Habichtskraut (Hieracium pilosella)
Das Habichtskraut ist eine vielseitige, mehrjährige Wildpflanze, die in Europa weit verbreitet ist. Es besticht durch seine leuchtend gelben Blüten und seine Anpassungsfähigkeit an trockene Standorte. In der Naturheilkunde und als Bienenweide ist es besonders wertvoll.
Name (Deutsch): Habichtskraut
Botanischer Name: Hieracium pilosella
Gattung: Hieracium
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Name im Volksmund:
- Kleines Habichtskraut, Mausohr-Habichtskraut, Gelbes Habichtskraut, Hexenkraut, Jungfernkraut, Pilosella
Wieviele Unterarten in Europa:
- Ca. 15–20 Unterarten und Varietäten, z. B.:
o Hieracium pilosella subsp. pilosella
o Hieracium pilosella subsp. auriculoides
o Hieracium pilosella subsp. bauhinii
o Hieracium pilosella subsp. anglicum
Anbauordnung: Wildpflanze, Zierpflanze, Heilpflanze, Kulturpflanze
Kulturart: Wildblume, Heilpflanze, Zierpflanze, Wiesenpflanze
Klimazone: Gemäßigte Zone (Europa, Nordafrika, Westasien)
Erntezeitraum:
- Blüten: Mai–September (Hauptblütezeit: Mai–Juli)
- Blätter: März–Juni (vor der Blüte)
- Wurzeln: Herbst (September–Oktober)
Zehrer Art: Schwach Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Bevorzugt trockene, sonnige Standorte – Staunässe vermeiden.
- Breitet sich schnell aus durch Ausläufer und Selbstaussaat.
- Keine besonderen Ansprüche an den Boden, aber durchlässige Böden sind ideal.
Bemerkung:
- Mehrjährig und winterhart.
- Wichtige Bienenweide – die Blüten sind reich an Nektar.
- Historisch als Heilpflanze gegen Hautkrankheiten und Verdauungsbeschwerden genutzt.
Bester Fundort in der Natur:
- Trockenrasen, Wegränder, sonnige Hänge, Magerwiesen, Schuttplätze.
- Häufig auf kalkhaltigen, nährstoffarmen Böden.
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit anderen Wildblumen wie Schafgarbe, Natternkopf oder Thymian.
- Fördert Biodiversität und lockt Bestäuber an.
- Kann als Bodendecker in trockenen Gärten genutzt werden.
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Blütenbeschreibung:
- Farbe: Leuchtend gelb (selten weiß oder orange).
- Form: Kleine, körbchenförmige Blüten (1,5–2,5 cm Durchmesser).
- Blütezeit: Mai–September.
- Besonderheit: Blüten öffnen sich nur bei Sonnenschein.
Blattbeschreibung:
- Form: Lanzettlich bis spatelförmig, behaart (grau-grün).
- Anordnung: Rosettenförmig am Boden, später wechselständig am Stängel.
- Größe: 2–5 cm lang.
- Besonderheit: Unterseite oft weißfilzig.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Stängel: Aufrecht, dünn, behaart, oft rot überlaufen.
- Höhe: 10–30 cm.
- Besonderheit: Bildet Ausläufer (oberirdische Kriechsprosse), die neuen Pflanzen bilden.
Samenbeschreibung:
- Kleine, braune Achänen mit Pappus (für Windausbreitung).
- Verbreitung: Durch Wind und Ausläufer.
- Keimfähigkeit: 2–3 Jahre.
Art der Wurzler: Flachwurzelnd (mit Ausläufern)
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Geruch der Pflanze:
- Blüten/Blätter: Fast geruchlos, leicht bitter.
Geschmack der Pflanze:
- Blätter: Bitter, leicht herb.
- Blüten: Mild, leicht süßlich.
Lebenszeitspanne: Mehrjährig (3–5 Jahre)
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Fördert Bienen, Hummeln und Schwebfliegen (Nektarquelle).
- Wenig anfällig für Schädlinge – die Behaarung schützt vor Fraß.
- Kann als natürlicher Erosionsschutz auf trockenen Böden dienen.
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 10–21 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung:
- Stratifikation (4 Wochen Kälte) beschleunigt die Keimung.
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre
Aussaatzeitraum:
- März–Mai (direkt ins Freiland) oder September–Oktober (Herbstaussaat)
Aussaat Tiefe: Oberflächlich (Lichtkeimer, nicht mit Erde bedecken)
Abstand in der Reihe: 20–30 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 30–50 cm
Samen pro Pflanzloch: 3–5 Samen
Bevorzugte Beet Art:
- Wildblumenbeet, Steingarten, Trockenrasenbeet, Kräuterbeet
Idealer Boden:
- Trocken, durchlässig, nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich, kalkhaltig
pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)
Gießverhalten:
- Mäßig, trockenheitsverträglich (erst bei langer Trockenheit gießen)
Sonnenbedarf: Vollsonne (mindestens 6–8 Stunden Sonne pro Tag)
Düngereinsatz: Gering, nur bei sehr mageren Böden im Frühjahr
Empfohlener Dünger: Kompost, Sand (zur Auflockerung)
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Wildblume, Heilpflanze, Zierpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe:
- Flavonoide (antioxidativ)
- Cumarine (durchblutungsfördernd)
- Gerbstoffe (adstringierend)
- Schleimstoffe (beruhigend)
- Vitamin C
Anwendungsbereiche:
- Hautpflege (bei Ekzemen, kleinen Wunden).
- Durchblutungsfördernd (bei Venenleiden).
- Harntreibend (bei Blasenentzündung).
- Entzündungshemmend (bei Mundschleimhautentzündungen).
- Beruhigend (bei Unruhe und Schlafstörungen).
Verabreichung:
- Tee (aus Blättern oder Blüten), Umschläge (frische Blätter), Tinkturen, Salben.
Essbar: Ja (in Maßen)
Welche essbaren Teile: Junge Blätter (gekocht als Gemüse), Blüten (für Tee oder Dekoration)
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine
Verwechslungsgefahr mit:
- Großes Habichtskraut (Hieracium murorum) – ähnliche Blüten, aber höherer Wuchs.
- Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) – orange Blüten.
Verwendung in der Küche:
- Junge Blätter: Gekocht als Spinatersatz (bitter, daher sparsam verwenden).
- Blüten: Als essbare Dekoration in Salaten oder für Tee.
- Blätter für Kräutersalz: Getrocknete Blätter mit Salz mahlen.
Beste Haltbarmachung:
- Blätter/Blüten trocknen (bei 40 °C im Dörrautomaten).
- Nicht einfrieren (verliert Aroma).
Lagerung der Pflanze:
- Getrocknete Blätter/Blüten: Dunkel, luftdicht und trocken (hält 1–2 Jahre).
- Frische Blätter/Blüten: Kühl und trocken (1–2 Tage im Kühlschlag).
Das beste Rezept: Habichtskraut-Tee (bei Unruhe und Schlafstörungen)
Die beste Speise: Habichtskraut-Spinat (jung geerntet und gekocht)
Das beste Getränk: Habichtskraut-Blüten-Tee mit Honig
Die beste Beilage: Zu Kräutergerichten oder als natürliche Dekoration.
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- Kleines Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. pilosella
- Mausohr-Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. auriculoides
- Bauhins Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. bauhinii
- Englisches Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. anglicum
- Großes Habichtskraut – Hieracium murorum
- Orangerotes Habichtskraut – Hieracium aurantiacum
- Schweizer Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. pilosella var. schmidtii
- Pyrenäen-Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. pyrenaicum
- Südliches Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. sabaudum
- Weißliches Habichtskraut – Hieracium pilosella subsp. leucops
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Hieracium pilosella subsp. pilosella (Kleines Habichtskraut)
- Hieracium pilosella subsp. auriculoides (Mausohr-Habichtskraut)
- Hieracium murorum (Großes Habichtskraut)
Drei seltenste Unterarten:
- Hieracium pilosella subsp. pyrenaicum (Pyrenäen-Habichtskraut)
- Hieracium pilosella subsp. leucops (Weißliches Habichtskraut)
- Hieracium aurantiacum (Orangerotes Habichtskraut)
Drei ältesten Unterarten:
- Hieracium pilosella subsp. pilosella (älteste und verbreitetste Art)
- Hieracium murorum (seit der Antike bekannt)
- Hieracium aurantiacum (historisch als Heilpflanze genutzt)
Guter Nachbar:
- Schafgarbe, Natternkopf, Lavendel, Thymian, Salbei, Wilde Malve.
Schlechter Nachbar:
- Starkzehrer wie Kohl oder Tomaten (konkurrieren um Nährstoffe).
- Pflanzen mit hohem Wasserbedarf (führen zu Staunässe).
Beste Mischkulturen:
- In Wildblumenwiesen mit anderen bienenfreundlichen Pflanzen.
- In Steingärten auf trockenen, sonnigen Flächen.
- In Kräutergärten als Bodendecker zwischen höheren Kräutern.
Quellennachweis:
- Pahlow, M. (2021). Das große Buch der Heilpflanzen. Gräfe und Unzer.
- Mabey, R. (2012). Essbare Wildpflanzen. Kosmos Verlag.
- Lauber, K., & Wagner, G. (2018). Flora Helvetica. Haupt Verlag.
- Plants for a Future (PFAF). (2020). Hieracium pilosella – Database.
- BfN (Bundesamt für Naturschutz). (2019). Rote Liste der Habichtskräuter in Deutschland.