Blauer Markstammkohl (Brassica oleracea var. gongylodes 'Blue Star')

Die Pflanze Blauer Markstammkohl ist eine spezielle Zuchtform des Kohlrabi mit blau-violetten Stängeln und Blättern. Sie ist vielseitig nutzbar und gehört zur Familie der Kreuzblütler.


Name (Deutsch): Blauer Markstammkohl

Botanischer Name:

  • Brassica oleracea var. gongylodes 'Blue Star'

Gattung: Brassica

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Name im Volksmund:

  • Blauer Kohlrabi, Blauer Markkohl, Blauer Stängelkohl

Wieviele Unterarten in Europa:

  • Ca. 5–7 Unterarten der Art Brassica oleracea (inkl. Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl etc.), wobei 'Blue Star' eine spezifische Sorte ist. Die genaue Anzahl der Unterarten variiert je nach taxonomischer Einordnung.

Anbauordnung: Kulturpflanze (Gemüse)

Kulturart: Gemüse

Klimazone: Gemäßigte Zone (optimal: 15–20 °C)

Erntezeitraum:

-      Juni bis Oktober (je nach Aussaatzeitpunkt; frühe Sorten ab Mai, späte bis in den November)

Zehrer Art: Starkzehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Frostempfindlich: Keine Temperaturen unter -5 °C.

-      Staunässe vermeiden: Führt zu Wurzelfäule.

-      Regelmäßige Düngung: Da Starkzehrer, benötigt nährstoffreichen Boden.

Bemerkung:

-      Zweijährige Pflanze, die im ersten Jahr den essbaren Stängel bildet und im zweiten Jahr blüht und Samen trägt. Die Sorte 'Blue Star' ist besonders für ihre intensiv blaue Färbung bekannt.

Bester Fundort in der Natur:

-      Kein natürlicher Fundort – es handelt sich um eine Kulturpflanze.

-      Beipflanzung und ihre Auswirkung:

- Gute Nachbarn:

-      Salat, Spinat, Erbsen, Bohnen, Sellerie (fördern gegenseitig das Wachstum).

- Schlechte Nachbarn:

-      Tomaten, Kohlarten (Kreuzblütler), Erdbeeren (konkurrieren um Nährstoffe und ziehen ähnliche Schädlinge an).


Blütenbeschreibung:

-      Farbe: Hellgelb bis cremeweiß.

-      Form: Typische Kreuzblütler-Blüten mit vier Blütenblättern in Kreuzform.

-      Blütezeit: Mai bis Juli (im zweiten Jahr).

-      Standort der Blüten: Aufrecht an verzweigten Stängeln.

Blattbeschreibung:

-      Form: Breit, rundlich bis oval, mit gewellten Rändern.

-      Farbe: Blau-grün bis violett (je nach Lichteinfall intensiver).

-      Besonderheit: Blätter sind essbar und haben einen milden Kohlgeschmack.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Form: Verdickter, fleischiger Stängel (Mark) mit blau-violetter Färbung.

-      Durchmesser: 5–10 cm (je nach Sorte und Anbaubedingungen).

-      Besonderheit: Der Stängel ist das Hauptnutzorgan.

Samenbeschreibung:

-      Form: Rundlich bis oval, klein (1–2 mm Durchmesser).

-      Farbe: Dunkelbraun bis schwarz.

-      Keimfähigkeit: 3–4 Jahre bei trockener, kühler Lagerung.

Art der Wurzler:

-      Tiefwurzelnd (bis zu 30 cm tief, aber auch flachere Seitenwurzeln).


Geruch der Pflanze: Mild, leicht süßlich, typisch "kohlartig".

Geschmack der Pflanze:

-      Stängel: Knackig, süßlich, nussig.

-      Blätter: Etwas herber, aber mild.

Lebenszeitspanne:

-      Einjährig bis zweijährig (im mitteleuropäischen Anbau meist einjährig, da nicht winterhart).

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Förderung von Nützlingen: Ansiedlung von Marienkäfern, Schlupfwespen und Vögeln (z. B. durch Blühstreifen).

-      Mechanische Barrieren: Vlies gegen Kohlfliege oder Kohlweißling.

-      Natürliche Spritzmittel: Brennnesseljauche oder Neemöl gegen Blattläuse.


Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen).

Keimdauer: 5–10 Tage (bei optimalen Bedingungen).

Keimtemperatur: 15–20 °C (nicht unter 10 °C oder über 25 °C).

Keimvorbereitung:

-      Samen 12–24 Stunden in Wasser einweichen (beschleunigt die Keimung).

Keimfähigkeit in Jahren: 3–4 Jahre (bei trockener Lagerung).


Aussaatzeitraum:

-      Vorkultur (indoor): März bis April (für frühe Ernte).

-      Direktsaat (outdoor): April bis Mai (nach den letzten Frösten) oder Juli bis August (für Herbsternte).

Aussaat Tiefe: 1–2 cm (flach, da Lichtkeimer).

Abstand in der Reihe: 30–40 cm.

Abstand zur nächsten Pflanze:

-      40–50 cm (da Starkzehrer und großer Platzbedarf).

Samen pro Pflanzloch: 2–3 Samen, später auf 1 Pflanze vereinzeln.


Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Hochbeet, Mischkulturbeet.

Idealer Boden:

-      Tiefgründig, humusreich, locker, gut drainiert (keine Verdichtung).

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch).


Gießverhalten:

-      Regelmäßig, aber nicht zu nass (Boden gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden).

Sonnenbedarf:

-      Volle Sonne bis Halbschatten (mindestens 6 Stunden Sonne täglich für optimale Stängelbildung).

Düngereinsatz:

-      Regelmäßig (alle 3–4 Wochen mit organischem Gemüsedünger oder Kompost).

Empfohlener Dünger:

-      Kompost, Hornspäne, Brennnesseljauche, Kali-betonter Dünger (z. B. Patentkali).


Ist das Anhäufen von Vorteil:

-      Ja, besonders bei Sorten mit langer Stängelbildung. Anhäufeln fördert die Bildung von zusätzlichem Mark und stabilisiert die Pflanze.

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein.

Ist ein Spalier notwendig: Nein.


Krautzuordnung: Gemüse, Küchenkraut

Mit Heilwirkung: Nein (aber nährstoffreich und gesund).

Essbar: Ja

Welche essbaren Teile:

-      Stängel (Mark) – Hauptnutzorgan.

-      Blätter – jung und zart besonders schmackhaft.

-      Sprossen – in der asiatischen Küche verwendet.

Giftig: Nein

Welche giftigen Teile: Keine bekannt.

Verwechslungsgefahr mit:

-      Weißem Kohlrabi (Brassica oleracea var. gongylodes 'White Vienna') – ähnliche Form, aber grüne/weiße Färbung.

-      Wildkohl (Brassica oleracea var. oleracea) – wilder Vorfahre, aber nicht essbar im gleichen Maße.


Verwendung in der Küche:

-      Roh: In Salaten, als Snack mit Dip.

-      Gekocht: Gedünstet, gebraten, als Suppe, im Eintopf.

-      Gebacken: Überbacken, als "Kohlrabi-Pommes".

-      Fermentiert: Als Sauerkraut oder Fermentgemüse.

-      Saft: Frisch gepresst für einen nährstoffreichen Drink.

Beste Haltbarmachung:

-      Einfrieren: Stängel schälen, in Stücke schneiden, blanchieren und einfrieren.

-      Einkochen: Als Chutney oder Relish.

-      Trocknen: Blätter zu Pulver mahlen (für Gewürzmischungen).

-      Fermentieren: Als milchsauer eingelegtes Gemüse.

Lagerung der Pflanze:

-      Kühl und feucht: Im Gemüsefach des Kühlschranks (1–2 Wochen haltbar).

-      Lagerung im Keller:

·         In Sand eingeschlagen (für längere Haltbarkeit bis zu 3 Monate).

-      Getrocknet: An einem dunklen, trockenen Ort (Blätter und Stängel).


Das beste Rezept:

-      Gebratener Blauer Markstammkohl mit Kartoffeln und Speck

Die beste Speise:

-      Markstammkohl-Cremesuppe mit Ingwer und Kokosmilch

Das beste Getränk: Markstammkohl-Saft mit Apfel und Karotte

Die beste Beilage:

-      Zu deftigen Gerichten wie Bratwurst, Wild oder Rindfleisch


10 Unterarten von Brassica oleracea in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      Wildkohl – Brassica oleracea var. oleracea

-      Kohlrabi – Brassica oleracea var. gongylodes

-      Weißkohl – Brassica oleracea var. capitata f. alba

-      Rotkohl – Brassica oleracea var. capitata f. rubra

-      Blumenkohl – Brassica oleracea var. botrytis

-      Brokkoli – Brassica oleracea var. italica

-      Rosenkohl – Brassica oleracea var. gemmifera

-      Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica

-      Wirsing – Brassica oleracea var. sabauda

-      Palmkohl – Brassica oleracea var. palmifolia


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-      Weißkohl – Brassica oleracea var. capitata f. alba

-      Blumenkohl – Brassica oleracea var. botrytis

-      Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica


Drei seltenste Unterarten in Europa:

-      Palmkohl – Brassica oleracea var. palmifolia (selten in traditionellen Gärten)

-      Portugiesischer Kohl – Brassica oleracea var. costata (begrenzt in Portugal und Spanien)

-      Sprossenkohl – Brassica oleracea var. gemmifera (selten in alten Sorten)


Drei ältesten Unterarten (kultiviert seit der Antike):

-      Wildkohl – Brassica oleracea var. oleracea (Urahn aller Kulturformen)

-      Grünkohl – Brassica oleracea var. sabellica (seit der Antike bekannt)

-      Kohlrabi – Brassica oleracea var. gongylodes (erstmals im 16. Jahrhundert dokumentiert)


Guter Nachbar:

-      Salat, Spinat, Erbsen, Bohnen, Sellerie, Zwiebeln, Kamille (fördern Wachstum und schützen vor Schädlingen).

Schlechter Nachbar:

-      Tomaten, andere Kohlarten, Erdbeeren, Knoblauch (ziehen Schädlinge an oder konkurrieren um Nährstoffe).

Beste Mischkulturen:

-      Kohlrabi + Salat (Salat beschattet den Boden und hält Unkraut zurück).

-      Kohlrabi + Bohnen (Bohnen reichern Stickstoff im Boden an).

-      Kohlrabi + Dill oder Kamille (locken Bestäuber an und vertreiben Schädlinge wie die Kohlfliege).


Quellennachweis:

-      Brassica oleracea – Arten und Sorten. (2023). Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), Quedlinburg.

-      Gemüseanbau – Kohlrabi. (2022). Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft.

-      Kreuzblütler – Familie Brassicaceae. (2021). Botanischer Garten Berlin.

-      Kohlrabi 'Blue Star' – Sortenporträt. (2020). Saatgut-Vielfalt e.V.

-      Essbare Wild- und Kulturpflanzen. (2019). Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart.

-      Pflanzenfamilien Mitteleuropas. (2018). Ulmer Verlag, Stuttgart.mmkohl (Brassica oleracea var. gongylodes 'Blue Star')