Garten-Schnittlauch (ALLIUM SCHOENOPRASUM)
Nach einer Sage aß Kaiser Nero Schnittlauch mit viel Öl, um eine schöne Stimme zu bekommen und ein großer Sänger zu werden. Schnittlauch vertreibt durch seinen scharfen Geruch übrigens viele Schädlinge und ist deshalb im Garten in Mischkultur mit anderen Pflanzen sehr beliebt.
Wer Schnittlauch vor allem für den Verzehr ernten will, sollte die Blütenstängel regelmässig entfernen. Wer aber die dekorativen und kulinarischen Eigenschaften der Blüten zu schätzen weiß, kann auch diese mitessen.
Name (Deutsch): Garten-Schnittlauch
Botanischer Name: Allium schoenoprasum
Gattung: Allium
Pflanzenfamilie:
- Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae), früher Lauchgewächse (Alliaceae)
Name im Volksmund: Schnittlauch, Lauchkraut
Anzahl Unterarten in Europa:
- Etwa 3 Unterarten bzw. Varietäten, z.B. Allium schoenoprasum subsp. schoenoprasum, subsp. sibiricum, subsp. lapponicum
Anbauordnung: Kulturpflanze, Wildpflanze
Kulturart: Gemüse, Würzkraut, Wildkraut
Klimazone: Gemäßigte Zone
Erntezeitraum: März bis Oktober (je nach Standort und Anbau)
Zehrer Art: Mittel Zehrer
Wichtiger Hinweis:
- Anspruchslos, benötigt gut durchlässigen, humosen Boden und ausreichend Feuchtigkeit
Bemerkung: Mehrjährige Pflanze, bildet Horste, winterhart
Bester Fundort in der Natur: Feuchte Wiesen, Flussufer, lichte Wälder
Beipflanzung und Auswirkung:
- Verträgt sich gut mit Karotten, Tomaten, Erdbeeren; wirkt abschreckend auf einige Schädlinge
Blütenbeschreibung:
- Kugelige Blütenstände mit kleinen, rosa bis violetten Blüten, Blütezeit Mai bis Juli
Blattbeschreibung:
- Röhrenförmige, hohle, grüne Blätter, ca. 20-30 cm lang
Stamm-/Stielbeschreibung: Blütenstiele aufrecht, hohl
Samenbeschreibung: Kleine, schwarze Samen in Kapselfrüchten
Art der Wurzler: Flachwurzelnd, knollig
Geruch der Pflanze: Charakteristisch zwiebelartig, mild
Geschmack der Pflanze: Mild zwiebelartig, aromatisch
Lebenszeitspanne: Mehrjährig, langlebig (bis zu 10 Jahre und mehr)
Ökologische Schädlingsbekämpfung:
- Natürliches Abwehrmittel gegen Blattläuse und andere Schädlinge, fördert Nützlinge
Keimer Art: Lichtkeimer
Keimdauer: 14-30 Tage
Keimtemperatur: 15-20 °C
Keimvorbereitung:
- Samen vor der Aussaat 24 Stunden in Wasser einweichen empfohlen
Keimfähigkeit in Jahren: 2-3 Jahre
Aussaatzeitraum: Frühling (März bis Mai)
Aussaat Tiefe: 0,5 bis 1 cm
Abstand in der Reihe: 10-15 cm
Abstand zur nächsten Pflanze: 15-20 cm
Samen pro Pflanzloch: 1-2
Bevorzugte Beet Art: Locker, humos, gut durchlässig
Idealer Boden: Nährstoffreich, feucht aber nicht nass
pH-Wert des Bodens: 6,0 - 7,5 (neutral bis leicht sauer)
Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, keine Staunässe
Sonnenbedarf: Sonne bis Halbschatten
Düngereinsatz: Mittel, organisch bevorzugt
Empfohlener Dünger: Kompost, organischer Kräuterdünger
Anhäufen von Vorteil: Nein
Rankhilfe nötig: Nein
Spalier notwendig: Nein
Krautzuordnung: Gemüse, Würzkraut, Gartenpflanze
Mit Heilwirkung: Ja
Wirkstoffe: Schwefelverbindungen (Alliin), Flavonoide, ätherische Öle
Anwendungsbereiche:
- Verdauungsfördernd, antibakteriell, blutdrucksenkend, harntreibend
Verabreichung: Essen, Tee, Umschläge
Essbar: Ja
Essbare Teile: Blätter, Blüten
Giftig: Nein
Verwechslungsgefahr mit:
- Andere Allium-Arten, z.B. Bärlauch (Allium ursinum), der jedoch breitere Blätter hat und anders riecht
Verwendung in der Küche:
- Frisch als Würzkraut für Salate, Suppen, Eierspeisen, Kräuterquark
Beste Haltbarmachung:
- Frisch verwenden oder einfrieren; getrocknet verliert er viel Aroma
Lagerung der Pflanze:
- Kühl und feucht, z.B. im Kühlschrank in feuchtem Tuch
Bestes Rezept: Kräuterquark mit frischem Schnittlauch
Beste Speise: Schnittlauch-Eierspeise oder Kräuterquark
Bestes Getränk: Schnittlauch-Tee (bei Verdauungsbeschwerden)
Beste Beilage: Kartoffelgerichte, Quark, Salate
10 Unterarten in Europa (deutsch / botanisch):
- Garten-Schnittlauch - Allium schoenoprasum subsp. schoenoprasum
- Sibirischer Schnittlauch - Allium schoenoprasum subsp. sibiricum
- Lappländischer Schnittlauch - Allium schoenoprasum subsp. lapponicum
- Allium schoenoprasum var. alpinum
- Allium schoenoprasum var. glaucum
- Allium schoenoprasum var. rubescens
- Allium schoenoprasum var. major
- Allium schoenoprasum var. minor
- Allium schoenoprasum var. purpureum
- Allium schoenoprasum var. violaceum
Drei häufig vorkommende Unterarten:
- Allium schoenoprasum subsp. schoenoprasum
- Allium schoenoprasum subsp. sibiricum
- Allium schoenoprasum subsp. lapponicum
Drei seltene Unterarten:
- Allium schoenoprasum var. rubescens
- Allium schoenoprasum var. purpureum
- Allium schoenoprasum var. violaceum
Guter Nachbar:
- Karotten, Tomaten, Erdbeeren (unterstützt Schädlingsabwehr)
Schlechter Nachbar: Bohnen, Erbsen (konkurrieren um Nährstoffe)
Beste Mischkulturen:
- Mischkultur mit Möhren, Erdbeeren, Salat, Tomaten
Quellennachweis:
- Wikipedia: Allium schoenoprasum
- PFAF Plant Database
- Missouri Botanical Garden
- BBC Gardeners World
- Stauden-Ratgeber