Federkohl (Palmkohl) (Brassica oleracea var. Palmifolia)

Der Federkohl, auch Palmkohl genannt, ist eine robuste Kohlsorte mit langen, gefiederten Blättern, die besonders winterhart ist und einen mild-würzigen Geschmack besitzt. Er wird oft als Wintergemüse geschätzt und ist reich an Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen.


Name (Deutsch): Federkohl, Palmkohl 

Botanischer Name: Brassica oleracea var. palmifolia 

Gattung: Brassica 

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae) 

Name im Volksmund: Federkohl, Palmkohl, Blattkohl 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa: 

  • Keine eigenständigen Unterarten, jedoch zahlreiche Sorten und Zuchtformen 

Anbauordnung: Kulturpflanze (Gemüse) 

Kulturart: Gemüse 

Klimazone:

-      Gemäßigte Zone (Zonen 4–9); bevorzugt kühle Temperaturen (10–18 °C) 

Erntezeitraum:

-      Oktober bis März (frosthart, Geschmack verbessert sich durch Frost) 

Zehrer Art: Mittel Zehrer 


Wichtiger Hinweis zur Pflanze: 

-      Sehr frosthart, kann Temperaturen bis -15 °C vertragen 

-      Staunässe vermeiden, da Wurzelfäule droht 

-      Langsam wachsend, benötigt längere Kulturdauer als andere Kohlarten 

Bemerkung: 

-      Zweijährige Pflanze, wird meist einjährig kultiviert 

-      Lange, gefiederte, meist dunkelgrüne Blätter ohne festen Kopf 

Bester Fundort in der Natur: Kultiviert, nicht wild wachsend 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: 

Gute Nachbarn: 

-      Zwiebeln, Knoblauch (Schädlingsabwehr) 

-      Sellerie, Salat, Kräuter (Dill, Kamille) 

Schlechte Nachbarn: 

-      Tomaten, Erdbeeren (ziehen ähnliche Schädlinge an) 

-      Andere Kohlarten (Konkurrenz um Nährstoffe) 


Blütenbeschreibung: 

-      Gelbe, vierzählige Kreuzblüten in lockeren Trauben 

-      Blütezeit im zweiten Jahr 

Blattbeschreibung: 

-      Lange, gefiederte, schmale Blätter, meist dunkelgrün bis blauschwarz 

-      Blätter sind zart, weich und aromatisch 

Stamm-/Stielbeschreibung: 

-      Aufrechter Stängel, ca. 60–100 cm hoch 

-      Blätter sitzen direkt am Stängel ohne festen Kopf 

Samenbeschreibung: 

-      Kleine, runde, braune Samen in Schoten 

-      Keimfähigkeit: 4–5 Jahre 

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd (bis ca. 50 cm) 


Geruch der Pflanze: Mild, leicht kohlartig 

Geschmack der Pflanze: Mild, nussig, leicht süßlich 

Lebenszeitspanne: Zweijährig (meist einjährig kultiviert) 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: 

-      Förderung von Nützlingen durch Mischkultur 

-      Einsatz von Netzen gegen Kohlweißling und Kohlfliege 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 5–10 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 4–5 Jahre 


Aussaatzeitraum: 

-      Vorkultur: Februar bis April 

-      Direktsaat: April bis Juni 

Aussaat Tiefe: 0,5–1 cm 

Abstand in der Reihe: 40–50 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 50–60 cm 

Samen pro Pflanzloch: 2–3 


Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Hochbeet 

Idealer Boden: Tiefgründig, humusreich, gut durchlässig 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,0 


Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden 

Sonnenbedarf: Volle Sonne bis Halbschatten 

Düngereinsatz:

-      Mittel; organischer Dünger vor Aussaat und während der Wachstumsphase 

Empfohlener Dünger: Kompost, Hornspäne, organischer Gemüsedünger 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Gemüse 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: 

-      Vitamin C, K, B-Vitamine 

-      Ballaststoffe 

-      Glucosinolate (krebsvorbeugend) 

-      Antioxidantien 

Anwendungsbereiche: 

-      Verdauungsfördernd 

-      Entzündungshemmend 

-      Immunstärkend 

Verabreichung: Essen (gekocht oder roh), Saft, Salat 


Essbar: Ja 

Welche essbaren Teile: Blätter und Stängel 

Giftig: Nein 

Welche giftigen Teile: Keine bekannt 

Verwechslungsgefahr mit: 

-      Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica), der kürzere, stärker gekrauste Blätter hat 

-      Schwarzkohl (Brassica oleracea var. acephala), der längere, ledrigere Blätter hat 


Verwendung in der Küche: 

-      Gedünstet, gekocht, gebraten oder roh in Salaten 

-      In Suppen, Aufläufen, Pürees und als Beilage 

Beste Haltbarmachung: Kühl lagern, kurzzeitig frisch oder eingefroren 

Lagerung der Pflanze: Kühlschrank, gut verpackt und feucht 


Das beste Rezept: Palmkohl-Ragout mit Knoblauch und Sahne 

Die beste Speise: Gedünsteter Palmkohl mit Olivenöl und Parmesan 

Das beste Getränk: Palmkohl-Smoothie mit Apfel und Ingwer 

Die beste Beilage:

-      Zu deftigen Gerichten wie Wild, Gans oder Schweinebraten 


10 Sorten in Europa (Sorten): 

-      ‘Nero di Toscana’ 

-      ‘Black Magic’ 

-      ‘Cavolo Nero’ 

-      ‘Toscano’ 

-      ‘Lacinato’ 

-      ‘Dwarf Green Curled’ 

-      ‘Red Russian’ (rotstielig, nahe verwandt) 

-      ‘Winterbor’ 

-      ‘Celtic’ 

-      ‘Red Ursa’ 


Drei häufig vorkommende Sorten: 

-      ‘Nero di Toscana’ 

-      ‘Black Magic’ 

-      ‘Cavolo Nero’ 


Drei seltene Sorten: 

-      ‘Dwarf Green Curled’ 

-      ‘Celtic’ 

-      ‘Red Ursa’ 


Gute Nachbarn in Mischkultur: 

-      Zwiebeln & Knoblauch 

-      Sellerie  

-      Dill & Kamille 

-      Salat & Spinat 

-      Borretsch 

Schlechte Nachbarn: 

-      Tomaten & Erdbeeren 

-      Andere Kohlarten 

-      Bohnen & Erbsen 

Beste Mischkulturen: 

-      🌱 Palmkohl + Sellerie + Kamille (Schädlingsschutz) 

-      🌱 Palmkohl + Zwiebeln + Dill (natürlicher Schädlingsschutz) 

-      🌱 Palmkohl + Spinat (Bodenausnutzung) 

-      🌱 Palmkohl + Salat (platzsparend, da Salat schnell geerntet wird) 


Quellennachweis: 

-      Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) 

-      Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft 

-      „Gemüse von A-Z“ – Vollmer & Weber 

-      Hortipendium 

-      „Kohlgemüse – Anbau, Pflege, Sorten“ – Ulmer Verlag 

-      FAO (Food and Agriculture Organization) 

-      www.gartenjournal.net