Brahmi (Bacopa monnieri) oder Kleine Fettblatt

Das Kleine Fettblatt, im Handel häufig unter dem indischen Namen Brahmi zu finden, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fettblätter (Bacopa) in der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).


Name (Deutsch): Brahmi

Botanischer Name: Bacopa monnieri

Gattung: Bacopa

Pflanzenfamilie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Name im Volksmund:

·         Kleinblättriger Wassernabel, Indischer Wassernabel, Brahmi (Sanskrit), Wasser-Ysop

Wieviele Unterarten in Europa:

·         In Europa gibt es keine Unterarten von Bacopa monnieri, da es sich um eine tropische bis subtropische Art handelt, die in Europa nicht heimisch ist. Es existieren jedoch Kultivare (Zuchtsorten), die sich in Wuchsform oder Blattgröße unterscheiden.


Anbauordnung: Teichpflanze, Kulturpflanze (als Heil- und Zierpflanze)

Kulturart: Heilpflanze, Teich- und Sumpfpflanze, Zierpflanze

Klimazone:

-      Tropisch bis subtropisch; in Mitteleuropa nur als Kübelpflanze oder im Gewächshaus kultivierbar

Erntezeitraum:

-      Ganzjährig (in tropischen Regionen), in Mitteleuropa September–Oktober (vor dem ersten Frost)

Zehrer Art: Schwach Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Brahmi enthält Bacoside, die als Nootropika wirken und die kognitive Leistungsfähigkeit fördern sollen. In hohen Dosen kann es zu Magenbeschwerden kommen. Nicht für Schwangere oder Kinder unter 18 Jahren geeignet.

Bemerkung:

-      Brahmi ist eine mehrjährige, sukkulente Pflanze, die ursprünglich aus feuchten, tropischen Regionen Indiens, Australiens und Südostasiens stammt. In Mitteleuropa wird sie meist als einjährige Kultur in Teichen oder als Kübelpflanze gehalten.

Bester Fundort in der Natur:

-      Feuchte Wiesen, sumpfige Gebiete, Teichränder in tropischen und subtropischen Regionen.

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen Sumpfpflanzen wie Schachtelhalm, Minze oder Zitronenverbene. Als Schwachzehrer profitiert es von nährstoffarmen, feuchten Böden.


Blütenbeschreibung:

-      Kleine, weiße bis hellblaue, fünfzählige Blüten mit violett-blauen Adern, die einzeln in den Blattachseln sitzen. Die Blüten sind etwa 8–12 mm groß.

Blattbeschreibung:

-      Fleischige, rundliche bis eiförmige Blätter mit glattem Rand, die in gegenständigen Paaren angeordnet sind. Die Blätter sind hellgrün bis grau-grün und werden bis zu 2 cm lang.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Niedrig wachsende, kriechende oder aufsteigende Stängel, die eine Höhe von 5–20 cm erreichen. Die Stängel sind sukkulent und können an den Knoten Wurzeln bilden.

Samenbeschreibung:

-      Kleine, braune, keilförmige Samen, die in Kapselfrüchten gebildet werden.

Art der Wurzler:

-      Flachwurzler mit oberflächlichen, kriechenden Wurzeln (kann auch luftwurzelartige Ausläufer bilden)


Geruch der Pflanze:

-      Leicht aromatisch, erinnert an Minze oder Zitronenverbene

Geschmack der Pflanze: Bitter-herb, leicht scharf

Lebenszeitspanne:

-      Mehrjährig (in tropischen Regionen), in Mitteleuropa einjährig (frostempfindlich)

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Keine spezifischen Methoden nötig. Brahmi ist robust und wird selten von Schädlingen befallen. Als Teichpflanze fördert es die Biodiversität und bietet Lebensraum für kleine Wassertiere.


Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen)

Keimdauer: 10–20 Tage bei optimalen Bedingungen

Keimtemperatur: 20–25 °C

Keimvorbereitung:

-      Samen vor der Aussaat 24 Stunden in Wasser einweichen, um die Keimung zu beschleunigen.

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre bei trockener Lagerung


Aussaatzeitraum:

-      März–April (Vorkultur im Haus) oder Mai–Juni (direkte Aussaat ins Freiland nach den Eisheiligen)

Aussaat Tiefe:

-      Oberflächlich, Samen nur leicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer)

Abstand in der Reihe: 15–20 cm

Abstand zur nächsten Pflanze: 15–20 cm

Samen pro Pflanzloch:

-      3–5 Samen pro Loch, später auf die stärksten Pflanzen vereinzeln


Bevorzugte Beet Art:

-      Teichrandbeet, Sumpfbeet, Kräuterspirale, Kübelpflanzenkultur

Idealer Boden:

-      Feucht, nährstoffreich, sandig-lehmig, leicht sauer bis neutral

pH-Wert des Bodens: 5,5–7,0 (schwach sauer bis neutral)


Gießverhalten:

-      Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden. Ideal für feuchte Standorte oder Teichränder.

Sonnenbedarf: Volle Sonne bis Halbschatten

Düngereinsatz:

-      Schwachzehrer, keine zusätzliche Düngung nötig. Bei zu nährstoffreichem Boden wird die Pflanze schwächer.

Empfohlener Dünger: Keiner


Ist das Anhäufeln von Vorteil: Nein

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: ein


Krautzuordnung: Heilpflanze, Teichpflanze, Zierpflanze, Würzpflanze

Mit Heilwirkung: Ja

Wirkstoffe:

-      Bacoside (A und B), Alkaloide (Brahmine, Herpestine), Flavonoide, Saponine, Triterpene

Anwendungsbereiche:

-      Traditionell:

o   Förderung der kognitiven Leistungsfähigkeit, Stressabbau, Gedächtnisstütze, Ayurveda-Medizin

-      Moderne Anwendung:

o   Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Gehirnfunktion, Antioxidans

Verabreichung:

-      Innerlich:

o   Tee (Aufguss), Tinktur, Kapseln, Pulver

-      Äußerlich:

o   Umschläge (bei Hautirritationen)


Essbar: Ja (aber selten in der Küche verwendet)

Welche essbaren Teile: Junge Blätter und Stängel (roh oder gekocht)

Giftig: Nein (aber in großen Mengen möglicherweise abführend)

Welche giftigen Teile: Keine bekannt

Verwechslungsgefahr mit:

-      Andere Bacopa-Arten wie Bacopa caroliniana (Blaues Heusenkraut) oder Bacopa rotundifolia. Achtung: Verwechslungen sind möglich, aber Bacopa monnieri hat kleinere Blätter und eine andere Wuchsform.


Verwendung in der Küche:

-      Junge Blätter und Stängel in Salaten, Smoothies oder als würzige Beilage. Selten als Tee verwendet.

Beste Haltbarmachung:

Frische Blätter und Stängel einfrieren oder trocknen für spätere Verwendung.

Lagerung der Pflanze:

Frische Blätter:

Im Kühlschrank in feuchtem Küchentuch für 3–5 Tage

Getrocknete Blätter:

Dunkel, trocken und luftdicht für 1–2 Jahre


Das beste Rezept:

Ø  Brahmi-Smoothie

-      1 Handvoll frische Brahmi-Blätter,

-      1 Banane,

-      200 ml Mandelmilch,   

-      1 TL Honig,

-      Eiswürfel
Alles mixen und mit Honig süßen.

Die beste Speise:

Ø  Brahmi-Pesto

-      1 Handvoll frische Brahmi-Blätter,

-      50 g Pinienkerne,

-      50 g Parmesan,

-      1 Knoblauchzehe,

-      100 ml Olivenöl,

-      Salz,

-      Pfeffer
Alles pürieren und zu Nudeln oder als Dip servieren.

Das beste Getränk:

Ø  Brahmi-Tee

-      1 TL getrocknete Brahmi-Blätter mit

-      250 ml heißem Wasser übergießen,

-      10 Minuten ziehen lassen

Die beste Beilage:

-      Passt zu asiatischen Gerichten oder als würzige Note in Kräuterquark


10 Unterarten/Kultivare in Europa (deutscher und botanischer Name):

Da Bacopa monnieri eine einzige Art ist, gibt es keine Unterarten, aber verschiedene Kultivare (Zuchtsorten), die sich in Wuchs oder Blattgröße unterscheiden:

-      Brahmi (Standardform)Bacopa monnieri ‘Typicum’

-      Großblättriger BrahmiBacopa monnieri ‘Grandifolia’

-      Zwerg-BrahmiBacopa monnieri ‘Nana’

-      Bunter BrahmiBacopa monnieri ‘Variegata’ (gelb-grün panaschierte Blätter)

-      Roter BrahmiBacopa monnieri ‘Rubra’ (rötliche Stängel)

-      Kriechender BrahmiBacopa monnieri ‘Prostrata’

-      Aufrechter BrahmiBacopa monnieri ‘Erecta’

-      Indischer BrahmiBacopa monnieri ‘Indicus’ (häufig in der ayurvedischen Medizin)

-      Australischer BrahmiBacopa monnieri ‘Australis’ (für feuchte Klimazonen)

-      Süßer BrahmiBacopa monnieri ‘Dulcis’ (milder im Geschmack)


Drei häufig vorkommende Kultivare in Europa:

-      Bacopa monnieri ‘Typicum’ (Standardform)

-      Bacopa monnieri ‘Grandifolia’ (Großblättriger Brahmi)

-      Bacopa monnieri ‘Variegata’ (Bunter Brahmi)


Drei seltenste Kultivare in Europa:

-      Bacopa monnieri ‘Rubra’ (Roter Brahmi)

-      Bacopa monnieri ‘Dulcis’ (Süßer Brahmi)

-      Bacopa monnieri ‘Australis’ (Australischer Brahmi)


Drei ältesten Kultivare (historisch):

-      Bacopa monnieri ‘Typicum’ (älteste dokumentierte Form, seit der Antike in der ayurvedischen Medizin genutzt)

-      Bacopa monnieri ‘Indicus’ (seit dem Mittelalter in Indien kultiviert)

-      Bacopa monnieri ‘Grandifolia’ (historisch in Klostergärten verwendet)


Guter Nachbar:

-      Minze, Zitronenverbene, Schachtelhalm, Kalmus (alle feuchtigkeitsliebend und verträglich)

Schlechter Nachbar:

-      Trockenheitsliebende Pflanzen wie Lavendel oder Thymian (konkurrieren um Feuchtigkeit)

Beste Mischkulturen:

-      Brahmi wächst gut in Mischkultur mit:

o    Minze (verträgt sich gut und fördert die Verdauung)

o    Zitronenverbene (ähnliche Standortansprüche)

o    Schachtelhalm (unterstützt die Pflanze durch Silizium)

o    Kalmus (feuchtigkeitsliebend und pflegeleicht)


Quellennachweis:

-      Wikipedia – Bacopa monnieri: https://de.wikipedia.org/wiki/Bacopa_monnieri

-      FloraWeb – Bacopa monnieri: https://www.floraweb.de

-      Biolib – Bacopa monnieri: https://www.biolib.de

-      Pflanzenbuch – Brahmi: https://www.pflanzenbuch.ch

-      Phytotherapie – Bacopa monnieri: https://www.phytotherapie-zentrum.de

-      Bundesinstitut für Risikobewertung – Brahmi: https://www.bfr.bund.de

-      Heilpflanzen-Katalog – Bacopa monnieri: https://www.heilpflanzen-katalog.de

-      Ökologisches Pflanzenportal – Bacopa: https://www.oekoplantae.de

-      Kräutervermehrung – Bacopa monnieri: https://www.kraeutervermehrung.de

-      Saatgut-Tagebuch – Bacopa monnieri: https://www.saatguttagebuch.de

-      Ayurveda-Journal – Brahmi: https://www.ayurveda-journal.de