Augentrost (Euphrasia officinalis)
Der Gemeine Augentrost oder Große Augentrost, auch Wiesen-Augentrost genannt, ist eine Wiesenpflanze aus der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).
Name (Deutsch): Augentrost
Botanischer Name: Euphrasia officinalis
Gattung: Euphrasia
Pflanzenfamilie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)
Name im Volksmund:
Augentrost, Gemeiner Augentrost, Wiesen-Augentrost, Heil-Augentrost
Wieviele Unterarten in Europa:
- In Europa gibt es etwa 30–40 Arten der Gattung Euphrasia, wobei Euphrasia officinalis als Sammelart gilt. Die genaue Anzahl an Unterarten variiert je nach taxonomischer Einordnung und Region.
Anbauordnung: Wildpflanze, gelegentlich Kulturpflanze
Kulturart: Heil- und Wildkraut
Klimazone:
- Gemäßigte Zone, bevorzugt atlantisches und subatlantisches Klima
Erntezeitraum:
- Juni–September (Blütezeit), Ernte der oberirdischen Teile während der Blüte
Zehrer Art: Schwach Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Augentrost enthält Gerbstoffe und Iridoide, die entzündungshemmend wirken. Bei empfindlichen Personen können allergische Reaktionen auftreten. Nicht für die innere Anwendung während der Schwangerschaft geeignet.
Bemerkung:
- Augentrost ist eine halbparasitäre Pflanze, die sich von den Wurzeln benachbarter Gräser und Kräuter ernährt. Sie wächst bevorzugt auf nährstoffarmen, kalkhaltigen Böden.
Bester Fundort in der Natur:
- Magerwiesen, Weiden, Waldränder, sonnige Hänge, Moore
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit anderen Wildkräutern wie Schafgarbe, Kamille oder Löwenzahn. Als Halbparasit kann Augentrost jedoch Nährstoffe aus benachbarten Pflanzen ziehen.
Blütenbeschreibung:
- Kleine, weiße bis hellviolette Blüten mit gelber Zeichnung und dunkleren Adern, die an ein Auge erinnern (Name!). Die Blüten sind zygomorph (spiegelbildlich) und haben eine zweilippige Krone.
Blattbeschreibung:
- Kleine, eiförmige bis rundliche Blätter mit gezacktem Rand. Die Blätter sind hellgrün bis grau-grün und leicht behaart.
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Aufrechter, verzweigter Stängel, der eine Höhe von 10–30 cm erreicht. Die Stängel sind oft rötlich überlaufen und leicht behaart.
Samenbeschreibung:
- Kleine, braune Samen mit einer glatten Oberfläche, die in Kapseln gebildet werden.
Art der Wurzler:
- Flachwurzler (mit halbparasitischen Wurzeln, die sich an andere Pflanzen anheften)
Geruch der Pflanze: Leicht aromatisch, herb
Geschmack der Pflanze: Bitter, adstringierend (zusammenziehend)
Lebenszeitspanne: Einjährig bis überwinternd einjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Keine spezifischen Methoden nötig, da Augentrost selten von Schädlingen befallen wird. Als Wildpflanze fördert sie die Biodiversität und zieht Bestäuber an.
Keimer Art: Lichtkeimer (Samen benötigen Licht zum Keimen)
Keimdauer: 10–20 Tage bei optimalen Bedingungen
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung:
- Keine spezielle Vorbereitung nötig. Samen direkt auf die Erde streuen und leicht andrücken.
Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre bei trockener Lagerung
Aussaatzeitraum:
- März–Mai oder September–Oktober (direkte Aussaat ins Freiland)
Aussaat Tiefe:
- Oberflächlich, Samen nur leicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer)
Abstand in der Reihe: 15–20 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 15–20 cm
Samen pro Pflanzloch:
- 3–5 Samen pro Loch, später auf die stärkste Pflanze vereinzeln
Bevorzugte Beet Art:
- Wildkräuterbeet, Kräuterspirale, Steppenbeet, sonnige Wiesenflächen
Idealer Boden: Mager, kalkhaltig, sandig-lehmig, trocken bis frisch
pH-Wert des Bodens: 6,5–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)
Gießverhalten: Mäßig, Staunässe vermeiden. Trockenheitsresistent.
Sonnenbedarf: Vollsonne bis Halbschatten
Düngereinsatz:
- Nicht nötig, da Augentrost auf nährstoffarmen Böden gedeiht. Bei zu nährstoffreichem Boden wird die Pflanze schwächer.
Empfohlener Dünger: Keiner
Ist das Anhäufeln von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Wildkraut, Heilkraut, Wiesenpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe:
- Iridoide (z. B. Aucubin, Euphrosid), Gerbstoffe, Flavonoide, ätherische Öle, Bitterstoffe
Anwendungsbereiche:
- Entzündungen der Augen (z. B. Bindehautentzündung), Lidrandentzündung, gereizte Augen, traditionell als Hausmittel bei Augenbeschwerden.
Verabreichung:
- Als Tee (Augenbad), Umschlag, Tinktur oder frischer Presssaft.
Essbar: Nein (nicht für den Verzehr geeignet)
Welche essbaren Teile: Keine
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Andere Arten der Gattung Euphrasia oder ähnliche Braunwurzgewächse wie der Alpen-Augentrost (Euphrasia alpina). Verwechslungen sind möglich, aber nicht gefährlich.
Verwendung in der Küche: Keine kulinarische Verwendung
Beste Haltbarmachung:
- Trocknen der Blüten und Blätter für Teezubereitung oder Tinkturen
Lagerung der Pflanze:
- Getrocknete Pflanzenteile in dunklen, luftdichten Gläsern an einem trockenen Ort lagern
Das beste Rezept:
- Augentrost-Tee (1 TL getrocknete Pflanze mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und als Augenbad verwenden)
Die beste Speise: Keine
Das beste Getränk:
- Augentrost-Tee (kühl als Augenbad oder warm als Heiltee)
Die beste Beilage: Keine
10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
Da die Gattung Euphrasia sehr artenreich ist und viele Unterarten regional unterschiedlich eingestuft werden, sind hier 10 bekannte Arten/Unterarten in Europa aufgeführt:
- Gemeiner Augentrost – Euphrasia officinalis subsp. officinalis
- Alpen-Augentrost – Euphrasia alpina
- Hügel-Augentrost – Euphrasia nemorosa
- Kleiner Augentrost – Euphrasia minima
- Moor-Augentrost – Euphrasia micrantha
- Berg-Augentrost – Euphrasia montana
- Wald-Augentrost – Euphrasia nemorosa
- Sumpf-Augentrost – Euphrasia rostkoviana
- Zarter Augentrost – Euphrasia confusa
- Frühlings-Augentrost – Euphrasia vernalis
Drei häufig vorkommende Unterarten in Europa:
- Euphrasia officinalis subsp. officinalis (Gemeiner Augentrost)
- Euphrasia rostkoviana (Sumpf-Augentrost)
- Euphrasia nemorosa (Hügel-/Wald-Augentrost)
Drei seltenste Unterarten in Europa:
- Euphrasia picta (Buntblütiger Augentrost)
- Euphrasia tetraquetra (Vierkantiger Augentrost)
- Euphrasia salisburgensis (Salzburger Augentrost)
Drei ältesten Unterarten (taxonomisch/historisch):
- Euphrasia officinalis (älteste dokumentierte Art, seit dem 16. Jahrhundert in der Heilkunde bekannt)
- Euphrasia rostkoviana (seit dem 18. Jahrhundert als Heilpflanze genutzt)
- Euphrasia stricta (Strenger Augentrost, historisch in der Volksmedizin verwendet)
Guter Nachbar:
- Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn, Thymian (fördern die Biodiversität und vertragen sich gut)
Schlechter Nachbar:
- Starkzehrende Pflanzen wie Kohl oder Kürbis (können Augentrost überwuchern)
Beste Mischkulturen:
- Augentrost wächst gut in Wildkräutermischungen oder auf Magerwiesen mit:
o Schafgarbe (Achillea millefolium)
o Kamille (Matricaria chamomilla)
o Löwenzahn (Taraxacum officinale)
o Thymian (Thymus vulgaris)
Quellennachweis:
- Wikipedia – Augentrost:
https://de.wikipedia.org/wiki/Augentrost
- FloraWeb – Euphrasia: https://www.floraweb.de
- Pflanzenbuch – Augentrost: https://www.pflanzenbuch.ch
- Biolib – Euphrasia: https://www.biolib.de
- Heilpflanzen-Katalog – Augentrost: https://www.heilpflanzen-katalog.de
- Phytotherapie – Augentrost: https://www.phytotherapie-zentrum.de
- Bundesinstitut für Risikobewertung – Augentrost: https://www.bfr.bund.de
- Ökologisches Pflanzenportal – Euphrasia: https://www.oekoplantae.de
- Kräutervermehrung – Augentrost: https://www.kraeutervermehrung.de
- Saatgut-Tagebuch – Augentrost: https://www.saatguttagebuch.de