperus nana 

3. Mittelmeer-Wacholder – Juniperus oxycedrus 

4. Sadebaum – Juniperus sabina 

5. Bergwacholder – Juniperus sibirica 

6. Kriechender Wacholder – Juniperus horizontalis (eingeführt) 

7. Spanischer Wacholder – Juniperus thurifera 

8. Steppenwacholder – Juniperus seravschanica (selten) 

9. Chinesischer Wacholder – Juniperus chinensis (eingeführt) 

10. Himalaya-Wacholder – Juniperus indica (selten) 

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3 häufig vorkommende Unterarten: 

- Juniperus communis 

- Juniperus oxycedrus 

- Juniperus sabina 

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3 seltene Unterarten: 

- Juniperus seravschanica 

- Juniperus indica 

- Juniperus thurifera 

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Guter Nachbar: Heidekraut, Thymian, Rosmarin, andere trockenheitsverträgliche Pflanzen 

Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen, Schattenpflanzen 

Beste Mischkulturen: Mediterrane Kräuter und Trockenpflanzen 

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Quellennachweis: 

-      "Flora Europaea" 

-      "Handbuch der Heilpflanzen" von Hager 

-      Botanischer Garten Berlin-Dahlem 

-      Wissenschaftliche Artikel zu Juniperus