Beifuß (Artemisia vulgaris)

Der Beifuß ist eine vielseitige Wildpflanze, die seit Jahrhunderten als Heil- und Würzkraut geschätzt wird. Er wächst robust an vielen Standorten und spielt eine wichtige Rolle in der traditionellen Medizin und Küche.


Name (Deutsch): Beifuß 

Botanischer Name: Artemisia vulgaris 

Gattung: Artemisia 

Pflanzenfamilie: Korbblütler (Asteraceae) 

Name im Volksmund: Gemeiner Beifuß, Mugwort, Wildbeifuß 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa:

  • Ca. 2-3 Unterarten, je nach Quelle (z.B. Artemisia vulgaris subsp. vulgaris, subsp. indica) 

Anbauordnung:

-      Wildpflanze, gelegentlich als Kulturpflanze und Zierpflanze 

Kulturart: Wildkraut / Heilpflanze / Wiesenpflanze 

Klimazone: Gemäßigte Zone 

Erntezeitraum: Juli bis September 

Zehrer Art: Mittelzehrer 


Wichtiger Hinweis zur Pflanze:

-      Kann bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen (Pollen) 

Bemerkung:

-      Mehrjährig, buschig wachsend, aromatisch 

Bester Fundort in der Natur:

-      Weg- und Waldränder, Ruderalflächen, nährstoffreiche Böden 

Beipflanzung und ihre Auswirkung:

-      Vertreibt Schädlinge, wirkt als natürlicher Pflanzenschutz 


Blütenbeschreibung:

-      Kleine, gelblich-grüne Blüten in dichten, rispigen Blütenständen 

Blattbeschreibung:

-      Gefiedert, dunkelgrün oben, silbrig behaart unten, aromatisch duftend 

Stamm-/Stielbeschreibung: Aufrecht, verzweigt, oft rötlich überlaufen 

Samenbeschreibung:

-      Kleine, braune bis schwarze Samen mit Haarbüscheln (Pappus) 

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd 


Geruch der Pflanze: Aromatisch, kampferartig 

Geschmack der Pflanze: Bitter-würzig, aromatisch 

Lebenszeitspanne: Mehrjährig 

Ökologische Schädlingsbekämpfung:

Beifuß wirkt abschreckend auf viele Schädlinge, fördert Nützlinge 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 10–20 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 2–3 Jahre


Aussaatzeitraum: Frühling (April bis Mai) 

Aussaat Tiefe: Flach, ca. 0,5 cm 

Abstand in der Reihe: 30–40 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 40–50 cm 

Samen pro Pflanzloch: 1–2 


Bevorzugte Beet Art: Lockerer Gartenboden, Kräuterbeet 

Idealer Boden: Nährstoffreich, humos, gut durchlässig 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,5 


Gießverhalten: Mäßig feucht, trockenheitsverträglich 

Sonnenbedarf: Vollsonnig bis halbschattig 

Düngereinsatz: Gering, Kompost bei Bedarf 

Empfohlener Dünger: Organischer Volldünger, Kompost 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Wildkraut, Heilpflanze, Würzkraut, Gartenpflanze 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide, Bitterstoffe, Sesquiterpenlactone 

Anwendungsbereiche:

-      Verdauungsfördernd, krampflösend, menstruationsfördernd, antibakteriell 

Verabreichung: Trinken (Tee), cremen, Umschläge, Räuchern, Tinkturen


Essbar: Ja (in kleinen Mengen) 

Welche essbaren Teile: Junge Blätter, Triebspitzen 

Giftig:

-      Nein (bei übermäßigem Gebrauch kann es zu Nebenwirkungen kommen) 

Welche giftigen Teile: Keine

-      toxischen Teile, aber allergieauslösend (Pollen) 

Verwechslungsgefahr mit:

-      Beifuß-Arten wie Artemisia absinthium (Wermut), die bitterer sind 


Verwendung in der Küche:

-      Würzkraut für Fleischgerichte, Suppen, Kräutermischungen 

Beste Haltbarmachung: Trocknen der Blätter und Triebe 

Lagerung der Pflanze: Kühl, trocken, lichtgeschützt 


Das beste Rezept: Beifuß-Kartoffeln oder Beifuß-Ragout 

Die beste Speise: Mit Beifuß gewürztes Wild- oder Geflügelgericht 

Das beste Getränk: Beifuß-Tee 

Die beste Beilage: Kartoffeln, Wurzelgemüse 


10 Unterarten in Europa (deutscher und botanischer Name): 

-      Gemeiner Beifuß – Artemisia vulgaris subsp. vulgaris 

-      Indischer Beifuß – Artemisia vulgaris subsp. indica 

-      Artemisia vulgaris subsp. lactiflora (selten) 

-      Artemisia vulgaris subsp. canadensis (regional) 

-      Artemisia vulgaris subsp. alba (selten) 

-      Artemisia vulgaris subsp. orientalis (selten) 

-      Artemisia vulgaris subsp. maritima (selten) 

-      Artemisia vulgaris subsp. glabrescens (selten) 

-      Artemisia vulgaris subsp. maximowiczii (selten) 

-      Artemisia vulgaris subsp. japonica (selten) 


Drei häufig vorkommende Unterarten:

-                 subsp. Vulgaris

-                 subsp. Indica

-                 subsp. canadensis 


Drei seltenste Unterarten:

-                 subsp. Alba

-                 subsp. Maritima

-                 subsp. glabrescens 


Guter Nachbar: Kohl, Rosen, Tomaten (Schädlingsabwehr) 

Schlechter Nachbar: Starkzehrende Pflanzen wie Mais 

Beste Mischkulturen:

Mischkultur mit Gemüsearten zur Schädlingsabwehr und Förderung der Biodiversität 


Quellennachweis: 

-                 Flora Europaea 

-                 Bundesamt für Naturschutz (FloraWeb) 

-                 Heilpflanzenlexikon (PFAU-Verlag) 

-                 Kräuterbücher und traditionelle Medizinliteratur 

-                 Wikipedia: Artemisia vulgaris