Gundermann (Glechoma hederacea – auch bekannt als Efeu-Gundelrebe oder Hederich)

Der Gundermann ist eine mehrjährige, duftende Wildpflanze, die in Europa weit verbreitet ist und für ihre essbaren Blätter und heilenden Eigenschaften bekannt ist. Er wächst auf feuchten Wiesen, in Gärten und an schattigen Orten und ist eine wichtige Bienenweide. Gundermann wird in der Küche (z. B. Salate, Tees) und Naturheilkunde (z. B. harntreibend, entzündungshemmend) genutzt.


Name (Deutsch): Gundermann

Botanischer Name: Glechoma hederacea

Gattung: Glechoma

Pflanzenfamilie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Name im Volksmund:

  • Efeu-Gundelrebe, Hederich, Gundelrebe, Erdefeu, Katzenminze (nicht zu verwechseln mit Nepeta cataria)

Wieviele Unterarten in Europa:

  • In Europa werden keine spezifischen Unterarten von Glechoma hederacea geführt. Es gibt jedoch regionale Variationen in Blattform und Wuchs, die nicht taxonomisch als Unterarten klassifiziert sind.

Anbauordnung: Wildpflanze, gelegentlich Zier- oder Bodendeckerpflanze

Kulturart: Wildkraut, Heil- und Würzkraut, Bodendecker

Klimazone: Gemäßigte Zone; weit verbreitet in Europa und Nordasien

Erntezeitraum:

-      März bis Juni (Hauptwachstumsphase), Blätter ganzjährig verfügbar

Zehrer Art: Schwach Zehrer


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Bildet dichte Teppiche durch oberirdische Ausläufer (Ausläufer bildend).

-      Kann in Gärten invasiv werden, wenn nicht kontrolliert.

-      Verträgt auch schattige Standorte, blüht aber üppiger an sonnigen bis halbschattigen Plätzen.

Bemerkung:

-      Mehrjährige, ausdauernde Pflanze mit wintergrünen Blättern.

-      Wird oft als Bodendecker oder in Kräutergärten genutzt.

Bester Fundort in der Natur:

-      Feuchte Wiesen, Waldränder, Gebüsche, Gärten, Wegränder, Auwälder

-      Bevorzugt nährstoffreiche, humose Böden

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Verträgt sich gut mit anderen Stauden und Kräutern wie Minze, Melisse oder Frauenmantel.

-      Fördert die Bodenbedeckung und unterdrückt Unkraut.


Blütenbeschreibung:

-      Kleine, violett-blaue, selten rosa oder weiße Lippenblüten (ca. 1,5–2 cm lang).

-      Blütezeit: März bis Mai (je nach Standort).

-      Blüten stehen in Scheinquirlen in den Blattachseln.

Blattbeschreibung:

-      Rundlich bis nierenförmig, gekerbter Blattrand, leicht behaart.

-      Oberseits dunkelgrün, unterseits hellgrün.

-      Blattgröße: 2–4 cm Durchmesser.

Stamm-/Stielbeschreibung:

-      Vierkantige, kriechende Stängel, die an den Knoten Wurzeln schlagen.

-      Wuchshöhe: 5–20 cm (kriechend).

Samenbeschreibung:

-      Kleine, braune Nüsschen, die in vier Teilfrüchten (Klausen) zerfallen.

Art der Wurzler: Flachwurzler (bildet oberirdische Ausläufer)


Geruch der Pflanze: Aromatisch, minzig-würzig, erinnert an Minze

Geschmack der Pflanze: Würzig-bitter, minzig, leicht scharf

Lebenszeitspanne: Mehrjährig (ausdauernd)

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

-      Fördert Nützlinge wie Wildbienen und Schmetterlinge.

-      Wirkt als Bodendecker gegen Erosion und Austrocknung.


Keimer Art: Lichtkeimer (Samen nicht mit Erde bedecken)

Keimdauer: 10–21 Tage

Keimtemperatur: 15–22 °C

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre


Aussaatzeitraum:

-      Direktsaat: März bis Mai oder September bis Oktober

-      Vorkultur: Februar bis März (bei kalter Anzucht)

Aussaat Tiefe: Oberflächlich, Samen nur leicht andrücken

Abstand in der Reihe: 20–30 cm

Abstand zur nächsten Pflanze: 20–30 cm

Samen pro Pflanzloch: 3–5 Samen


Bevorzugte Beet Art:

-      Kräuterbeet, Wildkrautbeet, Steingarten, Bodendeckerbeet

Idealer Boden: Frisch bis feucht, humusreich, nährstoffreich, durchlässig

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 (neutral bis leicht alkalisch)


Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten; verträgt keine Staunässe

Sonnenbedarf:

-      Halbschatten bis Schatten (verträgt auch volle Sonne, wenn der Boden feucht genug ist)

Düngereinsatz:

-      Gering, da Schwachzehrer; organischer Dünger im Frühjahr

Empfohlener Dünger: Kompost, Brennnesseljauche


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein

Ist ein Spalier notwendig: Nein


Krautzuordnung:

-      Wildkraut, Heil- und Würzkraut, Bodendecker, Wiesenpflanze

Mit Heilwirkung: Ja

Wirkstoffe:

-      Ätherische Öle (u. a. Menthol, Pinen), Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Rosmarinsäure

Anwendungsbereiche:

-      Traditionell bei Husten, Bronchitis, Verdauungsbeschwerden

-      Äußerlich bei Hautentzündungen, Wunden

-      Stärkung des Immunsystems

Verabreichung:

-      Trinken (Tee, frischer Saft)

-      Essen (roh oder gekocht)

-      Umschläge (bei Entzündungen)


Essbar: Ja

Welche essbaren Teile: Junge Blätter, Triebe, Blüten

Giftig: Nein

Welche giftigen Teile: Keine

Verwechslungsgefahr mit:

-      Gefährlich: Gefleckter Schierling (Conium maculatum) – aber Gundermann hat runde, nierenförmige Blätter und riecht minzig!

-      Harmlos: Efeu (Hedera helix) – Gundermann hat jedoch viel kleinere Blätter und gehört zu den Lippenblütlern.


Verwendung in der Küche:

-      Als Würzkraut in Suppen, Salaten, Kräuterquark, Wildgerichten

-      Traditionell in der "Grünen Soße" (Hessische Spezialität)

-      Frisch in Pesto oder als Tee

Beste Haltbarmachung:

-      Trocknen (dunkel und luftig)

-      Einfrieren (gehackt in Eiswürfelbehältern mit Wasser)

-      Einlegen in Essig oder Öl

Lagerung der Pflanze:

-      Frisch: In feuchtem Küchentuch im Kühlschrank (1–2 Wochen)

-      Getrocknet: Dunkel und luftdicht (1 Jahr)


Das beste Rezept: Gundermann-Pesto

Die beste Speise: Gundermann-Kräutersuppe oder "Grüne Soße"

Das beste Getränk: Gundermann-Tee (bei Husten oder zur Frühjahrskur)

Die beste Beilage: Zu Kartoffeln, Eierspeisen oder Wildgerichten


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):

-      In Europa werden keine 10 Unterarten von Glechoma hederacea geführt. Es gibt jedoch regionale Variationen, die nicht taxonomisch als Unterarten klassifiziert sind.


Drei häufig vorkommende Variationen (keine offiziellen Unterarten):

-      Glechoma hederacea 'Variegata' (buntblättrige Sorte)

-      Glechoma hederacea 'Hemerose' (stark wüchsige Sorte)

-      Glechoma hederacea 'Repens' (kriechende Sorte)


Drei seltenste Variationen:

-      Glechoma hederacea 'Gold Leaf' (gelbblättrige Sorte)

-      Glechoma hederacea 'Plena' (gefüllt blühende Sorte)

-      Glechoma hederacea 'Blue Moon' (seltene Züchtung mit bläulichen Blättern)


Drei älteste (historisch bekannte) Variationen:

-      Glechoma hederacea 'Typica' (die ursprüngliche Wildform)

-      Glechoma hederacea 'Hibernica' (irische Variante)

-      Glechoma hederacea 'Alba' (weißblütige Variante)


Guter Nachbar:

-      Minze, Melisse, Frauenmantel, Storchschnabel, Waldmeister

Schlechter Nachbar:

-      Starkzehrer wie Kohl oder Tomaten (können den Gundermann überwuchern)

Beste Mischkulturen:

-      In Kräutergärten mit Minze, Melisse und Kamille

-      Als Bodendecker unter Gehölzen oder in Schattenbeeten


Quellennachweis:

-      [1] [Wikipedia – Gundermann](https://de.wikipedia.org/wiki/Gundermann)

-      [2] [Heilpflanzen-Katalog – Gundermann](https://www.heilpflanzen-katalog.de/pflanzen/gundermann/)

-      [3] [Pflanzen-Bestimmung – Gundermann](https://www.pflanzen-bestimmung.de/pflanzen/gundermann-glechoma-hederacea)

-      [4] [Kräuter-Verzeichnis – Gundelrebe](https://www.kraeuter-verzeichnis.de/gundelrebe/)

-      [5] [Naturheilpraxis – Gundermann](https://www.naturheilpraxis-haug.de/heilpflanzen/gundermann/)

-      [6] [Gartenpraxis – Gundermann als Bodendecker](https://www.gartenpraxis.de/gundermann-bodendecker/)

-      [7] [Bundesinstitut für Risikobewertung – Ungiftige Wildpflanzen](https://www.bfr.bund.de/)