Ferkelkraut (Hypochaeris radicata)
Das Ferkelkraut ist eine robuste, mehrjährige Wildpflanze, die häufig auf Wiesen und Weiden vorkommt. Es ist sowohl ökologisch wertvoll als auch in der Küche und Naturheilkunde nutzbar. 🌿
Name (Deutsch): Ferkelkraut
Botanischer Name: Hypochaeris radicata
Gattung: Hypochaeris
Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae)
Name im Volksmund:
- Wurzel-Ziegenbart, Wurzel-Hypocheris, Wiesen-Pippau
Wieviele Unterarten gibt es in Europa:
- Ca. 4-6 Unterarten (je nach Quelle)
Anbauordnung: Wildpflanze, gelegentlich Zierpflanze
Kulturart: Wiesenpflanze / Wildkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: Frühling bis Herbst (April bis September)
Zehrer Art: Schwach- bis Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis zur Pflanze:
- Bevorzugt durchlässige, magere Böden; nicht auf nährstoffreichen Standorten dominierend wachsen lassen
Bemerkung:
- Wichtig für Bienen und andere Bestäuber; leicht bitterer Geschmack, roh oder gekocht essbar
Bester Fundort in der Natur:
- Magere Wiesen, Weiden, Wegränder, lichte Wälder
Beipflanzung und ihre Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit Gräsern und anderen Wildkräutern; fördert Biodiversität
Blütenbeschreibung:
- Gelbe, korbförmige Blütenköpfe, ähnlich Löwenzahn, 2–3 cm Durchmesser
Blattbeschreibung:
- Rosettenförmige, lanzettliche Blätter, gezähnt, rau behaart
Stamm-/Stielbeschreibung:
- Aufrechter, hohler, behaarter Stängel, bis 40 cm hoch
Samenbeschreibung: Kleine, federnde Pappus-Samen, windverbreitet
Art der Wurzler: Tiefwurzelnd, kräftige Pfahlwurzel
Geruch der Pflanze: Schwach, leicht krautig
Geschmack der Pflanze: Bitter, nussig, leicht scharf
Lebenszeitspanne: Mehrjährig
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Unterstützt Nützlinge, keine direkte Schädlingsabwehr
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: Ca. 10-20 Tage
Keimtemperatur: 15–20 °C
Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig
Keimfähigkeit in Jahren: Ca. 2-3 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühling bis Sommer (März bis Juli)
Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm
Abstand in der Reihe: 15-20 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 20-25 cm
Samen pro Pflanzloch: 1-2
Bevorzugte Beet Art: Naturgarten, Wildblumenwiese, Magerrasen
Idealer Boden: Durchlässig, mager, sandig bis lehmig
pH-Wert des Bodens: 5,5–7,0
Gießverhalten: Trockenheitsverträglich, mäßig gießen
Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig
Düngereinsatz: Gering, keine Düngung notwendig
Empfohlener Dünger: Nicht erforderlich
Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein
Ist eine Rankhilfe nötig: Nein
Ist ein Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Wildkraut, Wiesenpflanze, Bei- und Heilpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Bitterstoffe, Inulin, Flavonoide
Anwendungsbereiche:
- Verdauungsfördernd, leicht harntreibend, entzündungshemmend
Verabreichung: Essen (roh oder gekocht), Umschläge, Tee
Essbar: Ja
Welche essbaren Teile:
- Junge Blätter, Blüten, Wurzeln (in kleinen Mengen)
Giftig: Nein
Welche giftigen Teile: Keine bekannt
Verwechslungsgefahr mit:
- Löwenzahn (Taraxacum), aber Ferkelkraut hat behaarte Blätter und andere Blütenform
Verwendung in der Küche:
- Roh im Salat, gekocht als Gemüse, in Wildkräutermischungen
Beste Haltbarmachung:
- Frisch verbrauchen oder kurz blanchieren und einfrieren
Lagerung der Pflanze: Kühl und feucht
Das beste Rezept: Wildkräutersalat mit Ferkelkraut
Die beste Speise: Gedünstetes Ferkelkraut mit Kartoffeln
Das beste Getränk: Ferkelkraut-Tee (bei Verdauungsbeschwerden)
Die beste Beilage: Zu herzhaften Gerichten, z.B. Eintöpfen
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10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name):
- Ferkelkraut – Hypochaeris radicata subsp. radicata
- Hypochaeris radicata subsp. glabra
- Hypochaeris radicata subsp. grandiflora
- Hypochaeris radicata subsp. maculata
- Hypochaeris radicata subsp. villosa
- Hypochaeris radicata subsp. alpina
- Hypochaeris radicata subsp. lusitanica
- Hypochaeris radicata subsp. hirtella
- Hypochaeris radicata subsp. maritima
- Hypochaeris radicata subsp. saxatilis
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Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Hypochaeris radicata subsp. radicata
- Hypochaeris radicata subsp. glabra
- Hypochaeris radicata subsp. grandiflora
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Drei seltene Unterarten:
- Hypochaeris radicata subsp. alpina
- Hypochaeris radicata subsp. lusitanica
- Hypochaeris radicata subsp. saxatilis
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Guter Nachbar:
- Klee, Schafgarbe, Löwenzahn (fördert Biodiversität und Bodenqualität)
Schlechter Nachbar:
- Starkzehrende Pflanzen, die Nährstoffe stark entziehen
Beste Mischkulturen:
- Wildkräuter und Gräser, die wenig Konkurrenz bilden
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Quellennachweis:
- Flora Europaea, Band 5
- P. Schmeil, A. Fitschen: Flora von Deutschland
- Bundesamt für Naturschutz (BfN) – Artensteckbrief Hypochaeris radicata
- Diverse botanische Fachbücher und Wildkräuterführer