Chou Moellier (Futterkohl (Brassica oleracea var. viridis))

Der Chou Moellier, auch Futterkohl genannt, ist eine robuste Kohlsorte, die vor allem als Futterpflanze für Tiere genutzt wird, aber auch für die menschliche Ernährung geeignet ist. Er zeichnet sich durch große, grüne Blätter und hohe Widerstandsfähigkeit aus.


Name (Deutsch): Chou Moellier, Futterkohl 

Botanischer Name: Brassica oleracea var. viridis 

Gattung: Brassica 

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler (Brassicaceae) 

Name im Volksmund: Markstammkohl, Futterkohl, Stängelkohl 

Wieviele Unterarten gibt es in Europa: 

  • Keine eigenständigen Unterarten, jedoch verschiedene regionale Sorten und Zuchtformen 

Anbauordnung: Kulturpflanze (Gemüse/Futterpflanze) 

Kulturart: Gemüse, Futterpflanze 

Klimazone:

-      Gemäßigte Zone (Zonen 4–9); bevorzugt kühle Temperaturen (10–18 °C) 

Erntezeitraum: August bis März (frosthart) 

Zehrer Art: Mittel- bis Starkzehrer 


Wichtiger Hinweis zur Pflanze: 

-      Sehr frosthart, kann Temperaturen bis -15 °C vertragen 

-      Staunässe vermeiden, da Wurzelfäule droht 

-      Hohe Pflanze mit fleischigen Stängeln und großen Blättern 

Bemerkung: 

-      Zweijährige Pflanze, wird meist einjährig kultiviert 

-      Hauptsächlich als Viehfutter verwendet, aber auch für die Küche geeignet 

Bester Fundort in der Natur: Kultiviert, nicht wild wachsend 

Beipflanzung und ihre Auswirkung: 

-      Gute Nachbarn: 

o   Zwiebeln, Knoblauch (Schädlingsabwehr) 

o   Sellerie, Salat, Kräuter (Dill, Kamille) 

-      Schlechte Nachbarn: 

o   Tomaten, Erdbeeren (ziehen ähnliche Schädlinge an) 

o   Andere Kohlarten (Konkurrenz um Nährstoffe) 


Blütenbeschreibung: 

-      Gelbe, vierzählige Kreuzblüten in lockeren Trauben 

-      Blütezeit im zweiten Jahr 

Blattbeschreibung: 

-      Große, glatte bis leicht krause, dunkelgrüne Blätter 

-      Blätter sind dick und saftig 

Stamm-/Stielbeschreibung: 

-      Hohe, dicke, fleischige Stängel 

-      Höhe: bis zu 150 cm 

Samenbeschreibung: 

-      Kleine, runde, braune Samen in Schoten 

-      Keimfähigkeit: 4–5 Jahre 

Art der Wurzler: Tiefwurzelnd (bis ca. 60 cm) 


Geruch der Pflanze: Mild, typisch kohlartig 

Geschmack der Pflanze: Mild, leicht süßlich, saftig 

Lebenszeitspanne: Zweijährig (meist einjährig kultiviert) 

Ökologische Schädlingsbekämpfung: 

-      Förderung von Nützlingen durch Mischkultur 

-      Einsatz von Netzen gegen Kohlweißling und Kohlfliege 


Keimer Art: Lichtkeimer 

Keimdauer: 5–10 Tage 

Keimtemperatur: 15–20 °C 

Keimvorbereitung: Keine spezielle Vorbereitung nötig 

Keimfähigkeit in Jahren: 4–5 Jahre 


Aussaatzeitraum: 

-      Vorkultur: Februar bis April 

-      Direktsaat: April bis Juni 

Aussaat Tiefe: 1–2 cm 

Abstand in der Reihe: 50–60 cm 

Abstand zur nächsten Pflanze: 60–70 cm 

Samen pro Pflanzloch: 2–3 


Bevorzugte Beet Art: Gemüsebeet, Hochbeet 

Idealer Boden: Tiefgründig, humusreich, gut durchlässig 

pH-Wert des Bodens: 6,0–7,0 


Gießverhalten: Gleichmäßig feucht halten, Staunässe vermeiden 

Sonnenbedarf: Volle Sonne bis Halbschatten 

Düngereinsatz:

-      Mittel- bis Starkzehrer; organischer Dünger vor Aussaat und während der Wachstumsphase 

Empfohlener Dünger: Kompost, Hornspäne, organischer Gemüsedünger 


Ist das Anhäufen von Vorteil: Nein 

Ist eine Rankhilfe nötig: Nein 

Ist ein Spalier notwendig: Nein 


Krautzuordnung: Gemüse, Futterpflanze 

Mit Heilwirkung: Ja 

Wirkstoffe: 

-      Vitamin C, K, B-Vitamine 

-      Ballaststoffe 

-      Senfölglykoside (entzündungshemmend) 

-      Antioxidantien 

Anwendungsbereiche: 

-      Verdauungsfördernd 

-      Entzündungshemmend 

-      Immunstärkend 

Verabreichung: Essen (gekocht oder gedünstet), Saft 


Essbar: Ja 

Welche essbaren Teile: Blätter, Stängel 

Giftig: Nein 

Welche giftigen Teile: Keine bekannt 

Verwechslungsgefahr mit: 

-      Markstammkohl (Brassica oleracea var. viridis) 

-      Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica) 


Verwendung in der Küche: 

-      Gedünstet, gekocht, gebraten 

-      In Suppen und Eintöpfen 

Beste Haltbarmachung: Kühl lagern, kurzzeitig frisch oder eingefroren 

Lagerung der Pflanze: Kühlschrank, feucht und dunkel 


Das beste Rezept: Gedünsteter Chou Moellier mit Knoblauch und Sahne 

Die beste Speise: Chou Moellier-Eintopf mit Kartoffeln und Speck 

Das beste Getränk: Grüner Smoothie mit Chou Moellier und Apfel 

Die beste Beilage: Zu deftigen Fleischgerichten 


10 Unterarten in Europa: 

Keine klar definierten Unterarten, aber Sortenbeispiele: 

-      ‘Lippische Palme’ 

-      ‘Sibirischer Markstammkohl’ 

-      ‘Westländer’ 

-      ‘Gigante di Napoli’ 

-      ‘Grüner Daumen’ 

-      ‘Futterkohl’ 

-      ‘Blauer Speckkohl’ 

-      ‘Riesen-Markstammkohl’ 

-      ‘Früher Markstammkohl’ 

-      ‘Wintergrün’ 


Drei häufig vorkommende Sorten: 

-      ‘Lippische Palme’ 

-      ‘Sibirischer Markstammkohl’ 

-      ‘Westländer’ 


Drei seltene Sorten: 

-      ‘Blauer Speckkohl’ 

-      ‘Gigante di Napoli’ 

-      ‘Riesen-Markstammkohl’ 


Guter Nachbar: 

-      Zwiebeln & Knoblauch 

-      Sellerie 

-      Dill & Kamille 

-      Salat & Spinat 

-      Borretsch 

Schlechter Nachbar: 

-      Tomaten & Erdbeeren 

-      Andere Kohlarten 

-      Bohnen & Erbsen 

Beste Mischkulturen: 

-      Markstammkohl + Zwiebeln + Kamille 

-      Markstammkohl + Sellerie + Dill 

-      Markstammkohl + Spinat 

-      Markstammkohl + Salat 


Quellennachweis: 

-      Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) 

-      Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft 

-      „Gemüse von A-Z“ – Vollmer & Weber 

-      Hortipendium 

-      „Kohlgemüse – Anbau, Pflege, Sorten“ – Ulmer Verlag 

-      FAO (Food and Agriculture Organization)